Freiwilliger Wehrdienst – die L(O)ösung?

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(Losungw [von losen = von sich geben], waidmännische Bezeichnung für die zum Teil charakteristisch geformten Exkremente ( vgl. Abb. ) der jagdbaren Säugetiere, des Hundes und des Federwilds; hingegen bei Greifvögeln Geschmeiß, bei Beizvögeln Schmelz, bei Hühnervögeln Gestüber (beim Auerhahn aber Losung) genannt.)
…viele 18-Jährige in Deutschland erhalten derzeit Post von der Bundeswehr mit Fragen zu Bildung, Fitness und der generellen Bereitschaft zum Dienst – für einige überraschend, für andere längst erwartet. Die jungen Männer sind verpflichtet, den Fragebogen auszufüllen, Frauen können ihn beantworten. Während Zehntau­sende aus Sorge vor einem möglichen Pflichtwehrdienst protestieren, plant die Bundesregierung eine deut­liche personelle Aufstockung der Bundeswehr – zunächst auf freiwilliger Basis. Fachleute bezweifeln jedoch, dass die Ziele ohne verpflichtende Elemente erreichbar sind. Gleichzeitig wirbt die Truppe mit finanziellen und beruflichen Vorteilen. Junge Menschen müssen damit zwischen Karriereperspektiven, Gewissensfragen und Verantwortung abwägen.
Mit Gesprächsgast: Hendrik Hegemann, Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik, Hamburg
Ist wieder bezeichnend, dass niemand der verantwortlichen Stare der Rejierung einen Arsch in der Hose hat, sich im ewig halbleeren Volkspalaverhaus an das Mikrofon schleicht und dort die Einfüh­rung der Pflicht zum Verteidigungs-Kriegsdienst verlangt. Weil das demokraturisch gewählte Rudel von Gutmenschen, natürlich niemanden kränken will. Statt sie durch ein Gesetz entsprechend zeitge­mäß zu „Shanghaien“! Für den honorigen Dienst, zur absoluten Stärkung nebst Verteidigung UNSE­RER wehrhaften DEMOKRATIE.
Shanghaien ist möglicherweise keine landläufig politisch korrekte Abstraktion, für die Rekrutierung zum Ehrendienst.
Denn vor weit über 150 Jahren geschah dies mit Hilfe von Betrug, Alkohol oder Gewalt, jemand zu zwingen oder zu entführen für einen sehr unliebsamen Job.
Heute wird es auch metaphorisch für das Überrumpeln genutzt, wenn man will, kann man es auch so betrachten!


Mir fällt gerade ein, auch in einer schnieken Uniform und mit gepflegtem Haarschnitt, muss man keinen Grund sehen, bei Y-Tours irgendwie unterzutauchen.
Allerdings muss man sich auf der anderen Seite keinen Kopp mehr zu machen, denn im November 1995, sprach UNSER Buvege das entscheidende Urteil, denn für sie sind Soldaten keine Mörder mehr! Wie es, vor über 100 Jahren, Kurt Tucholsky, Theobald Tiger, Ignaz Wrobel, Peter Panter, und Kaspar Hauser gemeinsam in die Weltgeschichte posaunten.
PS.
Nach einer Lesung von Jürgen Fuchsens: „Fassonschnitt“, quatschten einige in der Kneipe noch über ihre glorreichen Zeiten, als sozialistische Friedensbewahrer. Er und Pannach ermunterten mich anschließend auch mal etwas über meine Zeit zu verfassen, was einige Jahre später dann auch ge­schah. Peter J. Kraus, brachte mich daraufhin mit seinem Lektor in Verbindung, damals war die Zeit noch nicht reif, etwas aus der Einleitung von: …nicht abgebucht:
Es handelt sich um ein nicht redigiertes Konvolut!
Wobei so manche Story beim entsprechendem Stichwort immer mal wieder auch in meinem Blog versenkt wurde.
Alles stammt vom Anfang der 1980er, während der letzten Tage kamen einige Ergänzungen hinzu.
Mehr als zehn Jahre später gab ich das Zeug mal einem Lektor in Ostberlin, der meinte nur, „Ede, diese Geschichten können wir nicht veröffentlichen, so etwas wollen unsere Ex-DDRler jetzt wirklich nicht lesen!“
Von Gerulf Pannach kam damals etwas ähnliches rüber. Er meinte zusätzlich noch, dies würde auch kein Westverlag drucken, weil momentan Friede, Freude, Eierkuchen angesagt wäre und da können sie kein Kamel brauchen, was die Plinsen wegfressen will!
Zeit meines Lebens hielt ich es mit Herrn Eulenspiegel; Wer mir vernünftig entgegenkam, der wurde ebenso behandelt. Eigentlich von einer friedlichen Lebenseinstellung beseelt, ging ich trotzdem so manche Flachzange physisch an. Dies begann schon während meiner Grundschulzeit, traf Lehrausbilder genauso, wie Vorgesetzte bei der Truppe…
 Hier das letzte Kapitel vom Abgesang aus: …verschollen unter Hallensern, Halloren und Halunken
 Der Batzen persönlich, holte mich vor 22 Uhr aus dem Bunker, es hieß dann, im Schreiberzimmer umziehen. Packte mein weniges Hab und Gut in den Campingbeutel und verließ tonlos die Bude.
Bemerkte aber, dass der Kompaniechef anhub, etwas zu sagen. Verbat ich mir, letztmalig mit der rechten Hand über die linke Schulter, den anklappenden Entenschnabel. Unter Strafandrohung (!?) gab er mir trotzdem zu verstehen, dass es nicht erlaubt sei, mich von irgendwelchen Kumpels und Freunden zu verabschieden.
Unter Strafandrohung! Dies wäre nur mit Hilfe von Wachsoldaten und in Handschellen möglich gewesen, dieser Depp!
Nun hatte auch er bis in die Steinzeit bei mir verschissen, dabei fand ich ihn in den wenigen Monaten seiner Dienstzeit, als unseren Kompaniechef, noch nicht mal soo unsympathisch.
Der UvD schaute belustigt in die Runde, denn Batzen wollte mich vorsichtshalber gleich die Treppe am UvD-Pult hin­unter führen. Ich wies seine Hand angeekelt ab und begab mich zuerst auf die Bude von Barönchen und begann dort meine Tour durch den gesamten Kompaniebereich.
Mein ehemaliger Kompaniechef stand dabei ewig tonlos im Türrahmen.
Ich ging in jedes Zimmer, wo etwas Bekanntes lag, die es Wert waren, dass ich mich von ihnen verabschiedete, ebenso gehörten da einige Kapos zu.
Mit einigen deftigen Sprüchen an die dortigen Vorgesetzten verabschiedete ich mich auch durch die Luke am Wachlo­kal.
Auf dem Bahnhof erwartete mich totales Chaos.
Das eine oder andere Gesicht erkannte ich unter den abgefüllten und auf Stühlen kauernden ehemaligen Soldaten.
Schon merkwürdig, da waren sie seit über 13 Stunden in der “Freiheit” und hatten sich in diesem Nest nur die Rübe vollgeknallt, brrr!
Da war schon klar, dass es einige aus der Bahn werfen wird, durch das Erlebte oder was nun folgen würde.
Wem es aber gefiel, unter der Knute von Anweisungen zu leben, hätte es sich früher überlegen sollen. Den die Chance, lebenslänglich maskiert herumzulaufen, hätte schließlich jeder vorher am Schopfe packen können.
Mit noch nicht mal 20 vollendeten Lenzen auf dem Buckel und arg gemischten Gefühlen kehrte ich der Garnisonsstadt den Rücken, aber auch mit Hoffnungen beseelt, denn viel schlimmer konnte es bestimmt nicht mehr kommen.
Trotzdem machte mich der Gedanke sauwütend, was ich in der kurzen Zeit alles verpasst hatte!
Diese 18 Monate waren eine Menge Lehrgeld, sinnlos verpulvert, für ganz wenig brauchbare Erfahrungen auf dem weiteren Lebensweg.
Zumindest haben sie mich nicht kleinbekommen, im Gegenteil, bissiger ward ich geworden.
Doch eins habe ich mir von den Vorgesetzten abgeschaut! Wie man sich durch dämliches Gequatsche, wirklicher Verant­wortung und schwerer körperlicher Arbeit ganz billig entziehen konnte – wenn das nichts bleibendes hinterließ!
Jene Erfahrung ist aber im normalen Leben nicht so leicht umsetzbar, ohne dabei gänzlich sein Gesicht zu verlieren.
Ein Uniformträger kann dies mit dem Gesicht aber nicht verstehen!
Denn das scheint ihn an dem recht flachen Körperteil, welches sich zwischen seinen prachtvollen Schulterstücken und dem entzückend verzierten Mützchen befindet, nicht zu interessieren.
Denn was bleibt in der bescheiden Umgebung des Riechkolbens eigentlich übrig, wenn man dagegen jene lichterloh funkelnde Dreieinigkeit, beider sternenbedeckter Epauletten und der majestätisch brillierenden Kokarde am Hut be­trachtet?

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