Archiv für den Monat: April 2008

Eigentlich sollte es nur ein Kochrezept werden – aber nicht von Albert Hofmann †

Vor einigen Tagen fand ich diesen Text wieder, sechs Jahre sind seit dem ins Land gegangen – XXX.IV.MMII
Bis highnoon ergaben sich an diesem Vormittag nichts weiter als jene üblichen Belanglosigkeiten, die sich täglich, wie Perlen auf einer Schnur auffädeln ließen. Was soll man dazu ablassen, jede Hausfrau ist doch mit diesem Problem vertraut. Mir als Typ geht es da nicht anders.
Den ganzen Morgen gemuddelt und nichts geschafft. Na ja, es war nicht ganz so. Endlich mal die Balkonfensterfront in kürzester Zeit fast streifenfrei blank bekommen, zwei riesige Altbaufenster plus Tür, alles doppelt, und außen mit vielen kleinen Sprossen. Dies ist einem Tip der yellow press zu verdanken – die Schwiegermutter, nur wegen der Rätsel kauft. Gerade dabei, mein Wissen über europäischen Fürstenhäuser etwas aufzufrischen, als zwischendurch ein wichtiger Hinweis für die Hausfrau aufblitzte: „Der korrekte Umgang mit einem Mikrofasertuch.“ Wie alle machte ich es natürlich falsch, und arbeitete nebenher immer noch mit Chemie. Leute, nix is mit diesen stinkenden Flüssigkeiten für frustrierte Putzteufel – pures, etwas warmes Wasser aus Hahn ist angesagt. Offenbar genügen für den Reinigungsprozess, die im Trinkwasser befindlichen Verunreinigungen, schließlich war es Anfang der Siebziger auch ohne weiteres möglich, mit Rheinwasser Schwarz-Weißfilme zu entwickeln.
Angespornt vom Putzerfolg, beschloss ich etwas zu kochen, die dazugehörenden schmackhaften Ingredienzien mussten allerdings im U-Bahnhof „Fehrbelliner Platz“ besorgt werden. Einkaufen im Supermarkt ist heute out, cool ist doch bei Feinkost ARAL shoppen zu gehen, oder eben im underground.
Endlich gibt es, fast 12 Jahre nach der Heimholungen der verbliebenen deutschen Ostgebiete in den Bund, im ehemaligen britischen Sektor von Großberlin, auch Köstlichkeiten aus dem Spreewald. Allerdings immer noch versteckt und auf mehrere U-Bahnhöfen verteilt, der nächste Grünzeugdealer in unserer Nähe, befindet sich im Fehrber. Weiterlesen

Gasfunzeln im Kiez

Heute beobachte ich nach dem Einkauf kurz einen Techniker während Reparatur- und Reinigungsarbeiten von Gaslaternen, knabberte ihm dabei die Ohren an und machte einige Fotos.
Bereitwillig ging der junge Mann auf alle Fragen ein.
Also, die verzierten Masten aus Gusseisen können fast 80 Jahre auf dem Buckel haben, die schmucklosen aus Stahl sind neuzeitlich.

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DB

Sonntag, den 27. April, Hbf WOB-City – gegen 19 Uhr
1. Durchsage: ICE… nach Berlin/Südkreuz, Abfahrt 19:05, hat 5 Minuten Verspätung
Wir bitten um Entschuldigung!
2. Durchsage, kurz darauf: ICE… nach Karlsruhe, Abfahrt… hat eine veränderte Waggonreihenfolge, die 1. Klasse befindet sich am Zuganfang. Sämtliche Reservierungen entfallen!
Wir bitten um Entschuldigung!
3. Durchsage, die betraf meinen Zug: IC… nach Berlin/Südkreuz, Abfahrt 19:39, hat 10 Minuten Verspätung
Wir bitten um Entschuldigung!
Alle Durchsagen erfolgten in dem DB-spezifischen Stakkato, nur der letzte Satz klang richtig menschlich
Dabei fiel mir ein, bei den vier Hauptfeinden im Sozialismus handelte es sich um Frühling, Sommer, Herbst und Winter.
Durch den aufopferungsvollen Einsatz der Deutschen Bundesbahn kann nun auch beim letzten Fahrgast so etwas, wie Zonennostalgie aufkommen.

Der TAGESSPITZEL

Seite 1
„Tempelhof – Gysi schreckt den Senat auf“

Der Gröpaz (Größter Probierpolitiker aller Zeiten) piepste mal wieder und wurde prompt zurückgepfiffen, weil er sich unglücklicherweise demokratisch versuchte. Er forderte als Fraktionschef, den Volksentscheid zu respektieren. Die Partei Der Stalinisten ist auch nicht mehr das was sie mal war.
Ob Gregor damals seinem Führungsoffizier in der Normannenstraße auch solchen Ärger verursachte? Weiterlesen

Ja zu Tempelhof!

Und weil es so schön war, tat ich es ganz demokratisch für meine Frau gleich mit. Eigentlich wollte sie mit Hilfe einer Vollmacht nur ihre Unterlagen für die Briefwahl und meine Wenigkeit sollte die Papierchen mitbringen.
So ginge es nicht, könnte aber ihren Zettel sofort mit abzeichnen. Gut, dieses zusätzliche, demokratische Entgegenkommen würde ihr dadurch einen Weg ersparen. Eigentlich war „NEIN“ angesagt, da ich es mir aber nächtens anders überlegte, kam mir dieses zusätzliche „JA“ sehr recht. Kleinvieh soll ja bekanntlich auch Mist machen. Weiterlesen

Allah o Akbar

Wie man im Billiglinienflieger seinem Sitznachbarn, der einem das Ohr abkauen will, etwas beunruhigen kann.

1. Öffne gelangweilt und mit bedachten Bewegungen Deinen Laptopkoffer.
2. Hole Deinen Laptop hervor.
3. Schalte ihn ein.
4. Halte den Laptop so, dass der nervige Sitznachbar den Bildschirm sehen kann.
5. Schließe deine Augen und blicke ergeben zum Himmel.
6. Und klicke auf diesen Link: http://www.thecleverest.com/countdown.swf

Afghanistan

Für alle aktiven Abenteurer, die meinen, man muss „westliche Freiheiten“ auch am Hindukusch verteidigen.
Ein Aufsatz von F.E, aus den unsäglichen Werken des DV.

Karl Marx/Friedrich Engels – Werke, (Karl) Dietz Verlag, Berlin. Band 14, 4. Auf-lage 1972, unveränderter Nachdruck der 1. Auflage 1961, Berlin/DDR. S. 73-82.

Geschrieben um den 10. August 1857.
Aus dem Englischen.

Afghanistan
– ein weiträumiges Land in Asien, nordwestlich von Indien. Es liegt zwischen Persien und Indien und, der anderen Richtung nach, zwischen dem Hindukusch und dem Indischen Ozean. Früher umfasste es die persischen Provinzen Khorassan und Kohistan, dazu Herat, Belutschistan, Kaschmir und Sind sowie einen beträchtlichen Teil des Pandschab. In seinen gegenwärtigen Grenzen leben wahrscheinlich nicht mehr als 4.000.000 Einwohner. Die Oberflächengestaltung Afghanistans ist sehr unregelmäßig; hohe Tafelländer, weit ausgedehnte Gebirgszüge, tiefe Täler und Schluchten. Wie alle gebirgigen Tropenländer bietet es eine große klimatische Vielfalt. Im Hindukusch sind die hohen Gipfel das ganze Jahr hindurch schneebedeckt, während in den Tälern das Thermometer bis auf 130° Fahrenheit (= 54,4° Celsius) ansteigt. Weiterlesen

19. IV. MMVIII, einen Tag vor seinem Geburtstag

Gestern Abend lief in der ARD ein Schmachtstreifen, in den ich kurz vor Schluss zappte, nur fünf Minuten, die reichten. Gerade zu diesem Zeitpunkt, als der GröFaZ einen Sturmbannführer (Wehrmachtsdienstgrad – Major) ersuchte, 40 Liter Benzin zu beschaffen. Da er nach seiner Entleibung den Russen, nur als kleines, verkohltes Stück Döner in die Hände fallen wollte.

Wie man weiß, wurde der Befehl nicht korrekt ausgeführt. Scheinbar gab es so kurz vor dem verwonnenen Endsieg, nur noch mit Wasser gestreckten Kraftstoff. Während jener Mitleid erregenden Szene, erinnerte ich mich an die Warnung eines Bekannten vor diesem merkwürdigen Film.
Er meinte damals geringschätzig, dass es auch zum Finale hin Adolf Hitler nicht gelang, Bruno Ganz korrekt zu imitieren.