Archiv für den Tag: 14. September 2014

Eckart von Hirschhausens „Kleine Humorheilkunde“

Leicht ist schwer

Verdammt schnell mutierte E.v.H. bei den öffentlich/rechtlichen Anstalten zum Quotenheinz der ganz leichten Sorte, nun darf es sich auch beim TAGESSPITZEL produzieren – wie langweilig. Wenn man den Rest seiner Kabarett-Mentalität und den Wandel zum populärwissenschaftlichen Pausenfüller des Abendprogramms betrachtet, kommt einem Mario Barth mittlerweile hochgradig intellektuell vor…

Ein Kenner der Szene berichtete mir vor vielen Jahren, dass Ecki gefürchtet war, da er gern Pointen seinen Varietékollegen abkupferte.

In seinem Artikel plagiierte er etwas aus einem Cartoon von Paul Simmel! …Wie der Betrunkene, der im Kreis sich um eine Litfaßsäule herumtastet und ruft: „Hilfe, ich bin eingemauert!“

Jene Karikatur  – dieses großartigen Zeichners – kam mir (in den 1960er Jahren) bei den Simmelanten aus dem Eulenspiegel-Verlag unter. Leider fand ich das Büchlein gerade nicht…

Anlässlich seiner „Dreier-Regel“, kam mir noch nicht mal ein müdes Grinsen auf, dies war schon so, als ich besagten „Witz“ erstmals vernahm. Das hängt mit meiner blühenden Phantasie zusammen, weil das Geschehen nacheinander bildlich zustande kommt. Wenn ein Depp im Nebel nicht mitbekommt, dass er sich in ein Eisstadion verirrt hat, wie soll ihn dann erst der Stadionsprecher in solcher Suppe überhaupt wahrnehmen?

Hier gebe ich mal ein Beispiel.

Bevor der stotternde Schmiedegeselle ein rotglühendes Stück Rundeisen auf den Amboss legt, sagt er zum Stift: „Wee, wenn ich schtoo, schtopp sage – daa, dann hörst d, du soo, sofort auf mit schlagen!“

Kaum liegt das Eisen auf dem Amboss drischt der Lehrling unmittelbar los.

Nach wenigen Schlägen kommt vom Gesellen: „Schhh, schhht – Scheiiiße! Ma, machen wir n´ Schhhhippe draus!“

…Ein Mann betritt ein Bahnabteil, in dem bereits zwei Juden sitzen…

Weshalb ausgerechnet zwei Juden?

 Jedem politisch korrekten Gutmenschen schwant doch anfänglich bereits der Hauch von Antisemitismus, oder nicht?

Wenn man aber weiß, dass selbige Winz-Humoreske aus der Sammlung „Jüdische Witze“ von Salcia Landmann stammt, ergibt sich prompt ein ganz anderes Bild.

Auch der Umgang mit Plagiaten will gelernt sein! (Da kann ja UNSERE taufrische Botschafterin auf dem Heiligen Stuhl, Frau Dr. nix, ein langatmiges Liedchen von singen…)

Da fällt mir gerade ein, wie sieht es überhaupt mit der Doktorarbeit vom Kleinen Humorheilkundler aus?