Frage mich entsetzt, wie das Männchen mit seinem krankhaften Aussehen sogar einen Verdacht auf Sabotage sehen kann. Selbstverständlich in Richtung Moskau…
Herbert Reul und Mona Neubaur bei einer Pressekonferenz
Die Behörden ermitteln aktuell in zwei Richtungen: Ein hybrider Angriff aus dem Ausland oder ein linksextremistischer Hintergrund.
NRW-Innenminister Reul sieht im Zusammenhang mit dem Vorfall am Umspannwerk Bergheim einen Anfangsverdacht auf verfassungsfeindliche Sabotage. Schon vorher hatte die Polizei von einer vorsätzlichen Tat gesprochen.
Schon recht merkwürdig was für Spekulationen hinsichtlich der versuchten Kurzschlüsse, nun am Umspannwerk Bergheim den Untertanen präsentiert werden…
Beginne damit, dass diese Figuren mit Vermutungen im Nebel herumstochern, denen man rein technisch, noch nicht mal ansatzweise ein Quäntchen Vertrauen schenken kann.
Kann nämlich in jener Richtung mit einigen Erfahrungen aufwarten, auf die ich mich beziehen kann mit 12 Lenzen auf dem Buckel. Mein Spezi Datsch hatte ewig neugierige Gedankengänge in solcher Art, was ansatzweise ewig irgendwelche elektrische Sachverhalte betrafen. Bastelten wir doch da bereits längere Zeit Radios.
Die von mir aber aufgenommen wurden und mich ewig zum Stöbern im Literaturschatz vom Großvater animierten. Auf die Idee mal auszuprobieren, was passieren würde, wenn man Kabel über Starkstromleitungen werfen würde, aber wie.
Bin mir sicher, weder Herr Reul, noch der Chlorophyllmarxistin wird bekannt sein, dass man anhand der verwendeten Isolatoren Schlussfolgerungen ziehen kann, für welche welche Spannung dann die Kabel der Freileitungen ausgelegt sind. Ansonsten ist alles berechenbar, angefangen von der Leitungsstärke und weiteren Spekulationen, in welcher gigantischen Höhe, dann alles abgesichert ist. Wo bei es gar nicht machbar ist, mit dünnen Drähtchen den Elektronenfluss irgendwie richtig störend zu beeinflussen…
Nebenbei, hatte in der Schokobude mal einen deformierten Schaltschrank begutachten können. Wo nach einer falschen Verdrahtung, beim Test mehrere Aluschienen explosiv geschmolzen waren. Hätte gern den Innenraum jenes Elektroschrankes fotografiert, denn sämtliche umher gespritzten Aluminiumtropfen zierten den gesamten Innenraum, wie wunderschöne ganz flache und glänzende Blütenknospen…
Zur Idee von Datsch retour, welche entstand, als ich ihm einen Flitzbogen vorführte, mit dem man ziemlich große Pfeile verschießen konnte. Hatte ihn aus einem riesigen sturmfesten Regenschirm hergestellt, die Metallteile mit Klaviersaiten ganz eng umwickelt und als Sehne diente ein Bowdenzug, den Datschens Daddy in der Mifa (Ein Stück Blech, ein Stück Draht – fertig ist das Mifa-Rad) weggefunden hatte.
Nach mehreren Versuchen gelang es uns sogar, rund 6 Meter Telefonkabel von einer Freileitung korrekt zu verschießen. Konnten irgendwann registrieren, dass die verschossenen Kabel noch nicht mal die Freileitung kontaktieren mussten, um einen knackenden Lichtblitz zu erzeugen.
War schon klar, dies hing mit den Magnetfeldern zwischen den Freileitungen zusammen…
Mir fiel eben noch etwas anderes ein.
War zur Abenddämmerung Autostopp, von Süden in Richtung Warschau unterwegs, als zwischendurch ein gigantisches Unwetter aufzog. Wolkenbruchartige Schauer dazwischen, Orkanböen und ein schweres Gewitter zog ruckartig auf. Mein Fahrer fuhr wie eine gesenkte Sau auf der Landstraße, was mit mächtigen Schwierigkeiten einherging, weil immer größere Äste herumlagen. Irgendwann musste er beidrehen, da ein ganzer Baum die Straße blockierte. Der junge Kerl war wahnsinnig, weil er ganz dringen in die Hauptstadt wollte. Dann huschten wir an einem riesigen Umspannwerk vorbei, was sich vielleicht 300 Meter von der der Straße entfernt befand. Gerade an dem riesigen Metallmonster vorbei, versperrte uns der nächste Baum die Weiterfahrt. Hinzu kam auch, dass der Sturm seitlich noch zunahm, also wieder Retour! Dann war alles zu spät, mittlerweile war es auch stockdunkel, nur gigantische Blitzserien sorgten ringsherum für gespenstische Lichtverhältnisse. In unmittelbarer Nähe des Umspannwerkes, war dann endgültig Schluss, wegen eines weiteren Baumes…
Die Zwangspause ging mit einem fürchterliche Krach einher, weil es ungleichmäßig schüttete, Äste und alles mögliche andere Zeug knallte laufen von allen Seiten an die Karre.
Wesentlich schlimmer entwickelte sich das schwere Gewitter über der Elektroanlage. Blitze und Donner funktionierten synchron, Wie schon bemerkt, alles ereignete sich wenige 100 Meter von uns. In einen der riesigen Gittermasten von Blitzableitern fauchte immer ein Blitz. Während des Einschlages illuminierte die Teile phantastisch, allerdings wanderte auf dem Boden eine Art leuchtender Dampf nach allen Seiten weg, natürlich ebenso in unsere Richtung.
Der Fahrer schien bei so manchem Knall, Trost zu finden, wenn er sich dann ruckartig bekreuzigte. Mir kam einzig und allein zwischendurch der Gedanke, hoffentlich stimmt es, dass im Moment unser Auto wirklich mit der geschlossener Metallkarosserie, bei einem Blitzeinschlag als faradayscher Käfig funktioniert!
Vielleicht eine halbe Stunde dauerte dieses Chaos an, danach ging alles in eine total gespenstische Ruhe über. Bei lauten Radioklängen rauchten wir draußen erst mal, als dann das Umspannwerk plötzlich in gleißendem Licht erstrahlte gingen wir dort hinüber. Mehrere Leute wuselten dort herum. Es gab für uns auch eine riesige Tasse lauwarmen Herbata, besser gesagt Wodka mit einem seltsamen Geschmack eines Restes von Tee. Nach vielleicht zwei Stunden ging es weiter, irgendwelche Männer zersägten die störenden Bäume und zerrten die kleineren Brösel überall auf die Felder.
Ganz friedlich gestaltete sich dann die restliche Tour nach Warschau.
Wahrscheinlich litt der Typ anfangs unter Stangenfieber, was irgendwann abebbte.
Weit nach Mitternacht bekam ich dann sogar in der Küche sogar eine Penne…
