Hier ein Tip für all jene, die sich für das neue Jahr üblicherweise immer etwas vornehmen.
Von den tausenden Möglichkeiten spreche ich nur eine an. Wie wäre es mal mit etwas Kultur, und zwar gleich zum Jahresanfang, wo die frommen Wünsche noch jungfräulich sind.
Der Alltag lässt einen ja so manches vergessen, hinzu kommt die biologisch bedingte Vergesslichkeit, ansonsten hat ja die eigene Trägheit immer entsprechende Fangeisen parat. Z.B. dieses hier: Was du heute kannst besorgen, verschiebe gleich auf übermorgen, oder besser ins darauf folgende Jahr.
Allerdings hätte der Besuch eines recht ungewöhnlichen Neujahrskonzert auch etwas an Vorteilen zu bieten. Man könnte für die kommenden Monate sein eigenes Gewissen überrumpeln und lange Zeit damit kokettieren, wenn es heißen sollte: „Hebe Dein Hintern, wir wollen was gemeinsam unternehmen!”
„Warum denn, ich war am 1. Januar schon Kultur tanken. Wir wollen doch nichts übertreiben!”
Jetzt kann mir ja der eine oder andere erzählen, wegen der Silvesterknallerei wurde das Budget für den Jahresanfang durcheinander gewirbelt, dem kann abgeholfen werden.
Es muss doch nicht sein, dass wir Arbeitsplätze dieser Umweltsäuen in Rotchina erhalten. Auch die Ausrede, wenn mir schon kein Blei um die Ohren saust, möchte ich aus Gründen der Solidarität mit den Jungs am Hindukusch wenigsten für kurze Zeit jene Geräusche genießen, denen sie ewig ausgesetzt sind…
Um es kurz zu machen, am 1. Januar treten bei den Wühlmäusen, „LES PAPILLONS” auf.
Dazu meinte Petra Gabriel, im 3land.info, vom 3.10.2005:
Es ist atemberaubend, wie diese beiden im Schnellgang durch die E- und U-Musik flattern, von der Klassik über Filmmusiken, Zigeunerswing, Folk, bis Beatles – sie kennen alle Ohrwürmer und Fingerbrecher, arrangieren sie um, zermalmen sie, kauen auf den Atomen herum und spucken etwas Eigenes, Elektrisierendes, so nie Gehörtes aus… …das sind zwei Profis, Vollblut-Musiker, Vollblut-Spieler, Vollblut-Darsteller. Eines alleine wäre schon selten genug. …es sitzen bei diesen beiden die Griffe und Gesten. Haarscharf, und nicht vorbei.”
Zwar sind diese Worte schon etwas angestaubt, sie treffen aber noch uneingeschränkt zu, was ich bestätigen kann.
Nix als Sprüche
Herr Kleinbück in der BZ
Mal etwas von einem roten Kleinbürger. Heute in der „größten” Berliner Zeitung bemerkt.
Mein Gott, was hat der denn anders gemacht als die Leute, an denen er rumkrittelt?
Dabei soll man doch, wenn man in einem Glashaus hockt, nicht mit Eulen werfen, oder?
Schwarzkopf&Schwarzkopf
Für nur 199,00 EUR kann man einen Bildband über die „STONES” erstehen und die ganze Schose ist in Deutschland auch noch portofrei.
Wenn dies nichts ist: Rolling S.
Wem dies zu teuer erscheint, kann ja auf folgendes Buch zurückgreifen, kostet nur 9,90 EU: “Und nach der Vorlesung” Weiterlesen
Schumi?!?
Der kleinkarierte Kreisfahrer ist wieder aufgetaucht
Who the fuck is Daimler?
Wo bekomme ich ruckartigst eine Voodoopuppe mit Schuhmachers Larve her?
Galionsfigur des Guten
Am 24. Dezember starte ein Film über Albert Schweitzer, natürlich aufgebauscht und geklittert. Wie der „Tagesspitzel” sich auszudrücken pflegt: „Um dem Drehbuch der neuen Kinogeschichte einen Schuss Politthriller zu verleihen, konstruiert es eine fiktive Spionagehandlung, die den alten Stoff neuen Rezipienten schmackhaft machen soll.”
Klar, wer von der heutigen Pisa-getesteten Generation kennt denn noch den Doktor aus Lambarene?
Dafür zeichne ich Autor, Herrn James Brabazon, mit einem Blick zur Sonne aus, weil diese Idee richtig geil war, um auch recht viele Flachzangen ins Kintopp zu locken. Allerdings war JB schlecht beraten, er hätte schließlich einen richtigen 3-D-Schmachtfetzen kreieren können mit Tarzan (noch besser „Tarzoon“) und Jane, wegen wesentlich höheren Zuschauerquoten… Weiterlesen
Alles Alisa, oder?
Anfang letzten Jahres schwärmte mir Ricky von einer Telenovela (mit GEZ-Mitteln finanziert) vor, sie zog sich diese Teile immer morgens während des Frühstück ein. „Diese Serien sind immer so ‘nett’ (ich hasse diesen Begriff) und clean. Da wird nicht gesoffen, nicht geraucht…”
„…und nicht gevögelt! Es kommt eine Renomierbimbo und auch ein Renomierkrüppel darin vor…”
„Nee, ein Farbiger nicht, aber ein Behinderter im Rollstuhl…”
„Aha, Schäuble im AOK-Shopper…”
„Mann, mit dir kann man sich überhaupt nicht ernsthaft unterhalten!”
„Gut, ich halte kurz meinen Sabbel, aber fasse dich kurz, denn solch einen Scheiß ziehe ich mir nämlich nicht rein. Noch nicht mal diese längeren Krimiserien im Abendprogramm. Stimmt nicht ganz, zwei Teile mit der Folkerts habe ich, unterbrochen durch kurze Phasen der Augenpflege, mal gesehen.” Weiterlesen
M. Riechling
Mir fiel heute noch etwas zu Mathias Riechling ein und warum er anders erscheint, so leicht ausgebrannt.
Klar, es ist auf Dauer nicht machbar, immer von ganz oben mit den Fingern in den Wunden herum zu stochern, schon gar nicht in der heutigen Zeit. Wo Kleingeister, im Auftrag des Kapital überall als deren Marionetten fungieren und sich orgiastisch an ihren implodierenden Sprechblasen berauschen dürfen, da bleiben für das Kabarett nur noch Nano-Teilchen übrig. Weiterlesen
Kurt Tucholsky 1919: “Satire darf alles” – Wo?
Satire scheint bei manchen Akteuren auch abzusaufen, wo bleibt z. B. Richlings ehemalige schwäbische Maßarbeit? Am Sonntag zum „Satire Gipfel” habe ich sie ebenso vermisst, wie am 1. Dezember im Wigwam, anlässlich einer „Kabarett-Gala” zum 25-jährigen Bestehen des Kulturkanals 3SAT. Schnackerin Katrin Bauerfeind bezeichnete diese Station, als den „Sender für eine anspruchsvolle Minderheit”.
Georg Schramm brachte es annähernd auf den Punkt: “3SAT ist die Heimstatt für die Verwirrten und Verirrten” – der Nickelbrillenfraktion, häufig im modischen Schick – mit fleischfarbenen Badekappen… Weiterlesen
Nachtrag zum 11. Dezember – etwas Nostalgie – Die Schoko
Vor über 50 Jahren jobbte ich in Tangermünde, der Geburtsstadt von Grete Minde…
Hier einige Short Stories aus der Schoko, von Zucker-Meyer, alles geschehen im Jahr 1972…
