Archiv für den Tag: 1. Februar 2012

„Die Stunde der Dilettanten“

Thomas Rietzschel, Wie wir uns verschaukeln lassen
Endlich ist es auf dem Markt!
Bekanntlich wird sich auch nach dieser Publikation nicht die Bohne ändern!
Dafür sind die vorhandenen Strukturen seit Jahren bereits so stahlhart verknöchert, die Netze der Seilschaften schon so engmaschig, dass noch nicht mal eine Sackratte durchschlüpfen könnte.
Wenn Rietzschel meint – Wie wir sehen werden, ist es dieses egoistische, aus den persönlichen Ansprüchen wachsende, unerschütterliche Selbstvertrauen, das den Dilettanten zum Tatmenschen macht. – kann ich ihm nicht folgen. Es handelt sich dabei nicht um „unerschütterliches Selbstvertrauen“, so etwas kennen diese Leute gar nicht. Ihnen fehlt auch nur ansatzweise das Gefühl für Unrechtsbewusstsein. Pädagogische Defizite sind die Ursache, dabei spielt es absolut keine Rolle in welchem Stall der Heranwachsende aufwuchs, auch die soziale Herkunft ist vollkommen nebensächlich. Mir ist doch deshalb ein respektvoller Proll tausendmal lieber als eine überkanditelte Flachzange mit „feinen“ Manieren aus großbürgerlichen Verhältnissen.

Es ist auch nicht machbar, sich mit jemanden über Respekt zu unterhalten, wenn er ihn im Elternhaus nie erfahren hat. So jemand kann daher ganz bestimmte Verknüpfungen für ein sozialverträgliches Leben überhaupt nicht herstellen. Deshalb muss in solchen Fällen immer die Hure der „politischen Korrektheit“ mit ran – ich weiß, du bist in jeder Lebensalge ein Dilettant, das darf aber keiner direkt äußern, weil es im umgekehrten Fall genauso zwingend angesagt ist und wer möchte schon diese Erkenntnis täglich offeriert bekommen?
In dem Zusammenhang wurde mir schon oft die Frage gestellt, ob ich etwas gegen „niederes Lohngesindel“ haben würde.
Keineswegs!
Auf Grund meiner Sozialisation war ich die meiste Zeit im Rudel der Proletarier eingebunden.
Mir sind aber auch andere Bevölkerungsschichten nicht fremd, allerdings bevorzuge ich seit Jahren bereits Menschengruppen die für mich berechenbar sind, wenn ich mich tiefgründiger mit ihnen einlasse. Berechenbarkeit hat nämlich etwas mit Respekt untereinander zu tun. Auf einem berechenbaren Menschen kann man allzeit bauen, ihm sind auch andere Tugenden nicht fremd, z. B. Geradlinigkeit, Verlässlichkeit, Vertrauen, Spiel- und Streitkultur. Zu seinem Wort stehen und zwar solange, bis es im Vorfeld widerrufen wird!
Rechtzeitig seine Bedürfnisse anmelden… Weiterlesen