TAGESSPITZEL – Ein Kommentar von Christian Tretbar – Stand: heute, 20:40 Uhr

– Ilse Aigner soll Bundespräsidentin werden: Eine späte, aber richtige Entscheidung für eine baye­rische Brückenbauerin
– Der Prozess in der Union war kein Ruhmesblatt. Die Entscheidung selbst ist richtig. Denn sie bringt etwas mit, was eher Mangelware im politischen Betrieb ist.

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– Ilse Aigner soll es also werden. Dann doch. Noch bewegt sich das Ganze in einer Art inoffiziell offiziellem Status und das sagt viel über den Prozess hin zur Kandidatin Aigner. Und es ist notwen­dig, hier zwischen der Entscheidungsfindung und der Entscheidung selbst zu unterscheiden.
– Die Findung ist kein kommunikatives Ruhmesblatt. Vor allem für den, der es in erster Linie zu verantworten hat, nicht: Friedrich Merz. Der Kanzler und CDU-Chef hat es zu lange laufen gelas­sen. Er hatte offensichtlich selbst keine Idee für eine durchsetzbare CDU-Kandidatin. Und für seine Partei ist das auch ein schwieriges Signal, wenn ihr Vorsitzender offenbar keine wirklich überzeu­gende Kandidatin in den eigenen Reihen gefunden hat, die auch beim Koalitionspartner vermittel­bar gewesen wäre. Merz wirkt daher in dem gesamten Prozess wie ein Getriebener.
– Und gepusht hat sein bayerischer Kollege Markus Söder. Söder, man muss es einfach sagen, agierte hier beherzter, klüger und erfolgreicher.
– Seit 2004 ist Christian Tretbar beim Tagesspiegel. Erst als Reporter für den Sport, dann als Volontär. Anschließend hat er im Parlamentsbüro über innenpolitische Themen berichtet. Seit vielen Jahren kümmert er sich um die Digitalisierung des Tagesspiegels zunächst als Chefredakteur Online und Mitglied der Chefredaktion. Seit 2021 ist er zusammen mit Lorenz Maroldt Chefredakteur des Ta­gesspiegel.
– Christian Tretbar Christian Tretbar ist Chefredakteur des Tagesspiegels. Er hält die Entscheidung für Aigner für richtig, weil sie eine Brückenbauerin werden kann.
– Aber wie so oft dürften die Motive für den CSU-Chef divers sein. Ja, er kennt Aigner lange und weiß deshalb auch um ihre Qualitäten. Aber Aigner ist auch eine langjährige Rivalin in der eigenen Partei. Eine, die er nun elegant loswird. Es dürfte ihm auch eine diebische Freude bereitet haben, wie er die Schwesterpartei und vor allem ihren Vorsitzenden düpiert hat.
– Ilse Aigner ist keine Heilsbringerin, aber sie kann Brücken bauen
– Gleichzeitig ist die Entscheidung für ihn nicht ohne Risiko. Einerseits, weil sich damit für ihn selbst vorerst die Tür ins Kanzleramt schließt. Denn zwei hochrangige Posten mit CSU-Besetzung gleichzeitig, das wäre für Berlin zu viel. Und andererseits muss er mit einer Retourkutsche der CDU rechnen, auf ganz anderem Feld, zu anderem Zeitpunkt. Aber das Gedächtnis der Christdemokraten ist intakt.

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OSTZEIT – Geschichten aus einem vergangenen Land

Sibylle Bergemann, Harald Hauswald, Ute Mahler, Werner Mahler – vier der bekanntesten ostdeut­schen Fotograf:innen, und Maurice Weiss – alle Mitglieder der Agentur OSTKREUZ – zeigen in ungeschönten und zugleich sensiblen Bildern den Alltag und die Menschen in der DDR jenseits der sozial-realistischen Wunschwirklichkeiten. Durch ihre Offenheit und persönliche Sichtweise ermög­lichen die Bilder einen authentischen Blick auf den Osten Deutschlands – und sind eine Auseinan­dersetzung mit einer Realität, die bis in die Gegenwart nachwirkt.
Muss aber noch jemand erwähnen: Gundula Schulze Eldowy
Gut, sie gehörte nicht zu OSTKREUZERN, aber sie ist unbedingt erwähnenswert!
Bei ihr kommt noch hinzu, dass Madame die Geschehnisse der Zone, fast zeitgleich wie Hauswald ablichtete, allerdings ist mir dazu aber auch ihre geschlechtsspezifische Betrachtungsweise aufgefallen.
Bin aber in jene Richtung vorbelastet gewesen. War jahrelang ein dauerhafter Besucher vom VERBORGENEN MUSEUM. Nebenher wurden von mir auch ganz unterschiedliche handwerkliche Tätigkeiten dort ausgeführt. Weiterlesen →

Belangloser Nachtrag zum Schrieb vom 26. Oktober: „In der DDR haben sich viele am Händchen durchs Leben führen lassen“

Es kam ja noch viel schlimmer!
Als ein bestimmtes Zonenpack jenen Spruch unters Volk brachte: „Helmut, nimm uns an die Hand, führ’ uns ins Wirtschaftswunderland!“
– Dieser Slogan tauchte im Frühjahr 1990 im Zuge der ersten freien Volkskammerwahl (?) in der DDR auf Transparenten und Plakaten auf (unter anderem in Leipzig und Dresden). Er war direkt an den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl gerichtet und drückte die enorme Sehnsucht vieler DDR-Bürger nach der D-Mark, schnellem Wohlstand und wirtschaftlicher Sicherheit nach der Wende aus.
Untersuchungen zufolge stammte die Parole ursprünglich aus der Bonner CDU-Zentrale (Konrad-Adenauer-Haus) und wurde gezielt für den Wahlkampf der Allianz für Deutschland entworfen.
Frage mich entsetzt, wie Hauswald eigentlich auf jenen blöden Spruch kommen konnte und ihn lediglich den vielen biegsamen Erfüllungsgehilfen seiner ehemaligen Landsleuten aufdrückte.
Dabei handelt es sich doch um den Wink mit dem Zaunpfahl zum Ringelpiez mit Anfassen, welcher in allen Systemen, zwingend die entsprechende Wertigkeit erhält. Besonders wird doch in sog. De­mokraturen ebendiese unbedingt brauchbare Enge, unter allen Umständen, sehr dringend in den Statuten der politischen Kleingärtnervereinen, mit aller Gewalt, nach wie vor konserviert.
Nebst der von Erfolg gekrönt Erscheinungsformen, entsprechender Verbalhurereien, welche man dann alternativlos, besonders in solch kranken Systemen folgerichtig ausbaldowert, wie in unserem freiheitlich&demokraturischen Irgendetwas…
Deren zwischenmenschliche Standards sich seit Jahrtausende vollendet bewährt haben und nun mit Hilfe von Künstlichem Irrsinn, endlich einem bravourösen Super-GAU entgegenfiebern kann…

Interview – Harald Hauswald: „In der DDR haben sich viele am Händchen durchs Leben führen lassen“

Der Fotograf Harald Hauswald über geschönte Erinnerungen und sein Buch „KaDeO“ mit Bildern vom Kaufhaus des Ostens.
Es ist immer wieder zum KOTZEN, dass man von sämtlichen Postillen ewig mit Reklamegülle zugeschissen wird und wirklich interessante Artikel dabei untergehen. Hatte natürlich vergessen jenes Interview zu Beginn sofort abzulichten…
Gleich zu den 1990ern lernte ich ihn durch Knofo kennen und landete deshalb auch öfters in seinen Ausstellungen.
Harald Hauswalds Rolle und der Bezug zu den 1990ern
Der DDR-Alltag: Hauswalds Beitrag zur „Ostzeit“ bestand vor allem aus seinen berühmten, oft heimlich entstandenen Schwarz-Weiß-Fotografien, die die Tristesse, die versteckte Komik, aber auch die vitale Subkultur (Punks, Kirchgruppen) Ost-Berlins in den 1970er und 1980er Jahren dokumentierten.
Der Übergang in die 1990er: Während die Fotos in „Ostzeit“ schwerpunktmäßig die Zeit vor 1990 abbilden, veränderte sich die Arbeit von Hauswald und seinen Kollegen mit dem Mauerfall radikal. In den 1990er Jahren dokumentierten die Ostkreuz-Fotografen intensiv die rasanten Transformationen, den baulichen Zerfall und den gesellschaftlichen Umbruch im Berlin der Nachwendezeit (wie das besetzte Tacheles oder den Abriss des Palastes der Republik). Weiterlesen →

Ergänzung zum gestrigen Schrieb

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Von der Stunde meiner Verhaftung am Draht nach Jugoslawien, bis zum letzten Tag im Staats­ge­fängnis von Budapest, habe ich meine gesamte Knastzeit, was ungarische Aktivitäten betrafen, nur in angenehmer Erinnerung.
Gutes Essen, täglich 15 Zigaretten auf Staatskosten, jeden zweiten Tag bis zu sechs neue Bücher, fast alle aus den Häusern Rowohlt und Fischer. Während dieser Wo­chen verzichtete ich fast völlig auf tägliche Freistunden. Zwischendurch war es mir ver­gönnt einen Vorgeschmack zu erheischen, auf das, was mich später in der Zone erwarten würde. Als ich mir, während eines “Gespräches“, mehrere Minuten das sinnlose Gekreische eines Stasioffiziers an­hören musste. „Du selten dummes Schwein Simmering! Wolltest mächtig schlau sein! Hast den Termin dei­ner Flucht so gelegt, da du der Meinung warst, zum 25sten Jahrestages unserer Republik gibt es einen Amnestie und du bist dann unter den ersten, die wir an schließend nach dem Westen auswei­sen, ha, ha, ha! Nichts ist mit Amnestie!“
Was meine terminlich Planung betraf, da hatte die­se Flachzange sogar Recht. Nach den vergangenen, wunderschönen Sommermonaten, die ich ge­meinsam mit Leuten, fast nur in den Urwäldern der Bieszczady , an der Ukrainischen Grenze ver­brachte, war dem nahtlosen Übergang in den Westen eigentlich nichts gegen zusetzen. Nun hieß es hoffen, dass dieser dummrote Schmierpiss vor mir bluffte, was die Amnestie betraf.
„Was hast du den Ungarn alles für eine Scheiße erzählt, dass mir dein Vernehmer sagte, er könne verstehen, dass du aus unserem Staat weg wolltest.Warum musstest du denen auch auf die Nase binden, dass deine Großeltern Verfolgte des Naziregimes sind und deine Mutter Funktionärin. Blah, blah, blah.

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Stahlschlacke könnte Straßen deutlich klimafreundlicher machen

Langlebiger Belag senkt Emissionen, Feinstaub und Kosten
Abfall wird zum Straßenbaustoff: Ein neuer Modellvergleich für Chinas Städte zeigt, dass Asphalt mit recycelter Stahlschlacke über Jahrzehnte deutlich weniger Treibhausgase und Feinstaub verur­sachen könnte als herkömmliche Beläge. Entscheidend ist nicht nur die Herstellung, sondern vor allem die längere Lebensdauer, durch die Reparaturen, Baustellenstaus und zusätzlicher Kraftstoff­verbrauch seltener werden.
Hongkong (China). Straßen verschlingen nicht nur große Mengen an Gestein und Bindemitteln. Auch Wartung, Baustellenstaus und der wachsende Rollwiderstand beschädigter Fahrbahnen treiben Energieverbrauch und Emissionen über Jahrzehnte nach oben. Genau hier könnte ein Abfallstoff der Stahlindustrie ansetzen: Stahlschlacke ist hart und kantig und kann natürliche Gesteinskörnungen im Asphalt ersetzen.
Merkwürdig, bereits in den End1960ern wurde im Mansfelder Land, die Produktion Schlackenstei­nen eingstellt, jenem Abfall der Kupferschieferschmelze. Dafür gab es zwei Gründe, die Brösel für die Pflasterung der Straßen, waren Würfel, in den geschätzten Abmaßen von 20 mal 20 cm, oder 25 mal 25. Während der Jahrzehnte waren sie schließlich abgefahren und spiegelglatt glänzten sie dazu. Irgendwann war es in den hügeligen Straßen des Dorfes deshalb nicht mehr möglich, dort Pferdegespanne einzusetzen. Witzigerweise wurden zwischendurch Versuche gestartet, irgendwel­che „Pantoffeln“ aus hartem Kautschuk für die Hufeisen der Zossen zu entwickeln, was aber bald eingestellt wurde.
Kann mich nicht mehr an die Maße erinnern, in welcher Größe die riesigen anderen Steine gegossen wurden, welche man in den Kellerfundamenten vermauerte. Müssen irgendwie runde 50 mal 30 mal 30 cm Kantenlängen gehabt haben. Die Teile waren erbärmlich zu verarbeiten! Da rundherum ewig irgendwelche scharfkantige Krümel herausschauten, durch die sich dann ewig diese billigen ledernen Schutzhandschuhe auflösten.
Allerdings gab es einen ganz anderen Grund, weshalb schließlich die Produktion eingestellt wurde, wie man mir mal erzählte – sie strahlten nämlich radioaktiv!
Wahrscheinlich wurde deshalb jene Gußbrocken von Knastrologen aus aus dem Arbeitslager Volk­stedt hergestellt.
Diese Meuten rekrutierten sich hauptsächlich aus 249ern, 213ern und ebenso 215 usw. – kann man bei WIKI erstöbern und dabei die Massen an anderer Möglichkeiten noch erspähen… Weiterlesen →

Deutsche Studenten planen den Aufstand

Frankreich als Vorbild
Sie pLANEN und planen + und wenn sie nicht gestorben sind – dann planen sie immer noch!
Deshalb verzapfte der große LENIN, bereits vor über 100 Jahren die folgende Erkenntnis: „Bevor die Deutschen einen Bahnhof stürmen, lösen sie eine Bahnsteigkarte“, hat Lenin gehöhnt und damit noch untertrieben…

Die westdeutsche Studentenbewegung von 1968 war eine politische Protest- und Kulturrevolution der Neuen Linken, die von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) und der Außerparlamentarische Opposition (APO) getragen wurde.
Auslöser und Ziele
• Große Koalition: Die Bildung der ersten Großen Koalition aus CDU/CSU und SPD (1966) ließ im Parlament kaum noch echte Opposition zu.
• Notstandsgesetze: Die Verabschiedung der Notstandsgesetze im Mai 1968 erzeugte Ängste vor einem autoritären Rückfall.
• Aufarbeitung der NS-Vergangenheit: Die Kritik richtete sich gegen das Schweigen der Eltern- und Lehrergeneration über den Nationalsozialismus und ehemalige Nationalsozialisten in Ämtern.
• Bildungsnotstand & Reformen: Überfüllte Hörsäle, veraltete Strukturen an den Universitäten und starre gesellschaftliche Rollenbilder.
• Internationale Konflikte: Proteste gegen den Vietnamkrieg der USA und den Besuch des persischen Schahs.
• Anti-Springer-Kampagne: Proteste gegen die marktbeherrschende Stellung und Berichterstattung des Springer-Verlags (insbesondere der BILD-Zeitung).
Schlüsselereignisse
• 2. Juni 1967: Bei einer Demonstration gegen den Schah von Persien in Berlin wird der Student Benno Ohnesorg von einem Polizisten erschossen. Dies radikalisiert die Bewegung.
• Ostern 1968: Nach dem Attentat auf den Wortführer Rudi Dutschke am 11. April 1968 kommt es bundesweit zu schweren Ausschreitungen und Blockaden gegen den Springer-Verlag.
• Mai 1968: Große Demonstrationen gegen die Notstandsgesetze, die trotz des Protests beschlossen werden.
Folgen und Vermächtnis
• Gesellschaftliche Liberalisierung: Langfristig führte die Bewegung zu einer grundlegenden Modernisierung, Demokratisierung und Öffnung der westdeutschen Gesellschaft.
• Spaltung und Radikalisierung: Nach dem Abflauen der APO um 1969/1970 spaltete sich die Bewegung. Ein Teil ging den „langen Marsch durch die Institutionen“, während sich andere Gruppen (wie die RAF oder die „Bewegung 2. Juni“) in den Terrorismus radikalisierten. Aus den Diskursen gingen zudem die neue Frauen- und Umweltbewegung hervor.
Zu der vorangegangenen vielen lustigen Bemerkungen, etwas aus der TUBE: 1968: Wie ein Jahr Geschichte schreibt 

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Die Berliner Koalition will sehr frei nach der Transnistriensischer Flagge „koalieren“!

Will noch auf die dort vorzufindenden Insignien eingehen, welche sich natürlich an stalinistischen  Treueschwüren orientieren und im oberen dunkelroten Farbband der sog. LINKEN zu finden sind.
Das Bärchen, als Symbol für alle nun zu drangsalierenden Mitmensch, beginnend bei den hiesigen Eingeborenen, wie Kartoffeln, Weißbroten, Kalkgesichter, dazu Schwarzköpfe, ehemalige Kamel­treiber, Dachpappen und sonst welche angeschwemmten Menschenkinder, aus allen Ecken UNSE­RER ERDENSCHEIBE…
Um es kurz zumachen, jene Symbole auf den entsprechenden Farbnuancen bedeuten lediglich: Bei der immerwährenden Sichelei jener güldenen Wohlstandssternchen muss höllisch Obacht gegeben werden, denn sonst bekommt man ewig den Hammer ins Kreuz!