Muss hier wieder den Schrieb aus der MOTTENPOST heranziehen…
Noch etwas erklärendes dazu.
Betrifft meinen unstillbaren Wissensdurst, den ich versuchte mit Hilfe Großvaters weitläufiger Bibliothek und mit seiner Unterstützung in den Griff zubekommen. Dies begann bereits Ende der 4. Klasse, mit Leo Tolstoi – „Die Auferstehung“, weil ich mir darüber hinaus endlich Gotische Frakturschrift eintrichtern wollte. Griff deshalb zu jener prachtvollen Jugendstil-Ausgabe.
Mein Vorhaben kommentierte Opa mit keinem Wort, zumal er seinen Kopf ungläubig dabei schüttelte, was mich von meinem Tun aber nicht abhielt. Viele Wochen nahm ich mir dann immer wieder jenes unverständliche Werk vor, wobei seine tiefschürfende Hilfe mich nie verließ…
Ein Jahr vorher ging es im Schönschriftunterricht
mit Sütterlin los, welche zum Leidwesen des dusseligen Fräulein Lehrerin, mir bereits geläufig war. Ewig total unterfordert, gelang dies vollständig mit Omas Hilfe und der „Häschenschule“.
Während der 3.Klasse kam noch eine weitere Malaise hinzu. Hatte ich bis dahin schon keine Freunde, weil sich niemand mit mir abgeben wollte, wegen der widerlich dummroten Art, meiner Mutter, die staatstragend, als kranke Stalinistin allen ewig im Fressen herummähren musste. Deshalb kam zum permanenten Mobbing fast aller Mitschüler, noch die gleiche Art hinzu, welche mir die Leerkörper zusätzlich angedeihen ließen – darunter Idioten, Dummköpfe und sadistisch veranlagtes Neulehrer-Pack. Zwar entsprechend ideologisch getrimmt, aber in letzter Konsequenz zum allseitig ungebildeten Bodensatz, des neugeschaffenen sozialistischen Schlaraffenlandes der Arbeiter und Bauern gehörten.
Ganz unschuldig war ich an den Reaktionen mancher Lehrer allerdings auch nicht. Als Kind bereits in der Lage, sie oftmals mit meiner Allgemeinbildung auflaufen zulassen, gab es von der anderen Seite natürlich Zunder und von mir weiteres Kontra.
In jenen Tagen verinnerlichte meine Wenigkeit bereits eine simple Art von Eulenspiegelei, die Zeit meines Lebens weitergehend kultiviert wurde. Wer mich entsprechend fair behandelte, demjenigen gebe ich es natürlich entsprechend zurück. In vielen Situationen kann ich heutzutage noch mehr zurückschlagen, sei es bei arrivierten Proletenablegern aller Lebenslagen, ebenso betrifft es respektlose Gutmenschen, Linxwixer, Passgermanen usw.
Über die ersten drei Grundschuljahre wurde mir außerdem ewiges Simulantentum nachgesagt, wegen dauerhafter Rückenschmerzen.
Da tat sich dann der neue Sportlehrer besonders hervor. Jene Pfeife war schließlich mit einer der ersten Pädagochen, welcher endlich der Dreigrammbewegung beitreten durfte, da sich jener Verein, bis dato in reinster SED-Funktionalität, ewig als Partei der Arbeiterklasse verkaufte und deshalb sog. Intelligenzler darin nichts zu suchen hatten.
Mitte des Schuljahres, da befand sich das Muttertier, obwohl sie schon länger, an den Wochenenden in der Nachbarkreisstadt eine Politschulung besuchte, weiß gar nicht mehr, wie der Scheiß genannt wurde. Da hing die Genossin mal wieder in der Hauptstadt auf einem Parteilehrjahr, da schnappte mich Oma und ab ging es zum Kinderarzt, dann zum Orthopäden, der stellte Skoliose fest.
Danach hieß es an den D-Tagen, jahrelang zum orthopädischen Turnen!
Nebenbei darauffolgende Unterrichtsvarianten von zwei Lehrern.
Frau Teichmann, eine strenge Lehrerin, die aber sehr mochte und sie leider nur öfters als Vertretung erleben durfte, schlug Ende der 3. Klasse vor, dass ich testweise die 4. überspringen sollte. Meine Erziehungsberechtigte lehnt den Versuch natürlich vehement ab.
Hinzukam als der Vorgang die Runde machte, wieder etwas hinzu. Zwei Jungs aus der angedachten Klassen, Ali § der Integrand Fischchen, fingen mich öfters ein und dann gab es Prügel, damit ich meine extrem guten Leistung verschlechtern lassen sollte.
Beim Sportlehrer musste ich alle Turnstunden die gesamte Zeit herumhocken, später gab es in der 6. und 7. Klasse oftmals andersartigen zusätzlichen Trouble, weil der Unterricht in den letzten beiden Stunden stattfand. Oftmals ließ ich mir dann etwas einfallen und verbrachte die Zeit dann im Tageskino. Kann mich nicht mehr erinnern, wie oft ich mir damals „Fanfan der Husar“ und „ Ilja Muromez“ einzog.
Ein halbes Jahr später faltete ich dann ein Miststück von Praktikantin zusammen, die mich sehr schmerzhaft drangsalierte und mir dabei fast den Lauscher abriss, sollte auf dem Schulhof eine Zigarettenkippe aufheben und sie im Papierkorb versenken.
– Werde natürlich irgendwann auch noch bei Brecht landen…..





