Archiv für den Tag: 7. Juli 2026

Sonntag mal wieder in der Münchener KUNSTHALLE gewesen

Zum dortigen Thema: HAARE – Dazu olle entsprechende Geschichten meinerseits:
Obwohl ich schon in der Grundschule begann, mich gesellschaftlich zu verweigern und als noch vierzehnjähriger Schüler, kurz nach einer Heimeinweisung, versuchte in den Westen zu abzuhauen und der FDJ nicht beitrat, war ich zwar nicht für die DDR – aber auch nicht durchweg gegen sie.
Dies änderte sich im ersten Lehrjahr auf der Warnow-Werft, als die Stasi begann mich als Spitzel anzubaggern, damals auch als PKO erfasste wurde und man einen Einweisung in den Jugendwerk­hof beantragte. (Aus Schulzeiten – ich war gerade 15 geworden – stammte auch die enge Zusam­menarbeit der Tochter meiner Großeltern mit der STASI, was mir irgendwann mal gesteckt wurde und die Gauck-Behörde bestätigte. Als Einzige besaß sie ein Privileg und kam in meiner Akte im­mer mit Klarnamen und dem Titel Genossin vor.) Den im Sommer 1966 anstehenden Sommerurlaub als Stift in der Warnemünder Werft, verlängerte ich. Ließ mir den Appendix entfernen, streckte die Wundheilung auf viele Wochen, gesundete dann pünktlich Mitte November, anlässlich meines 18ten Geburtstages und schmiss die Lehre.
War aber für mehrere Eventualitäten gut vorbereitet. Es begann damit, dass ein Kumpel mit mitteil­te, dass man mich mit langen Haaren nicht ins Lehrlingswohnheim lassen wollte.
Also landete mein Ausweis erstmalig in der Waschmaschine…
Gab aber auf der Meldestelle Probleme, da ich meinen Wilhelm in alter deutscher Schrift pinseln wollte, was man mir aber schlicht verbot. Machte daraufhin noch einen anderen Terz, weil ich es unverschämt fand, es betraf Fragen, ebenso in anderweitigen behördlichen Schriftstücken wurden sie auch ewig gestellt. Nach Zugehörig in der SS, Wehrmacht, Mitgliedschaft in der NSDAP und anderen Naziorganisationen usw. Fand diese Machenschaften immer Scheiße, schließlich ward ich ein 1948er, noch vor Gründung der „DDR“ geboren.
Mit langen Loden gab es auch noch anderweitige Probleme, z.B. während Zugfahrten nach Ros­ck. Da man die Gegend als Grenzgebiet klassifizierte, stand ewig die Transportpolizei auf der Matte mit ihren permanenten Ausweiskontrollen. Meine Mäcke wurde vorher immer entsprechend bear­beitet und mit Haarklemmen versehen. Darüber kam dann immer meine Baskenmütze. Es gab Leute die anschließend zum Frisör gekarrt wurden, allerdings dufte man in solchen Fällen keine allzu gro­ßen Konflikte provozieren! Da es sehr schnell ging und die Trapo konnten daraus: Widerstand ge­gen die Staatsgewalt drehen. Unter Umständen, wurden dann daraus zwei Totensonntagen in der Braunkohle…
Als ich im Heim auftauchte, kam der Pförtner, ein Kriegsinvalide, den wir alle sehr mochten, mit der Variante und mir das Betreten verbot. Korrekterweise wollte der Mann sich absichern, bekam aber keinen Verantwortlichen ans Rohr. Auf seinen Tipp hin ging´s nochmals quer durch das Nest zum Bahnhof, denn dort befand sich das Amt der Vopos. Die Genossen waren natürlich auch irri­tiert, regelten schließlich alles fernmündlich.
Lud anschließend meine drei Kumpels noch zu einem Abschiedsumtrunk in unsere Stammpinte – die „Tonhalle“.
Dort ergab es sich noch, einen wichtigen Hinweis zu ergattern. Musste am nächsten Morgen, bevor ich auf der Werft meine Kündigung abließ, mir vorher noch auf dem Bahnhof, mit meinen Lehr­lingsunterlagen, eine verbilligte Rückfahrkarte besorgen…
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