Bundesplatz-Kino – Jazz Fest: A New Orleans Story

Bin eigentlich nur halbherzig mit ins Kino gelatscht, war aber dann sehr angetan von dem Streifen.
Obwohl mir der Sound vorkam, als ob eine Ziege in den Melkeimer schiss…
Ist man allerdings von jenem Lichtspielhaus gewohnt, auch nach über zehnjähriger Pause, kam jener lange Kompromiss wieder hoch. Weil mir schon länger Malaisen an meinem Lauschern an­hängen, ist mir doch alles recht wurstig! Wo kann man ansonsten in diesem stinkigen Regierungs­drecknest, immer noch Filme von solcher Handlungsbreite und erhaltenswerter Güte einziehen?
Der Streifen brachte mir kurzfristig viele schon lange vergessenen Stare wieder in Erinnerung. Ne­benher allerdings auch wieder verbunden mit selbigen Flash back, dass Massen von den abgelich­teten Leuten, schon lange nicht mehr einkaufen gehen…
Zwiespältigkeit kam ebenso einher!
Wenn ich daran dachte, das dieser aufgedunsene Saumagenfresser, irgendwann das TEMPODROM wegreißen ließ, um jene potthässliche Kanzlerhütte dort hinstellen zulassen, könnte ich immer noch kotzen!
Was wurde dort für weltweite Kultur angeboten, deren folkloristisches Angebot beinahe grenzenlos schien und dies lange Zeit sogar: Umsonst und Draußen.
Als ich mich technisch emanzipierte und mit 12 Jahren mir den ersten Audion baute, unterwarf ich mich nicht mehr der dauerhaften Kontrolle von Mutti. Dieses Miststück versuchte mich rund um die Uhr, beim Lauschen von Westsendern zu erwischen, was ihr sogar manchmal gelang. Meine Lieb­lingssender wurden Ende 1950 dann der RIAS-Berlin und AFN-Frankfurt, hinzu kamen etwas spä­ter dann noch mehrere Piratenstationen Westeuropas
Einem anderen Hobby hing ich auch noch an, so wurde auf den Empfang von Ostradiosendungen vollkommen verzichtet. Hinzu kam eine Marotte, beginnend im Lehrlingswohnheim und dann auf den Stuben bei der Truppe ebenso. Mit einer sehr spitzen Fahrradspeiche wurden ewig die Lautspre­cher gleichermaßen malträtiert.
Obwohl ich auf sehr viel folkloristische Varianten abfuhr, taten es mir besonders die dunklen Klän­ge an. Welche ab Oktober 1975, in den Coca-Cola-Sektoren, dann Schwärzer als Schwarz sein mussten!
War eigentlich nicht merkwürdig, dass deutsche Rundfunkstationen beider Teilstaaten, sich strikt daran hielten und auf jüdisch/amerikanische Musik verzichteten, besonders auf deren Negerklänge.
Warum wohl?
Was den Blues betraf, gab es bei mir 1970 eine weitere unverhoffte Steigerung. Als mir Mischa zwei Scheiben zum Aufnehmen lieh, die aus dem Fundus von Pannach kamen, Zydeco- und Cajun­klänge, u.a. mit Clifton Chenier und Fernest Arceneaux
Wurden im Film ebenso erwähnt, außerdem fiel mir noch ein, dass ich irgendwann eines Sommers, Arceneaux im TEMPODROM erleben durfte.
Zu ein paar Worten von B. B. King fiel mir auch noch etwas ein. War Mitte der ´80er mit Andy F. im METROPOL keine 200 Leute vor der Bühne. Irgendwann sprang der schwarze Schefff unter das Publikum und wanderte spielend durch die Massen. Kam schließlich auch zu uns, mit sehr lustig aufgeweckten Sehschlitzen machte er sich Luft…
Bestimmt 20 Minuten wanderte B.B. durch die Massen, zum Leidwesen von zwei Knechten, die sich um sein ellenlanges Kabel kümmern musste…
Keine 10 Märker wurde an dem Abend für den Eintritt damals aufgerufen.
Fast die gleiche Summe mussten für Tina Turner in den Tage dort ebenso geblecht werden. Madame ging quer durch die Massen (auch vielleicht 200 Hanseln*INNERINNEN usw. u.ä. anwesend) laut lachend zur Bühne. Verlangte ein Mikro, hockte sich dann auf den Bühnenrand und wollte wissen, was wir hören wollten…

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