Also doch Finale, aber wie!?
Eigentlich hätten die Osmanen den Sieg verdient, so beschissen wie die germanischen Millionäre agierten. Allerdings entspricht ihre Spielweise dem schon länger anhaltenden Zustand unserer Republik. Sich immer irgendwie durchlavieren, mit viel Glück unschlüssig zum Ziel gelangen, unerklärlich wie, aber hinterher Dummschwätzen. Anschließend wird dann jede, noch so peinlich verwonnene Situation, brutal zum Erfolg stilisiert, von Leuten wo man annimmt, die sind in der Lage ein Brot quer zu fressen… Weiterlesen
DAS “STADTMAGAZIN” MIT DEN DREI BUCHSTABEN
Heute war TIP-Tag. Solch merkwürdigen Publikationen beginne ich immer von rückwärts, es sei, dass mich eine tolle Panikmeldung vom Titelblatt anglotzt, bei Tageszeitungen hört es langsam auf – da ich keine mehr regelmäßig lese.
Diese Macke, Presseerzeugnisse hinten zu beginnen, stammt noch aus meinen letzten Schuljahren in der Zone, wegen der beiden Regionalseiten: Veranstaltungen, Sterbeanzeigen, Polizeiberichte und der Schmus von den einheimischen Volkskorrespondenten. Nach vorn hin nahmen immer die Märchenstunden zu, was ich schon als Halbstarker nicht gebrauchen konnte.
Auf der Rückseite die EMpfehlung für ein hochwertiges Lautsprecher System – Aktivboxen. „Geiz ist Geil!“ – für nur 59,- OI. Ohne die für mich interessanten Angaben über max. Belastbarkeit (Musik), oder den Frequenzbereich, dafür von der mir unbekannten Firma „CREATIVE“. Die Schrift soll wohl witzig aussehen, kommt mir aber vor, als ob sie in einer Therapiegruppe von Legasthenikern gestylt wurde. Weiterlesen
DER POLITISCHE WITZ IM OSTEN
Teile des Vorwortes sind von Alexander Drozdzynski – “Der politische Witz im Ostblock”, 1974, Droste Verlag, Düsseldorf – abgekupfert.
“…Es gibt keinen Zirkus ohne Clown. So ein Zirkus wäre langweilig. Ein Clown gehört zum Wesen des Zirkus. Es gibt auch keinen politischen Zirkus ohne politische Clowns. Zwar konnte im Laufe der Geschichte so mancher Alleinherrscher auf Minister und Berater verzichten. Aber Hofnarren hielten sich fast alle, wenigstens einen. Und selbst wenn es keinen Hofnarren gab, so wurde diese Lücke durch Satiriker und Spötter aus dem Volk ausgefüllt, die Witze über den Herrscher im Land verbreiteten. Der politische Witz ist so alt wie die Politik selbst. Das ist eine Binsenwahrheit. Aber man sollte trotzdem hier noch einmal daran erinnern. Der Herrscher als Zielscheibe für Witze, der Herrscher als Spottobjekt – das sind ewige Themen der Politik und der Literatur. Der Spott ist eine gefährliche Waffe gegen die Tyrannei. Er liefert den Herrschenden, den Diktator, seiner ganzen Lächerlichkeit aus. Und darum hassten die Herrscher niemanden mehr als ihre Spötter… Weiterlesen
BEISSENDE, STECHENDE und SAUGENDE BIESTER
Wegen dieser kleinen Lebewesen sind mir die kalten Tage wesentlich lieber, allerdings habe ich mir da auch schon saugendes Viehzeug aufgehuckt.
Ich weiß nicht woran es liegt, entert jemand mit einem Flohcontainer die Kneipe, sofort sind diese respektlosen Vierbeiner in meiner Nähe. Nun kann man bei einem Hundebesitzer (laut Gesetzgeber ist der innige Liebling ein Gegenstand) nicht an sein Gewissen appellieren, da ich diese süßen Tiere nicht verstehen würde, will ich ja auch nicht. Herr Gott, sehe ich denn wie ein Hundeflüsterer aus? Weiterlesen
TACH DER DOITSCHEN EINHEIT
Heute jährt sich zum 55sten mal jener merkwürdige Tag, der den meisten Deutschen sowieso immer kalt an ihrem verlängerten Rücken vorbei ging.
Den Wessi interessierte nur die bezahlte freie Zeit, mit der sich oft ein verlängertes Wochenende rausschinden ließ.
Ossis bemerkten in der Regel nur etwas, wenn sie als Angehörige der Organe ihren verantwortlichen Dienst schoben, bei der Truppe galt dann auch erhöhte Alarmbereitschaft und dies drei Tage lang.
Viele meiner Westberliner Bekannten machten an diesem Tag rüber zum Schoppen oder gingen dort in die relativ leeren Museen.
Damals legten Bonner Politiker schon morgens ihre Betroffenheitslarven an, flogen in die ehemalige Reichshauptstadt, defilierten um die Mittagszeit zu irgendeinem Hinkelstein, fummelten an den Schleifen gestapelter Kränze herum, murmelten anschließend einige nichtssagende Worte und düsten zurück.
In den tiefsten Kalten Kriegszeiten gingen den Angehörigen des sowjetzonalen Ulbricht-Regimes und deren Nachfolger, diese Zeremonie mächtig auf ihre Nüsse. Was dann jeder Transitreisende sofort zu spüren bekam, mit allen seinen entzückenden Schikanen, die jeden Ritt durch den Korridor so angenehm machten.
Gut, das ist alles Schnee von gestern, aber die Larven sind identisch geblieben…
Dabei bedeutet Traditionspflege – Die Flamme erhalten und nicht die Asche anbeten… Weiterlesen
GASTARBEITER: PAN STEFFEN MÖLLER
Böse Zungen behaupten ja, dass man im Bundeshauptdorf täglich bei etwa 1500 Veranstaltungen seine Knete verplempern kann. Wer dieses Gerücht in Umlauf brachte ist mir nicht bekannt, sicher so ein beknackter Statistiker der Senatsverwaltung für „kulturelle“ Angelegenheiten. In der Regel haben Typen ja solche hoch dotierten Jobs, deshalb wird jener auch alle Anzeigen der Tagespresse und den Stadtmagazinen mit unter die Lupe genommen haben, die sich mit Spermatherapien und ihren vielfältigen Variationen der Entspannung befassen. Bei entsprechender finanzieller Investition kommt bei letztgenannter – horizontaler Kultur, gewiss mehr Qualität rüber, als in den anderen Bereichen. Weiterlesen
Viva Polonia
– BELLETRISTISCHES SACHBUCH –
Steffen Möller, VIVA POLONIA, Fischerverlag, Frankfurt 2008
ISBN 978-3-502-15155-5
Dem Text auf der Rückseite habe ich nichts beizufügen.
Tschingis Aitmatow geht seit gestern nicht mehr einkaufen
Gerstern verstarb in Nürnberg Tschingis Aitmatow , nur drei Bücher kannte ich von ihm, “Dshamilja“, “Der weiße Dampfer” (jenes Buch kam mir dann im Westen in die Finger) und “Abschied von Gülsary“. Wobei es mich sehr verwunderte, dass man “Gülsary” auch in der Zone verlegte.
Bo Diddley geht nicht mehr einkaufen
Dank der Nachtsendungen von AfN kam mir der Mann während meiner Kind- und Jugendjahre, als ich begann, mich in der Radiotechnik einzufuchsen, immer mal wieder unter – denn auf deutschen Stationen wurde er kaum gespielt.
Dem nebulösen Herrn sei Dank, dass ich den Schefff später noch auf der Bühne erleben durfte!
Er war ja auch ein Wegbereiter für viele, nicht nur englische Bands, die ihn in ihren Anfangszeiten heftig abkupferten…
Hier etwas zur Erinnerung: Bo Diddley – The Best
Die Sexuelle Notgemeinschaft mit Cami begann 1978…
… und dann im Mai 1979 ging es an die Algarve”
Der Text ist auch nicht redigiert!

