Archiv für den Tag: 10. Mai 2020

Richard Wayne Peniman geht nun auch nicht mehr einkaufen

Is ja een Ding!
– Und alles geschah weit weg von COVID19! Wie konnte dies denn so ohne weiteres geschehen?
Heute kann man sogar den Nachruf vom Tagesspiegel anbieten!
Gerade vor vier Tagen, anlässlich der Löffelabgaben von Flo Schneider, fiel mir doch prompt der Kleine Richard in der Warteliste ein…
Wer mir aus der ollen Garde der Liebste war, kann ich so gar nicht sagen, in der Spitzengruppe lösten sich sämtliche Jungs und die wenigen Mädels immer wieder ab.
Allerdings war mir von Anfang an der pigmentierte Schreihals, zu gewissen Anlässen, immer der Größte! Da das braune und rote Pack, was deren ethisch-moralischen Geisteshaltungen betreffen nähern sie sich fast übereinstimmend der gemeinsamen 100%-Marke an! Und mit keinem anderen Mann waren diese Leute schneller auf die der Palme zubringen, als zu seinem Piano-Stakkato und den dazugehörigen begnadet gellenden Schreien, ob des gekreischten, manchmal jaulend anmutenden Singsang´s von Rock´n´Roll, Boogie, Gospel, Blues und sonst was, dazu die teilweise artistischen Aktionen, wenn er Tasteninstrumente malträtierte, waren schon einmalig!
Nicht zu vergessen jene Tatsache, dass man in ihm, unbedingt einen frühzeitigen Katalysator für alle menschlichen Rassen auf UNSERER ERDENSCHEIBE sehen muss, was das verbindende jugendliche Feeling betraf, auch über sonst unbezwingbare Landesgrenzen hinaus dazu beitrug, dem weltweit anzutreffenden, ideologisch zementierten faschistoiden Frohsinn, ad absurdum zu führen…
Danke old Ben!
Ich weiß noch, in meiner letzten Schulklasse kam plötzlich sein Bama Lama Bama Loo (Ein sehr tiefgründiger Text! Hi, hi! Aber seine Darbietung !) heraus. Es setzte danach eigentlich alle seine vorherigen Stücke, etwas hinten an. Eins meiner Lieblingsstücke war allerdings Greenwood Mississippi, dies hatte folgenden Grund, denn da ging es nicht ausschließlich um den Gesang! Im Kellertanzraum der WG, gab es UV-Licht, eine Stroboskope und eine recht vernünftige sechs-kanalige Lichtorgel. Die bei Greenwood, sehr sensibel eingestellt, unwahrscheinlich witzig reagierte, wenn dazu auch noch das Stobo blitzte und wir zu den Klängen bekifft Tischtennis spielten…
Die entsprechende jeweils anderthalbstündige Mucke bestand aus den dreckigsten Rhythmen von Soul, Funk, afrikanischen Percussionsklängen, Piano&Saxophon-Rock-n-Roll, Balkan-Speed-Folk-Rock, ganz schrägen Mariachi- und Tejano-Klängen, zu Entspannungsphasen zwischendurch die übelsten indigenen Schnulzen aus Mittelamerika…
Irgend solch Tonband müsste eigentlich noch hier sein, allerdings wird von der AKAI-Maschine mittlerweile der Antriebsriemen seine Geist aufgegeben haben.
Schon witzig, King L. R. und viele andere, die bereits lange schon die Radieschen von unten betrachten, haben mich, so lange ich denken kann, mein ganzes Leben begleitet.
Je mehr Ärger ich mir durch den unwiderstehlichen Drang zu dieser westlich/dekadenten Lebensfreude einhandelte, desto verstockter wurde ich gegen das Pack, die es alle nur gut mit mir meinten.
Allerdings gab es auch fischstinkede gleichaltrige Flachzangen in meiner Umgebung, wenn ich da nur an den abgebrochenen Intrigenschmied denke, der pausenlos irrwitzige Sachen konstruierte, damit ich nicht ewig im Schallplattenklub auftauchte. Sein niedrigster Beweggrund bestand darin, weil ich keine Platten besaß, hätte ich dort auch nichts zu suchen gehabt…
Mir fällt noch etwas zu dem erlauchten Kreis ein.
Gesoffen hat ja die ganze Runde, allerdings gehörte ich aber nicht zu den großen Machern, die oftmals im Vollsuff ihre Freundinnen und später ihre Frauen, als Punchingbälle benutzten!
Allerdings konnte ich mir in den noch vorhandenen 14 fetten Jahren, bis zum Mauerfall, im Gegensatz zu diesen erbärmlichen Kleingeistern, so manchen großen Meister noch Live anhören, zu den vielen Pianogrößen gehörte halt auch, der nun verblichene!
Bin mir nicht ganz sicher, er ist wohl der Mann, in dessen Songs die meisten ganz unterschiedlichen Mädels angehimmelt werden, dabei war er aber vom andern Stern…