Archiv für den Tag: 18. August 2026

Aus der SCHÜLERZEITUNG: Gebrauchtwaren-Kaufhaus in Berlin – Eine Warenwelt, die gefällt

Mit dem Niedergang der Kaufhäuser geht auch eine Einkaufskultur zu Ende.
In Berlin gibt es einen Ersatz, der ankommt: die NochMall.
Eine Hommage…
Was Traudelchen da anfänglich abließ, damit kann ich wirklich nüscht anfangen…
Solch merkwürdige Eingebung hatte ich bereits als Kind nicht, was absolut nichts damit zu tun hat, dass mich Meister Adebar irrtümlich in der Zone entsorgte, in Sangerhausen/Südharz, am Arsch der Welt, im südlichsten Zipfel von Sachsen-Anhalt.

►Dazu eine kurze abgewandelte Erklärung, die da ausdrückte, was mal jemand über seine Heimat­stadt abließ: Wien sei halb so groß, wie der Zentralfriedhof von Chicago, aber doppelt so tot!
Nur doppelt so tot, würde meiner Geburtsstadt nicht im Entferntesten gerecht werden…
Ein anderer Kumpel brachte es anders auf den Punkt, mit einer abgewandelten Zuchthauserkennt­nis: Kennt ihr den Ort, wo die Sonne nie lacht? Wo man aus Menschen Idioten macht, wo man verlernt Anstand und Tugend? Dies ist Sangerhausen, das Grab meiner Jugend!
Vollendet ging es damit anlässlich meiner Jugendweihe richtig los, die Mutter hatte in einen Beklei­dungs-KONSUM (Kauft Ohne Nachdenken Schnell Unsern Mist) lange vorher eine Klamotte bestellt. Wegen der Warenstreuung wurde mir Himmelangst, dass noch andere in der Klasse, im entspre­chenden Schick auftauchen würden. Großmutter beruhigte mich daraufhin, sie hatte bereits etwas angeleiert, da sie zufällig die gleichen Bedenken hegte! Ein Anruf in Halle, bei ihrer langjährigen Freundin aus jungen Jahren und alles lief nicht im sozialistischen Gang!
Indem Zusammenhang lief ich jener sehr sympathischen Dame mal wieder über den Weg. Sie ver­fügte über unendliche Beziehungen, obwohl ihr das Geschäft der Vorfahren nicht mehr gehörte, die größte Papeterie in der Großen Ullrichstraße im Zentrum, aber die Bolschewiken gestatteten ihr großzügig, mit der ganz alten Bezeichnung ihres Ladens, weiterhin zu kokettieren…
Wegen dieses Einsatzes wurde ich natürlich stolz wie ein Spanier. Denn eigentlich war mir diese Geschäftsfrau nur dadurch etwas näher bekannt, Weil Oma zum Jahresende immer mehrere kleine Abreißkalender abstaubte. Was ihrer Tochter absolut nicht gefiel, da neben den kirchlichen Feierta­gen, lediglich der 1. Mai noch farbig hervorgehoben wurde!
Zu dem Datumsanzeiger gehörte noch eine tägliche Zeremonie. Wechselseitig erklimmten mein Schwester und ich täglich einen Stuhl, rissen dann das Blatt vom Vortag ab und übergaben es dem Opa. Der warf einen Blick drauf und rezitierte dann sehr oft anspruchsvolle Sprüche von der Rück­seite, so wurde aus mir ein lebenslanger Zitaterich. Wobei mir so mancher verinnerlichte Mehrzeiler öfters mal ein Satz warme Ohren einbrachte, als prompte Antwort auf bestimmte Sachverhalte, mei­ne damit besonders selbiges bedeutungsvolles Kontra: Wessen Geist nicht blitzt, dessen Stimme donnert!
Ein gesamtes Leben lang, erwies sich eine andere Erkenntnis immer wieder besonders hilfreich, als entsprechende Reaktion aus dem Rudel heraus – Leichte Arbeit im Hafen, erspart dir schwere Arbeit auf hoher See!
Eigentlich beinhaltete der Einkauf anschließenden keine nachhaltigen Begehrlichkeiten, doch ging alles einher mit einer ganz neuen Erfahrung, welche sich aber auch niemals wiederholte. Es handel­te sich um ewige Begrüßungszeremonien in dem Kaufhaus am Markt, egal auf welcher Etage wir auftauchten…
Wenige Jahre später, nutzte ich die ehemalige Bekanntschaft sehr gekonnt aus, zu der Zeit als Be­reitschaftsbulle. Mit einem Freund, in ähnlicher Montur, hatten wir in einer exquisiten Fresskneipe telefonisch, aber unbedarft einen Tisch geordert. Waren an jenen späten Nachmittag mit zwei recht tugendhaften Käthen verabredet. Als mein Spezi endlich registrierte wo uns der georderte Platz er­wartete, wurde er recht sauer, meine Beschwichtigung prallten an ihm ab. Allerdings ging er auf eine Geschäft mit mir ein, wenn wir problemlos reinkämen, sollte er die gesamte Zeche bezahlen…
Uns beiden war nämlich bekannt, an der Eingangstür hing ein Zettel, auf dem daraufhin gewiesen wurde, es sich um eine Restaurant gehobenerer Qualität handeln würde und deshalb Soldaten in Uniform unerwünscht seien.
Kaum im Raum, empfing uns hastig ein Servierfläz, den unsere Tischbestellung absolut nicht inter­essierte, alles verbunden mit der Aufforderung, sofort unauffällig zu verschwinden.
Dann erfolgte mein Auftritt, in dem ich freundlich bestimmt den Gaststättenleiter verlangte.
Bekam dann auf meinen Einwand, keine Erwiderung, aber eine kurze Frage an seinen Knecht, da­raufhin lediglich die Offerte ihm sofort zu folgen…
Hatte mit erfolgreichen Unverständnis dem Scheffchen mitgeteilt, dass ich sogar noch als Halbstar­ker, mit meiner Tante, Frau K., früher öfters hier zum Speisen eingekehrt bin.
Kurz etwas zum besagten Reinickendorfer Kaufhaus…

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