Muss hier wieder den Schrieb aus MOTTENPOST heranziehen…
Noch etwas erklärendes dazu, es betrifft meine unstillbarer Wissensdurst, den ich Hilfe von Großvaters weitläufiger Bibliothek und mit seiner Unterstützung, versuchte in den Griff zubekommen. Dies begann bereits Ende der 4. Klasse, mit Leo Tolstoi – „Die Auferstehung“, weil ich mir darüber hinaus endlich Gotische Frakturschrift eintrichtern wollte. Ein Jahr vorher ging es im Schönschriftunterricht
mit Sütterlin los, welche zum Leidwesen des dusseligen Fräulein Lehrerin, mir bereits geläufig war. Ewig total unterfordert, gelang es vollständig mit Omas Hilfe und der „Häschenschule“.
Während der 3.Klasse kam noch eine weitere Malaise hinzu, hatte ich bis dahin schon keine Freunde, da sich niemand mit mir abgeben wollte, wegen der widerlichen dummroten Art, meiner Mutter, die als kranke Stalinistin allen ewig im Fressen herummähren musste. Kam zum permanenten Mobbing fast aller Mitschüler, noch die gleiche Art hinzu, welche mir die Leerkörper zusätzlich angedeihen ließen – Idioten, Dummköpfe und sadistisch veranlagtes Pack…
Über drei Jahre wurde mir außerdem ewiges Simulantentum nachgesagt, wegen dauerhafter Rückenschmerzen.
Da tat sich dann der neue Sportlehrer besonders hervor. Jene Pfeife war schließlich mit einer der ersten Pädagochen, welcher endlich der Dreigrammbewegung beitreten durfte, da sich jener Verein, bis dato in reinster SED-Funktionalität, ewig als Partei der Arbeiter und Bauern verkaufte und deshalb sog. Intelligenzler darin nichts zu suchen hatten.
Mitte des Schuljahres, da befand sich das Muttertier, obwohl sie schon länger, an den Wochenenden in der Nachbarkreisstadt eine Politschulung betrieb, weiß gar nicht mehr, wie der Scheiß genannt wurde.
Zufällig war die Genossin dann mal wieder in der Hauptstadt auf einem Parteilehrjahr, da schnappte mich die Oma und ab ging es zum Kinderarzt, dann zum Orthopäden, der stellte Skoliose fest.
Danach hieß es an den D-Tagen, jahrelang zum orthopädischen Turnen!
Nebenbei darauffolgende Unterrichtsvarianten von zwei Lehrern.
Frau Teichmann, eine strenge Lehrerin, die aber sehr mochte und sie leider nur öfters als Vertretung erleben durfte, schlug Ende der 3. Klasse vor, dass ich testweise die 4. überspringen sollte. Meine Erziehungsberechtigte lehnt den Versuch natürlich prompt ab.
Hinzukam als der Vorgang die Runde machte, wieder etwas hinzu. Zwei Jungs aus der angedachten Klassen, Ali § der Integrand Fischchen, fingen mich öfters ein und dann gab es Prügel, damit ich meine extrem guten Leistung verschlechtern lassen sollte.
Beim Sportlehrer musste ich die gesamten Turnstunden die gesamte Zeit herumhocken, später gab es in der 6. und 7. Klasse oftmals andersartigen zusätzlichen Trouble, weil der Unterricht in den letzten beiden Stunden stattfand. Oftmals ließ ich mir dann etwas einfallen und verbrachte die Zeit dann im Tageskino. Kann mich nicht mehr erinnern, wie oft ich mir damals „Fanfan der Husar“ und „ Ilja Muromez“ einzog.
Ein halbes Jahr später faltete ich dann ein Miststück von Praktikantin zusammen, die mich sehr schmerzhaft drangsalierte und mir dabei fast den Lauscher abriss, sollte auf dem Schulhof eine Zigarettenkippe aufheben und sie im Papierkorb versenken.
– Werde natürlich irgendwann auch noch bei Brecht landen…..
