– Ilse Aigner soll Bundespräsidentin werden: Eine späte, aber richtige Entscheidung für eine bayerische Brückenbauerin
– Der Prozess in der Union war kein Ruhmesblatt. Die Entscheidung selbst ist richtig. Denn sie bringt etwas mit, was eher Mangelware im politischen Betrieb ist.

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– Ilse Aigner soll es also werden. Dann doch. Noch bewegt sich das Ganze in einer Art inoffiziell offiziellem Status und das sagt viel über den Prozess hin zur Kandidatin Aigner. Und es ist notwendig, hier zwischen der Entscheidungsfindung und der Entscheidung selbst zu unterscheiden.
– Die Findung ist kein kommunikatives Ruhmesblatt. Vor allem für den, der es in erster Linie zu verantworten hat, nicht: Friedrich Merz. Der Kanzler und CDU-Chef hat es zu lange laufen gelassen. Er hatte offensichtlich selbst keine Idee für eine durchsetzbare CDU-Kandidatin. Und für seine Partei ist das auch ein schwieriges Signal, wenn ihr Vorsitzender offenbar keine wirklich überzeugende Kandidatin in den eigenen Reihen gefunden hat, die auch beim Koalitionspartner vermittelbar gewesen wäre. Merz wirkt daher in dem gesamten Prozess wie ein Getriebener.
– Und gepusht hat sein bayerischer Kollege Markus Söder. Söder, man muss es einfach sagen, agierte hier beherzter, klüger und erfolgreicher.
– Seit 2004 ist Christian Tretbar beim Tagesspiegel. Erst als Reporter für den Sport, dann als Volontär. Anschließend hat er im Parlamentsbüro über innenpolitische Themen berichtet. Seit vielen Jahren kümmert er sich um die Digitalisierung des Tagesspiegels zunächst als Chefredakteur Online und Mitglied der Chefredaktion. Seit 2021 ist er zusammen mit Lorenz Maroldt Chefredakteur des Tagesspiegel.
– Christian Tretbar Christian Tretbar ist Chefredakteur des Tagesspiegels. Er hält die Entscheidung für Aigner für richtig, weil sie eine Brückenbauerin werden kann.
– Aber wie so oft dürften die Motive für den CSU-Chef divers sein. Ja, er kennt Aigner lange und weiß deshalb auch um ihre Qualitäten. Aber Aigner ist auch eine langjährige Rivalin in der eigenen Partei. Eine, die er nun elegant loswird. Es dürfte ihm auch eine diebische Freude bereitet haben, wie er die Schwesterpartei und vor allem ihren Vorsitzenden düpiert hat.
– Ilse Aigner ist keine Heilsbringerin, aber sie kann Brücken bauen
– Gleichzeitig ist die Entscheidung für ihn nicht ohne Risiko. Einerseits, weil sich damit für ihn selbst vorerst die Tür ins Kanzleramt schließt. Denn zwei hochrangige Posten mit CSU-Besetzung gleichzeitig, das wäre für Berlin zu viel. Und andererseits muss er mit einer Retourkutsche der CDU rechnen, auf ganz anderem Feld, zu anderem Zeitpunkt. Aber das Gedächtnis der Christdemokraten ist intakt.
– Betrachtet man aber die Entscheidung selbst, muss man sagen: Ilse Aigner ist die richtige. Die Bayerin ist für den Zustand des Landes eine gute Wahl. Deutschland ist inmitten großer geopolitischer, technologischer und wirtschaftlicher Umbrüche auf der Suche nach sich selbst. Gespalten zwischen starken politischen Rändern, rechts wie links und einer Mitte der Gesellschaft, die etwas verzagt ist angesichts der Kräfte, die vom Rand her an ihr ziehen.
– Ilse Aigner ist keine Heilsbringerin, die das alleine kitten kann. Das wäre für jede Person und jedes Amt viel zu groß. Aber sie ist ein Mensch, der mit Erfahrung, Empathie, Nähe und gleichzeitig klarer Haltung Brücken bauen kann. Sie ist keine Akademikerin, vielleicht auch keine für das große pathetische Wort, aber eine, die im Leben steht, das Leben kennt. Und da findet man möglicherweise die klareren Botschaften.
– Aigner greift auf einen Erfahrungsschatz in der Politik zurück, der wichtig werden kann
– Sie kann aus der Erfahrung unterschiedlicher Welten schöpfen: Als Radio- und Fernsehtechnikerin kennt sie das Handwerk, den Mittelstand. Es sind nicht die akademischen Weihen und Höhen, die sie ausmachen. Es ist das Erdverbundene, das aber nicht plump oder piefig ist.
– Als Politikerin kennt sie das Geschäft in und auswendig von verschiedenen Ebenen: Kreistag, Landtag, Bundestag, Ministerien. Ihre bisherigen Rollen sind so vielfältig, dass sie auf einen breiten Erfahrungsschatz zurückgreifen kann. Sie ist bestens vernetzt, in München wie in Berlin, mit guten Drähten zu SPD und Grünen.
– Diese politische Erfahrung ist wichtig und kann ihr helfen, sollten doch staatspolitische Krisenzeiten auf sie als Bundespräsidentin zukommen. Schließlich ist das Amt in solchen Zeiten besonders wichtig. Eine Juristin ist sie nicht, was einige angesichts der Gefahr von links und rechts gerne gesehen hätten. Aber an dieser Expertise mangelt es im politischen Betrieb nicht, da wird sie Rat finden. Wenn eine Bundespräsidentin um Rat fragt, bekommt sie ihn.
– Vielleicht ist es daher noch wichtiger, dass sie durch ihre nahbare, authentische Art vielleicht viel dazu beitragen kann, dass es zu dieser staatspolitischen Krise gar nicht erst kommt. Sie kann die Gräben nicht alleine zuschütten, aber sie ist in der Lage, dafür zu sorgen, dass sie zumindest nicht weiter vertieft werden. Es wäre ein großer Erfolg.
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– Das Amt der Bundespräsidentin kann alles sein: bedeutungslos oder bedeutungsschwer. Es kommt auf die Inhaberin selbst an, was sie daraus macht. Und die Umstände, die auf das Amt zukommen. Ihr ist aber zuzutrauen, dass sie es weder schwer noch zu leicht macht. Sie kann den Ton treffen, der in der Mitte der Gesellschaft einen Widerhall findet. Es wäre ihr und uns allen zu wünschen.
Weiß wiedermal nicht, wie diese Aignerei interpretieren soll. Dabei hat Madame ja den Job noch nicht und schon bedankt sie sich ewig mit gelungener Kratzfüßelei bei ihrem Schefffchen. Dafür taucht aber das Kanzler mit seltsamer Tarnung überall ab.
Welchen Hintergrund soll man eigentlich dem Ilschen anhängen?
Einen Migrationshintergrund, weil sie als alteingesessene Angehörige des zänkischen Bergvolkes nördlich der Alpen, sich nun in preußischen Gefilden schaffen darf. Anbei ergehen sich ja massenhaft vermeintliche Politbarden*INNERINNEN u.ä. vom Stamm sog. Demokraten*INNERINNEN u.ä. sehr tiefgründig der komischen Überzeugung hin, dass man endlich einem hiesigen Geschöpf, mit nachweislichen Menstruationshintergrund diesen Job offerieren sollte!
Ein vollkommen sinnloser Versuch, hat doch diese Christsozilistische Genossin lediglich den Auftrag, optimal eingebunden in der Münchener Seilschaft,weitläufiger für sämtliche Untertanen entsprechend herumzuwuseln…
Wobei sich mir wieder Brechreiz anmeldete, weil ich das Abo der NZZ nicht verlängert habe.
Trotzden etwas aus dem eidgenössischen Druckwerk.


⸨Während ich deren Körpersprache und Physiognomie registriere wird immer schlecht. Allerdings würde es mir bei einer Doppelspitze von Philipp Merkel und Angela Amthor niemals passieren!☺⸩
