Sogar aus seinen eigenen Reihen munkelt man, dass der Neue eins viel hat – wenig Ah- nung. Nun stelle ich mir gerade vor, wie Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Wilhelm Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg die Milliarden von Euerchen verteilt. Auf einem Kölner Prunkwagen hockend, versehen mit Narrenkappe und roter Pappnase immer rin in die Vollen und schon fliegen die Scheinchen, wie sonst Kamellen in die Massen. Im Hintergrund Ananas als Kasper, der ihn dabei fürchterlich abwatscht und singt: „In einem halben Jahr bin ich Vizekanzler, nach einem Frontenwechsel – Gregor Gysi wieder Wirtschaftsminister, Hella Kemper meine neue Scheffffin, Peter Sodann Bundesdösi und K.-Theo… landet weich in Brüssel.“
ADAM TELLMEISTER
Seine stille, fast unscheinbare Installation findet man in der Immanuelkirchstrasse 21, Ecke Prenzlauer – Parterre rechts
Geöffnet: Montag bis Freitag – 12 bis 19 Uhr
Politische Finissage – 26. Februar 2009 – 20:00 Uhr
Pressekontakt: heike@moja-berlin.com
Im dortigen Darkroom läuft außerdem ein witziger 8-Minuten-Videoschnippsel von, mit, über die Tells – ohne die Schillersche Fälschung
Adam lief ich Anfang ´90 das erste Mal über den Weg – als er relativ frisch, als Schweizer Wehrdienstverweigerer, illegal im Prenzlgebirge mit der Tochter einer Bekannten zusam- menlebte und in der Zone politisches Asyl beantragen wollte. Da verstand ich die Welt nicht mehr. Weiterlesen
DIE SUPPE LÜGT – H.-U. Grimm
Es ist faszinierend wie schnell sich partielle Verdrängungsmechanismen einstellen können. Fängt beim Rauchen an, auch wenn da tausendfach auf den Schachteln steht: „Beim Rauchen können sich schmerzhafte Dauererektionen einstellen”, oder: „Rauchen kann zur Nymphomanie führen”. Es interessiert einfach niemanden. Ähnlich verhält es sich bei übermäßiger Fresserei. Dort kommt etwas viel schlimmeres hinzu, keine Sau ist begierig zu erfahren, was sich alles in dem Scheiß befindet, was er, sie, es in sich hineinstopfen, in fester oder flüssiger Konsistenz. Da könnte auf jeder Verpackung draufstehen: „Wenn sie diese Mengen weiter fressen, wachsen Ihnen demnächst ihre Augen zu”, oder: „Achtung! In drei Monaten haben Sie einen Arsch wie ein Drei-Taler-Gaul!” Siehe als Warnung, die rückseitige Ansicht von Frau Kanzler, wenn sie von dannen watschelt! Weiterlesen
und tschüssss
Die Sterne meinen, als Nachfolger von MG wird Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Wilhelm Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg gehandelt.
Sein Hang zum Militär, zur Politik und den Paragraphen wurde KTMNJJPWFJS vererbt. Generationen seiner Sippe, konservativ bis auf die Knochen, hingen an den Schalthebeln der Macht und schlitterten so durch die Systeme.
Aalglatt als Politsonnyboy, ist es keine Frage, dass er es als Dr. jur. auch in der Wirtschaft probieren darf. Das feine Gespinst der Seilschaften wird ihm dabei als Trampolin dienen…
Man kann nur hoffen, dass K-TFvuzG in der jetzigen ökonomischen Situation recht schnell ins Straucheln gerät, wegen der anstehenden Wahlen in diesem Jahr…
dpa – Uni-Putzdienst wirft Echsen-Exkremente weg
Diese Meldung aus UK stinkt nach einem Hoax.
Verhängnisvoller Ordnungseifer: Der Putzdienst der Universität Leeds hat eine einzigar- tige Sammlung von Echsen-Exkrementen entsorgt und damit die Forschungsarbeit eines Wissenschaftlers zerstört.
Jahrelang hatte der Student Daniel Bennett eine seltene Waran-Art auf den Philippinen für seine Doktorarbeit untersucht. Dafür trug er eine Reihe von Kot-Proben zusammen, die er in der Universität gelagert hatte. Nun hat eine Putzkolonne beim Reinigen seines Labors die 35 Kilo schwere Tasche mit den Exkrementen weggeworfen, wie Daniels der Zeitschrift “Times Higher Education” erzählte. Uni-Putzdienst wirft Echsen-Exkremente weg
“Für manche Leute mag das nur eine Tasche mit Echsen-Exkrementen gewesen sein. Für mich waren es sieben Jahre harter Arbeit”, sagte Daniels. Er kündigte ein juristisches Nachspiel an. Der Verlust werde sein Leben für immer verändern. Die Hochschule der nordenglischen Stadt teilte am Freitag mit, sie habe sich bei dem Studenten entschuldigt. Zudem wies sie darauf hin, dass die Tasche nicht gekennzeichnet gewesen sei. Von rechtlichen Schritten des Forschers sei noch nichts bekannt. Weiterlesen
Micha Glos, Witschaftsminister fast a.D.
Da kam heute in den Nachrichten, dass Michi Glos nicht mehr kann, oder will, aber er darf nicht. Diese Anweisung zum Durchalten kam dazu aus München. Wieso eigentlich? Warum hält MG denn nicht den direkten Dienstweg ein, wenn er seinen Job an den Nagel hängen will? Ich dachte immer seine Schefffffin ist Angela und die hockt doch in Berlin.
Was nebenbei alles raus kam. Eigentlich hing er Edmund nur an den Hacken. War es vielleicht so? „Ähh, Bub, i goa jetzt zu die Saupreißen, ähh, die Lutheranischen und du kimmst mit, ähh. Ürgendwoas wern wir für di schoa finda! Ähh. Büst ja a g´standenes Handwerkskerlchen, i find woas.“
Vielleicht wollte er ja auch nur mal etwas weiter weg von seiner Kornquetscherei in Prichsenstadt. Lust auf Berlin schien ihm abzugehen, auch der Trieb für einen Job dort oben. Edmund regelte alles und kitzelte aus ihm die Lust heraus, es für einige Jahre als Probierpolitiker zu versuchen. Weiterlesen
BERLIN – Kümmerlich, impotent und mistig
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Eigentlich sollte hier etwas über eine kleine Ausstellung von Adam Tellmeister stehen, ich hatte aber meinen Finger nicht vollständig aus dem Arsch bekommen –
Der Alex hat sich schon lange zu einem Abklatsch der ökonomischen Situation unseres Planeten verwandelt.
Ihn provinziell zu nennen, käme einer Verehrung gleich, auch die dortigen Konsumtempel werten ihn nicht auf. Walter Womackas „Nuttenbrosche”, vor wenigen Jahren aufgepeppt, gleicht einem riesigen Müllbehälter, aber im Hintergrund strahlt „Kaufhof”.
Wesentlich attraktiver als das ehemalige „Centumwarenhaus” erscheint er trotzdem nicht, obwohl jemand mit Millionen versuchte aus einer Flunder einen Zierfisch zu kreieren. Cheep & Awful daneben präsentiert sich nicht viel besser. Weiterlesen
“Hosea 8, Vers 7”
Da es sich bei mir vermutlich um das Produkt einer sinnlos verbrachten Tanzpause zweier Neobolschewiken handelte, angerührt im Jahre des Herrn 1948, ergab sich als logische Schlussfolgerung, dass weitere Leben fristete ich als Heidenkind. Was meine Bibelfestigkeit anging, deshalb nur mit wagen Erkenntnissen als Selfmademan aufwarten konnte, allerdings mit vielen sehr wichtigen Episoden und den damit verbundenen Sprüchen. Geprägt durch eine mitteleuropäische Sozialisation im Allgemeinen und der zonenspezifischen im Besonderen, klingelten irgendwann mal folgende Worte in meinen Ohren: Da lautet doch das erste Gebot Gottes: „Ich bin der Herr, Dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.“
Was aber mit denen über und unter mir? Also mussten doch tausende von Göttern existieren, oder nicht? Infolgedessen suchte ich mir für entscheidende Lebenslagen immer wieder entsprechende Götter und Apostel selbst aus.
Flatulus, das ist z.B. ein göttlicher Geselle, taucht er mal auf, dann ist er nicht nur neben einem, der macht sich schlicht überall breit. Was außerdem jeder der noch Herr, oder Frau seiner sieben Sinne ist, registrieren kann…
Und dann erst meine Apostel, Johannes der Säufer, oder jener Herr Paulus der mit Leuten in einer ganz bestimmten griechischen Provinz korrespondierte. Er schrieb damals an die Korinther: “Saufts wie die Bürstenbinder!” Weiterlesen
Dummheit muss bestraft werden
Es begann damit, dass ich bei Nieselregen auf dem Drahtesel anfing im Kiez nach einer Zeiteisenreparaturwerkstatt Ausschau zuhalten. Den Herrn Uhrenapotheker gleich um die Ecke zog ich bewusst nicht in Betracht, denn es müsste doch genügen, einmal über den Löffel balbiert zu werden.
Vor Jahren offenbarte meine schöne, chinesische Taschenuhr nur noch zweimal am Tag die korrekte Zeit. Um zu erkunden was für einen Stromspeicher sie enthielt, musste ich sie aufbekommen, dazu war ich aber zu blöde. Also hin zu diesem Uhrenklempner, fragte ihn, wie viel Millionen er für Öffnung und die einzusetzende Batterie aufrief. Reinschauen wäre eine Serviceleistung und verschwand, setzte vor meinen Augen diesen kleinen Brösel ein, beim Zuklippen nannte er einen Preis, den jeder Loddel als Anzahlung für seine Rolex hinlegen würde. Nach meinem Widerspruch erließ er eine Mark und ich Idiot ging darauf ein. Später stellte sich heraus, in „Rudis Resteboutique“ hätte man ad hoc vier Knopfzellen dafür erhalten.
Zu guter Letzt, gab dieser Chronometer wenige Tage später seinen Geist auf… Weiterlesen
ELVIS – the PELVIS (II)
Zu Beginn meines 9. Schuljahres tauchte der zwei Jahre jüngere Aggi, aus Halle, im Heim auf. Seine Mutti war zu zwei Totensonntage hinter Schwedischen Gardinen verdonnert worden. Es handelte sich dabei um eine exemplarische Bestrafung, diese Nase hatte auf ihrer Arbeitsstelle, im Kaufhaus, nebenbei Nahtlose von ihrem Ex aus dem Westen, als Bückware verkauft. Hinzu kam, dass sie öfters im Dunstkreis der Freundschaftskanne auftauchte. Kanne, der Hallenser Begriff für eine kleinbürgerliche Gang, die sich Anfang der 50er noch am Theater der Freundschaft traf. Später, als auch im Osten die Motorisierung begann, hingen Männlein und Weiblein, wegen fehlender Parkplätze im Zentrum, etwas abgelegener, an der Moritzburg herum. Außer den Motorrädern aus sozialistischen Produktionsstätten, mehrheitlich 350er Javas aus dem Tschechland, provozierte natürlich das Outfit. Die Jungs in Nietenhosen, Elvistolle und Lederjacken. Wobei so manches dieser Offizierskleidungsstücke, von Papa aus seiner Zeit bei der SS, der Deutschen Wehrmacht oder Luftwaffe stammte – Klasse Qualität und zeitloser Schnitt.
(Auch ich besaß Anfang der 70er eine Joppe höchster Güte, aus den 20ern. Allerdings sehr dickes Leder, schwer, steif und ohne Reißverschluss, dafür mit vier großen Taschen versehen – vom Rotfrontkämpferbund.)
( – NACHTRAG – Muss dazu noch eine Ergänzung einschieben! Eigentlich entsprang der Besitz dieser Rotfrontjoppe einem recht merkwürdigen Tausch. Öfters besorgte ich mir in einem Eislebner Trödelladen Schellackplatten und warf nebenbei ewig Blicke auf alte Klamotten, die dann umgestaltet wurden. War nebenher auch scharf auf eine Lederjacke. Irgendwann meinte der Schefff , „ich habe etwas für dich, musst es dir aber entsprechend umarbeiten! Für 10 Mark überlasse ich dir ein schweres Lederteil.“ Ging nach hinten und stellte dann einen Mantel vor mich hin. Jener Kerl, der ihn früher Trug, musste ein Hüne gewesen sein. Zog den Mantel über, der war an den Schultern zu breit und nach unten fehlten zwei oder drei Zentimeter zum Boden hin. Grinsend kam, „10 Eier sind geschenkt, muss aber dazu sagen, es handelt sich um einen Gestapomantel!“
Nahm ihn trotzdem mit, in der Hoffnung, ihn entsprechend abzuändern. Was sich hinterher, bei dem dicken Leder, als fast nicht machbar herausstellte, wäre nur mit einem riesigen Aufwand möglich gewesen. Trug ihn, zumindest im Dorf, nur zweimal. Wegen meiner Jesuslatschen schlug mir der untere Rand die Fersen wund. Wenige Tage darauf, sprach mich ein Arbeitskollege an, weshalb ich das Teil nicht mehr tragen würde und gab ihm die entsprechende Begründung. Da schlug er mir einen Tausch gegen eine Rotfrontkämpferjacke vor, auf den ich natürlich flugs einging. Kaum drei Jahre später wechselte die Joppe, gegen zwei Flaschen Schluck, den Besitzer…)
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