Archiv für den Tag: 21. September 2010

„Charakter – Worauf es bei der Bildung wirklich ankommt“

Liebe Leserinnen und Leser,
die ausgezeichnete TV-Moderatorin Petra Gerster und ihr Ehemann, der Journalist und Autor, Christian Nürnberger präsentieren morgen Abend ihr Buch „Charakter – Worauf es bei der Bildung wirklich ankommt“. Durch den Abend begleitet Sie Ernst Elitz, ehemaliger Intendant des Deutschlandradio. Sie sind herzlich eingeladen, am Dienstag, 21. September, 19 Uhr, im Veranstaltungssaal des Berliner Verlages, Karl-Liebknechtstr. 29. Der Eintritt ist frei.

Eigentlich mochte ich noch nie öffentliche Lesungen…
Bevor es los ging, quoll affenscharfer Blues aus den Boxen. Leider bekam der Tonknecht seinen Job den ganzen Abend nicht richtig in den Griff, er musste ewig nachregeln.
Was mir vom Autor auf die Senkel ging, sein Beispiel aus der Kickerszene…
… und aus welchem Selbstverständnis heraus, ist es überhaupt moralisch zulässig, Ghandi und Stauffenberg in einem Atemzug zu nennen?
Öfters erlebt man ja dieses Abtauchen in die Antike, warum immer wieder Anleihen bei den mausetoten Hellenen (Es genügt doch eigentlich, wenn sich weltweit katholischen Funktionäre an gewissen Lebensformen von anno tobac ergötzten) getätigt werden, will mir nie in die Birne, zumal es sich um einen schweinischen Sklavenstaat handelte. Ein paar obere Zehntausend ließen es sich auf Kosten der Masse recht gut ergehen, eigentlich wie heute.
(Nun soll keiner versuchen mit Sozialneid zu unterstellen! Diese Untugend ist ein Erziehungsprodukt und in meiner Kindheit musste ich auf nichts verzichten. Bestimmte Boni aus den Anfangsjahren sind mir immer gut bekommen. Mit Ausnahmen, was den übertrieben Kult der Kleidung anging und gewisse Eigenheiten der Mutter meiner Schwester, die ihre Weisheiten, was „Erziehung“ anging, Антон Семёнович Макаренко studierte. Schon recht merkwürdige Niederschriften, die der Genosse da verzapfte: „Der Weg ins Leben“ und „Flaggen auf den Türmen“ Zog ich als Kind ein, zu einer Zeit, als noch das Damoklesschwert der Kadettenschule über mir baumelte…)

Irgendwann dachte ich, nun verabreicht man vom Podium etwas härtere Kost, Immanuel Cunt wurde als Zeuge benannt…
Das wäre doch etwas, seine „Kritik der reinen Vernunft“ als Pflichtliteratur zur Vorbereitung auf die Deutsche Staatsbürgerschaft…
„Handle so, als ob die Maxime deiner Handlung durch deinen Willen zum allgemeinen Naturgesetze werden sollte.“
Wer bitte schön, soll sich denn noch alles dieses Grundprinzip auf seinen Wimpel kritzeln? Genügt es nicht, wenn Angehörige der selbsternannten „Eliten“ Fahnenflucht begehen, dabei ganz selbstverständlich neoliberale Betrachtungsweisen für sich als allgemeingültig erklären und noch belohnt werden…
Auf der anderen Seite, das mit dem Handeln, der Maxime, dem Willen und der Schlussfolgerung zum allgemeinen Naturgesetz, erkläre dies mal einem Hartzer der römisch 4 Kategorie. Jeder könnte es erleben, wenn er aus heiterem Himmel ein zehnfaches Gehalt bekäme, wäre ihm augenblicklich dieser Spruch vom Filosofen Cunt scheißegal! Solch ein Pharisäer würde sich doch auch herablassen, sogar im Niedriglohnsektor der Hypo Real Estate Holding AG sofort mit der Maloche zu beginnen und am Jahresende eiskalt die Millionenboni einstreichen…
-Was bestimmte Lebenseinstellungen betreffen, auch moralische und ethische Betrachtungen angehen, sollte der neugierige Zeitgenosse über eineinhalbtausend Jahre zurück gehen und es bei Marcus Aurel versuchen…  „Selbstbetrachtungen“ – Ist wesentlich verständlicher verzapft. Weiterlesen