Archiv für den Monat: September 2011

RUMBALOTTE

In den nächsten Tagen findet mal wieder eine Dampferfete statt. Unser Geburtstagskind wünscht sich dafür das entsprechende Outfit.
In dem Zusammenhang fiel mir wieder ein, dass ich mich vor Jahren mal über „Rumbalotte“ (etwas Geschreibseltes) von Bert Papenfuß ausgelassen hatte, es aber irgendwo versenkte.
Das vorletzte Mal stolperte ich nächtens, am diesjährigen Karfreitag, über jenen Begriff.
Tagsüber waren wir, mein Gattin und zwei junge Eidgenossinnen in Oranienburg nebst dem dort ansässigen KZ aus braunen und roten Zeiten.
Abends ging es etwas beschaulicher weiter, ich zog mit den beiden Mädels in den Mauerpark, von dort weiter durch das Prenzelgebirge zum Alex. An einer bestimmten Kneipe in der Stredzkistrasse  kam plötzlich ein Aufschrei von Nicky: „Ede, falls du Knofo suchst, der hängt in der „Rumbalotte“… Sag mal Alter, du weißt doch was das bedeutet?“
„Logo, weiß man als Ex-Zoni was unter „Rumbalotte“ zu verstehen ist!“ Wieherndes Gelächter von den anwesenden Zechern und unverständliche Blicke meiner beiden Begleiterinnen, ich klärte sie aber anschließend sofort auf.
In Papes Kneipe hockten mehrere der Kukident-Anarchoszene vom Berg herum, aber kein Knofo mehr dabei…
Dunkel erinnerte ich mich an diese pseudo-intellektuellen Flitzekacke eines Herrn Michael Opitz über Papes Gedichte.
Jener Rezensent ließ etwas sehr merkwürdiges darüber ab. Wenn es sich bei MO um einen Ossi handeln sollte, der mit „Rumbalotte“ nichts anzufangen weiß, dann muss jener eine merkwürdige Sozialisation im kommunistischen Schlaraffenland hinter sich haben, als Wessi allerdings auch, dann bestimmt als K-Gruppensofti…
Allerdings traue ich Pape auch zu, dass er den Knaben ins Messer laufen ließ und sich hinterher alle ein zweites Loch in ihren Arsch lachten. Möglicherweise besitzt Micha ein erworbenes Halbwissen, auf dem ZBW angeeignet und fabrizierte deshalb die Geschichte des O als einen Leipziger Moppelkotz.
Zitat: Die einstige literarische Szene des Berliner Stadtbezirkes, zu der auch Papenfuß gehörte, hat sich trotz sehr individueller Tonlagen in einer Sprache artikuliert, die sich von der offiziellen, wie sie in der DDR gesprochen wurde, unterschied.
Zur Erinnerung, gewisse Kunden – in Stasi-Jargon hießen sie „Aktive Beatanhänger“ und große Teile der damaligen Halbstarken sprachen sowieso eine wesentlich bildhaftere Sprache als der gemeine Wessi gleichen Alters.
Zitat: Der Titel „Rumbalotte“ klingt seltsam, denn er bringt zwei Worte miteinander in Beziehung, die sich auszuschließen scheinen: Rumba*, dieser herausfordernde lateinamerikanische Tanz, geht mit dem Vornamen Lotte eine Verbindung ein, der durch Goethes „Werther“ und Thomas Manns „Lotte in Weimar“ Eingang in die Literatur fand.
Man könnte Papenfuß dann auch unterstellen, dass er die Gattin von Onkel WU so mochte – nix mit Plagiat von Thomas Goethe oder Wolfgang von Mann!
Zitat: Wie in dem Gedicht „Sturmgesang der Baltischen Horden“, in dem davon die Rede ist, dass die schwarze Fahne – Symbol der Anarchie – gehisst wird, wenn der „Norden den Osten küsst“, plädiert Papenfuß für den Zusammenschluss von scheinbar Unvereinbarem.
Wo findet der Mann etwas von der Anarcho-Fahne?

In besagtem Gedicht heißt es:
…wenn der norden den osten küßt
werden die weißen laken gehißt
«niebieskoczarni» spielen wie sau
im glanz der finsteren frontfrau…

So richtig kann ich damit zwar auch nichts anfangen, aber „niebiesko czarni“ heißt im Deutschen aber blau schwarz und in Verbindung mit weiß ist es die Estnische Nationalflagge.
Vielleicht ist ja einer von beiden Farbenblind, bin mir da sehr sicher, Pape eher nicht!

Noch etwas zu „Rumbalotte“ –
Pressestimmen zu Bert Papenfuß – «Rumbalotte»
Käpt’n Papenfuß wirft neue Flaschenpost in die Untiefen des Lyrikbetriebs

*„Und sie tanzen einen Rumba,
Kasavubu und Lumumba,
und die UNO kann nicht finden,
was daran verdächtig wär…“
Irgendwann tauchte dieser Hit im Osten auf (Anfang 60), mir ist nicht bekannt wo er herstammt…
Die Melodie kam von Hazy Osterwald

Was hat es nun wirklich auf sich mit der Rumbalotte? Weiterlesen

www.oktoberfest.de

Die andere Meinungsmache von GMX zur Oktoberfete in der heimliche Hauptstadt
Die hässliche Seite der Wiesn“ soll wohl in irgendeiner Weise mein ästhetisch/moralisches Empfinden treffen.
In welcher Form und weshalb?
Gott noch mal, wenn ein angezechtes Mädel mit ihren riesigen Quarkschläuchen kokettiert und der Photograph auch noch seine Wixgriffel ins Bild bringt, was soll mir das sagen?
Das ist Lifestyle auf dem größten Säuferfest dieses Erdenrunds!
Als Kind fand ich es noch abartig, wenn die Heroen des Sozialismus, geschmückt wie Pfingstochsen an ihren Ehrentagen, bekotz und eingepißt auf den Festplätzen herumlagen…
Im Westen nachher, auch etwas älter und schon lange den Volksdrogen ebenso verfallen, ging es mir am Arsch vorbei.
Positiv gesehen, könnte ich stundenlang sehr eichelartige Begebenheiten im Zusammenhang mit Allohol ablassen.
Ist doch alles ganz harmlos was in den Photostreams gezeigt wird.
Pervers wird es doch erst, wenn sich alles weitere im eigenen Heim hinter verschlossenen Türen abspielt und mancher Besoffener dann seine Alte brutal auftuckt. Niemand in der unmittelbaren Umgebung etwas davon mit bekommt oder mitbekommen will…
Sind etwa Bilder oder Filmausschnitte geschmackvoller, wenn sich irgendwo auf dieser Welt Leute in ihrem eigen Blut sielen und die „Dokumentarristen“ anschließend noch mit dem Pulitzer Preis geehrt werden?
Was ist damit gemeint: „So sexy kann Oktoberfest sein“?
Wirklich jedwede dort abgelichteten Titttenbuketts turnen mich total ab, weil alle selbstverliebten Darstellerinnen so dämlich in die Kamera grinsen…
O\’bandlt is! Wiesn-Pärchen 2011“ – ist doch nur etwas für verklemmte Spanner oder es könnten sich um Mastrubationsvorlagen für Minderjährige handeln.
Die Wiesn-Outfits des Grauens“, da enthalte ich mich jeden Kommentars, sogar bei Ablichtung Nr. шесть!

Das Ende der Funktionspartei

…schon seit längerer Zeit geht ein medienmäßiger Riss durch unsere staatlich sanktionierte Zweierbeziehung. Als der Angetraute meiner Gattin bevorzuge ich mehr aus Tradition, seit dem Tod des SPANDAUER VOLKSBLATTES, den TAGESSPIEGEL. Wobei mir überregional immer wieder die FAZ in die Hände fällt, vom Format her die FR wesentlich mehr zusagt. Leider finde ich dieses Blatt zu gutmenschelnd und zeitweise zum Kotzen politisch korrekt.
Die ZEIT vergrätzte mir der aus Sangerhausen stammende Schatten von Fritz Schorlemmer, der sich in jener renommierten Postille viel Jahre als Trotzossi produzieren durfte…
Heute nun ging ich mal fremd und „studierte“ die BERLINER ZEITUNG.
Beginne mit folgendem Artikel: Das Ende der Funktionspartei
Den Abstieg der FDP leitet 1982 Hans-Dietrich Genscher mit dem Bruch der sozialliberalen Koalition ein – ein Essay…
Ich möchte es kurz machen! Eigentlich war doch mit Guida Schwesterwelle das Ende der Fahnenstange erreicht.
Nee, es gibt immer weitere Steigerungen und Christian Bommarius bringt es hier optimal auf den Punkt.
Wie schreibt der Knabe es so formvollendet?
Und dem ist wirklich nichts hinzuzufügen!
…Genscher hat die FDP vergiftet, Westerwelle ihr die letale Dosis verabreicht – nach Lage der Dinge könnte es Philipp Rösler, dem freundlichen, ratlosen neuen Parteivorsitzenden, vorbehalten bleiben, ihr demnächst den Totenschein auszustellen…
Dieser Satz ist einfach elephantös! Weiterlesen

Schuldig, unschuldig? Tot!

Heute kramte ich noch Reste des TAGESSPIEGELS der vergangenen Woche durch und stieß auf den Artikel von Helmut Schümann, sein Zeug finde ich immer besser. Manchmal fehlen für meine Begriffe die fetten I-Punkte.Wer weiß, ob ihm nicht sowieso der Zensor im Nacken hockt, außerdem besteht ja dann auch die Gefahr einer Nichtveröffentlichung.
Nun hat die amerikanische Rechtsprechung nicht viel mit In dubio pro reo am Hut, dies zieht sich wie ein roter Faden durch deren Geschichte. Denke dabei auch an ganz bestimmte Urteile aus dem 20sten Jahrhundert. Da bleibt der Fall von Troy Davis letztendlich nur etwas für Statistiker.
Kann es sein, dass gewisse amerikanische Kreise in Afghanistan und dem Irak lediglich die Scharia abschaffen möchten, damit sie dort ihre „freiheitlich-demokratische“ Rechtsprechung zementieren können? Weil sie meinen, dass sich deren muselmanische Gerichtsbarkeit an zu viel humanistischer Gefühlsduselei orientiert.
Bin mir sicher, was die Hinrichtung von Mr. Davis angeht, wird es irgendwann auch eine fette Retourkutsche geben, nicht heute und nicht morgen…

Zum Federweißer Zwiebelwaffeln

Die Waffelpampe bestand aus folgendem Zeug:
150 gr. gewürfelter Schinkenspeck
150 gr. Joghurt
2 Bollen – rund 7 cm Durchmesser
6 mittelschwere Eier aus der Prignitz
2 Knofizehen
Pfeffer, Salz, Muskatnuss, eine Pieseratze Zitronensaft und
Vorher Schinkenspeck leicht anbraten, dabei Zwiebeln blanchieren, alles abkühlen lassen. Dann Mehl drunter quirlen, bis zähflüssige Matsche entsteht – natürlich in einem Behältnis!
Die Konsistenz testete ich nach Handwerkerart, als ob ich frei Schnauze Tapetenkleister anrührte.
Daumen und Zeigefinger parallel halten und rin in die Mumpe, beim Spreizen sollte der entstandene Faden bei ca. 5 cm abreißen.
Wir haben hinterher festgestellt, dass nächste mal wird die doppelte Menge an Zwiebeln und Schinken genommen.
Dazu wurde Pfälzer Federweißer von Feinkost-Reichelt kredenzt.
Ich verzichtete als Ausländer deutscher Herkunft auf „Château la Berlusconi“, wegen des Erhaltes von Arbeitsplätzen auf einheimischen Weinbergen.
– Andere Varianten sind folgende.
Eier, Mehl, ein Schuss Bier (oder etwas Backpulver), Gewürze, frische Zippeln oder Röstzwiebeln nach belieben Zucchini, Karotten oder Aubergine rein raspeln, zusätzlich gehackte Petersilie – alles etwas flüssiger herstellen.
Tandoori-Masala, Kurkuma, Curry, Cumin und etwas Liebstöckel kommen auch gut usw.
Man kann ebenso eine Knofibombe bauen, dann sollten die Zehen gepresst und dann mit einem Teelöffel in etwas Salz ausgequetscht werden…

In der Schatzkiste befindet sich das wichtigste Reqisit für die Waffelproduktion1

DB is OK? – oder?

Heute fand ich ein Kärtchen der DB im Kasten. Anschließend fragte ich mich, warum schmeißen die für solch einen Scheiß Knete raus? Warum sollte mich dieser Schmus irgendwie interessieren? Kann mir mal jemand verraten, was ich bitte schön in Bielefeld soll? Dort möchte ich nicht tot über einem Zaun hängen…
Wenn die Bahn auf solch wichtige Information verzichten würde, könnte sie die dafür verantwortliche Dame auch mit anderen Aufgaben betrauen, ihr z. B. einen Freifahrtschein für das Jobcenter aushändigen.
So, so!
Auf der Strecke Berlin-Hannover-Bielefeld 130 000 Schwellen ausgetauscht. Waren es nicht 130 012?
Seit mehr als 20 Jahren doktern sie bereits an der Strecke. Scheinbar wurden Betonschwellen verlegt, wo sie wieder mal salzhaltigen Kies verarbeiteten. Bei den 190 Kilometer Schienen, ist da die gesamte Strecke gemeint oder wurde erst mal nur eine Seite ausgetauscht? Betraf es vielleicht doch nur die Länge von 95 km und alles wurde beidseitig erledigt? Was heißt, dass es in zwei/drei Jahren weiter geht, die jetzigen Schwellen gleich wieder erneuert werden?
Was war denn mit den 32 Weichen passiert? Wahrscheinlich hatten sie damals sehr billigen Stahl aus Rotchina geordert – ST 16?
Der erste Absatz endet mit einem Sparwitz: „Einzig und allein mit dem Ziel, (jetzt geht es fett weiter) Ihre Bahnreisen so zuverlässig wie möglich zu machen.
Klar, im Rahmen ihrer bescheidenen „Möglichkeiten“ und dem Bundesbahnverständnis für „Zuverlässigkeit“.
Aha – Geschwindigkeiten von bis zu 250 Km/h, benutzt die DB das „h“ wirklich für „Stunden“?
Standard wird bestimmt das“VON“ bleiben.
Klar, an katholischen Feiertagen wird der Lokführer (Heißen diese Knechte überhaupt noch so?) mächtig auf die Tube drücken, wenn er dringen nach Haus will, da Frau und Kinder seiner harren, wegen des abendlichen Kirchganges. Zwischendurch auch mal einen Bahnhof auslassen, weil es ebenso die Durchschnittsgeschwindigkeit erhöht, mit viel Glück schiebt auch noch Rückenwind…
Da ist es leicht möglich auf 250 km/Tag zukommen.
Jetzt habe ich mal einen beliebigen Zug rausgesucht.

Berlin Hbf (tief)  Sa, 24.09.11 ab     08:54     3 A – D ICE 652 Intercity-Express Bordrestaurant
Berlin-Spandau             ab     09:04     4 A – C
Hannover Hbf             ab     10:31     12 D-G
Bielefeld Hbf     Sa, 24.09.11       an     11:20     4

Auf dem Weg vom Hbf nach Spandau traue ich den Angaben noch, aber…
Insgesamt dauert die Fahrt rund dreieinhalb Stunden – das One Way Ticket kostet 77  EU.
Mal nach alter Gewohnheit umgerechnet  = 144 DM, beim Kurs von 1:6 wären das 864 Ostmark.
Nun versucht ich die Bahnkilometer herauszufinden, es gab nur immer Luftlinien. Die Tabelle begann mit der Irakischen Hauptstadt…
Bagdad – Bielefeld:3540 km, Berlin – Bielefeld: 330 km.
Bagdad würde mich natürlich wesentlich mehr interessieren