Archiv für den Tag: 8. November 2011

wg. TARANTEL

Bisher habe ich noch nie darauf reagiert, wenn mich jemand über Eigenheiten des BLOGs ansprach. Ausnahmen bestätigen die Regel!
Heute soll es mal geschehen.
Es betrifft die „TARANTELN“.
Warum ich mir solche „Arbeit“ machen würde, die Dinger scannen und sie dann im Netz zu verewigen.
Weiß gar nicht, wie ich beginnen soll.
Meine Intention war folgende.
Da heute fast jeder versucht, auch wirklich alles in Knete umzufunktionieren, wollte ich solchen Schmierpissen nebst §§-Komikern zuvorkommen, die sich mit Hilfe von Gebrauchsmusterschutz auch ehemals “frei zugängliches Kulturgut“ unter den Nagel reißen würden. Dadurch einem Haufen wirklicher Interessenten jene Sachen zwangsläufig vorenthielten, da sie nur noch arschteuer zu erstehen währen.
Da biete sich die „Scheinfreiheit“ im Netz geradezu an. Einmal ins Netz gepinnt, hängt es ewig dort herum.
Ich finde, dass bin ich all den Menschen schuldig, welche ich zu meinen Zonenzeiten kennen lernte, die für Witze oder dem Besitz von westlichen Publikationen im Lager oder Zuchthaus landeten. Zwei ältere Leutchen drunter die dafür, kurz nach dem Krieg, im KZ Sachsenhausen büßen mussten.
Aus dieser Klientel rekrutierte die Firma auch gern ihre „freischaffenden“ Mitarbeiter, kam damals auch leicht ins Trudeln, bei mir waren u.a. Pornos und Musikzeitschriften das auslösende Moment.
Noch etwas für vergessliche Ostalgiker!
Bis 1962 fanden in der Schulen ewig Filzereien nach „Schund- und Schmutzliteratur“ statt.
Betreffs: „Netzfreiheit“!
Muss ich nun doch noch auf diesen unsinnigen Spruch von Rosa Luxemburg zurückkommen.
Wie gestern bereits erwähnt, sind mir die Worte niemals bewusst untergekommen. Wenn er wirklich aus ihrer Feder stammen sollte, dann hat man ihn garantiert aus dem Zusammenhang gerissen.
Werde mal danach suchen.
Jahrelang ist es nur beim „Wollen“ geblieben. Heute habe ich den Satz endlich heraus gekramt – dem Netz sei Dank – in meinen Folianten hätte ich ihn nie gefunden…
Rosa Luxemburg, Die russische Revolution
Quelle: Politische Schriften, Band 3, Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt a. Main, 1968, Seite 106- 141
Zuerst veröffentlicht 1922 von Paul Levi nach dem handschriftlichen Manuskript aus dem Nachlaß.
– Man findet den bestimmten Satz im IV. Caput des letzten Drittels, nebst der vollständigen Interpretation, die da lautet: Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für Mitglieder einer Partei – mögen sie noch so zahlreich sein – ist keine Freiheit. Freiheit ist immer nur Freiheit des anders Denkenden. Nicht wegen des Fanatismus der „Gerechtigkeit“, sondern weil all das Belehrende, Heilsame und Reinigende der politischen Freiheit an diesem Wesen hängt und seine Wirkung versagt, wenn die „Freiheit“ zum Privilegium wird.
Daraus ergibt sich natürlich ein ganz anderer Sinnzusammenhang, auch ist der Satz nicht allgemeingültig. Weiterlesen