Archiv der Kategorie: ALLGEMEINES

Pille-Palle u.a.

[bɒb ˈmɑː(ɹ)li]

Wie die Zeit verrinnt

Bob Marley ist vor fast 30 Jahren (am 11. Mai 1981) aus dem Traum des Lebens erwacht – heute wäre er 65 geworden.

Ein knappe Jahr vorher gabs sein letztes, aber legendäres Nachmittagskonzert in Berlin. Vielleicht 5000 Leute schwebten in der Waldbühne. Unser Trupp hockte kurz auf der Mauer hinter dem Mixer, als der Himmel schwarz wurde. Ein winziger Wolkenbruch ließ anschließend den unteren Teil der Murellenschlucht dampfen, alles vermischt mit harzigem Duft. In den wenigen Minuten dieses Regenschauers konnte man von der Musik fast nichts mehr verstehen, außerdem war die Bühne nicht zuerkennen. Dafür harrten wir trocken unter einer dünnen Malerfolie, in einem fetten THC-Hecht. Sofort nach der Husche knallte die Sonne wieder. Auf dem Weg unterhalb unserer baumelden Hufen tanzten sogar die grünberockten Jungbullen…

Wie erklärte mir vor langer Zeit ein zugedröhnter Rastaman diese Musikrichtung? Ungefähr so: „When a whole fuckin’ bunch of stoned niggas, try to get eachother out of time, thats what they call reggae!” Mag ja sein, trotzdem eine geile Mucke, auch für Weißbrote

Die Heroisierung der Alleinerziehenden

Gestern wurde von mir noch einen Tipp versaubeutelt – das POLITISCHES FEUILLETON von Paul-Hermann Gruner im DRadio Kultur. Für den Anfang fand ich, dass er schon recht gut miauzte.

Vor ungefähr 30 Jahren war für mich noch vieles in dieser Richtung relativ in Ordnung, als alle Welt begann diese Damen zu hofieren. Eine große Minderheit, besonders wenn sie in Rudeln auftraten, konnte man sehr einfach links liegen lassen, weil sich diese Fraktion oft schon meilenweit vorher erkennen ließen – an ihren „Weibermischfarbenen“ Latzhosen und den fettigen Haaren. Wieso es zu dieser FDP-mäßigen Ausdrucksform der Farbgebung kam, konnte mir niemals erklärt werden. Rote und blaue Pigmente vermanscht, nicht Fisch, nicht Fleisch – es entstand das ideologisch/verwaschene „VIOLETT“. Als Krönung kam oft, zusätzlich im gleichen Farbton gehalten, die um den Hals geschlungenen Windel, so als Pendant zum männlich/chauvinistischen Palästinenserfeudel…

Rechtsextreme dürfen weiter marschieren…

(NSKKBrigadeführer)

Honi soit qui mal y pense [ɔniˈswa kimaliˈpɑ̃s]
– Wenn jemand der Meinung sein sollte, dass ich mit diesem Nachruf eine Verquickung zur heutigen, unabhängigen und demokratischen Gerichtsbarkeit herstellen wollte, dies lag mir etwas ferner. Sonst wären nämlich im vorherigen Satz einige Adjektive zusätzlich mit Gänsefüßchen gerahmt worden, mit janz, janz jroßen!
Nur so. Denn dieser ehemalige „Rechtspfleger“ ist doch bereits lange verblichen. Deshalb wundert es mich schon leicht, was manchmal für Urteile gesprochen werden…

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Georg Kreisler – PROGRAMMTIPP DEUTSCHLANDRADIO KULTUR

Dann musste ich Jude üben statt Klavier – Eine Lange Nacht über Georg Kreisler Von Günther Rohleder

Sein wohl bekanntestes Stück – sehr schräg

Mir gefällt es vom Meister dargeboten wesentlich besser

Wem es nie vergönnt war, den Scheff an den Tasten zu erleben, dem sei gesagt, dass in unserer Region zwei Interpreten existieren, die ich beide sehr schätze: Hans Marquardt – der Kreislers Stücke ungewöhnlicherweise auf der Gitarre begleitet und Wolf Amadeus Fröhling.

ARTE – Freitag, den 5. 2. – 21:40 Cannabis

Vielleicht hat ARTE sich ja etwas übernommen, was sie so in 60 Minuten rein packen wollen. In der heutigen Vorschau verkauften eine junge Frau diese Sendung ohne irgendwelche Schnackerei. Mal sehen…
gañjā
no dope, no hope
Hanfmuseum im Bundeshauptdorf
Was BONGS angehen sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Vor über 40 Jahren schaffte ich in der berühmten Firma „Sonnenschein“ als Instandhaltungsknecht. Irgendwie musste man ja seine Zeit herum bekommen, immer stand irgendetwas an, manchmal konnte man sich vor Schattenaufträgen nicht retten. So kam mir die Idee, aus weg gefundenen Firmenmaterialien besagte kleine Pur-Pfeife zu kreieren.

Als Kühlaggregat (es wurde mit zerkleinertem Eis gefüllt) bot sich der „Öler“ einer renommierten Pneumatikfirma an, die Maske stammte von „Auer“, Röhrchen und Pfeifenkopfteile bestehen aus V4A.

Ein Markenprodukt aus dem Hause: "Roter Ochse" mit EinkaufsdatumLeider sind mir die Erweiterungsutensilien irgendwann abhanden gekommen. Mit dem Deckel und der Aquarium Luftpumpe ließ sich aus meiner Bruyere-Pfeife der dampfende Harz recht passabel shutgunmäßig inhalieren.

Stickbilder und Gedichte – Helga Goetze

Helgas zweiten Todestag, am vergangenen Freitag (29.1.), hatte ich total vergessen, weil letztens mein Terminplaner (den Begriff Agenda benutze ich nicht mehr, seit Frau Köpft-Schröder ihrem Gatten diesen Begriff für sein unsägliches Machwerk andiente) im häuslichen Bermudadreieck verschütt ging. Aber Micha verpasste mir einen Wink mit dem Zaunpfahl.

Viel möchte ich nicht ablassen, schon wegen jener merkwürdigen Metamorphose der Hinterbliebenen. Bei Freunden und Bekannten ist es machbar, sie kräftig in den Arsch zu treten, wenn man von ihnen verletzt oder verachtet wird – aber der Verwandtschaft ist jeder hilflos ausgeliefert, denn die kann sich keiner aussuchen. Tragisch wird es, wenn der Betroffene sich nicht mehr wehren kann. Schon während dieser kleinen Gedenkfeier im „Haus am Lützowplatz“ kostete es mich einen Haufen Überwindung, dass ich nicht sofort abhaute. Den Gang in die Kirche tat ich mir zu Helgas Beerdigung nicht an, hockte abseits und beobachtete den Pulk. Es herrschte Kaiserwetter an jenem Mittwoch, den 5.3. 2008.  Meine Großmutter ließ an solchen herrlichen Vorfrühlingstagen oft ab: „Es herrscht ein Wetter zum Heldenzeugen.“ H. Sophia hätte es auch gefallen, schon wegen der anstehenden Frühlingsgefühle. Heißt es nicht: „Ist der März schon warm und trocken, kann man auch im Freien bocken!“

Nun hänge ich noch einige Bilder dran. Weiterlesen

afghanistaN

Letzte Woche ging die Londoner Masturbationsperformance schlicht an mir vorbei. Nebenbei schnappte ich nur auf, dass Herr Westerwave eine spezielle Abwarackprämie angeregt hatte.
…mit dem Vorhaben, Taliban-Kämpfer mittels materieller Anreize zum Ausstieg zu bewegen, werde man zwar „nicht an den harten Kern herankommen“
…aber Guido! Woher nimmst Du Deine Weisheit? Dabei bräuchtest Du doch nur gewisse Kollegen zu interviewen – ist doch alles nur eine Frage der finanziellen Beweglichkeit. Wer gut schmiert, der gut fährt! Seine Scheffin gibt sich auch mächtig knickrig, warum schickt sie nur so wenig Hanseln an den Hindukusch? Afghanistan ist ein Raum ohne Volk, doppelt so groß wie die BRD, bei nur 25 Mio. Einwohnern, das entspricht nur 38 Einwohner pro km², bei uns drängeln sich 230 Verbraucher und Verbraucherinnen auf der gleichen Fläche. Wo bleiben da nostalgische Anwandlungen? Einige Generationen retour waren die Leute noch anders drauf. Wie Verste damals der Monarchist Immanuel Geibel in: Deutschlands Beruf Weiterlesen

Zwischen Leber und Milz, passt immer ein Pils

Kurz vor 19 Uhr landete ich beim Zappen in den Nachrichten von RTL und schnappte etwas auf: „…kommen Sie durch den ‘Idiotentest’? Diesen Hinweis finden sie auf RTL.de und können dort auch testen, ob sie nochmals eine Führerscheinprüfung bestehen würden…”
Dieser MTU-Fragenkatalog beschäftigte in den 70ern auch den Bundestag, vermutlich gehört die Stimme Annemarie Renger (einer Politikerin mit Profil – die Einspielung stammt von der Scheibe: “Kampf der Giganten”), damals Präsidentin des Deutschen Bundestages, um wen es sich bei dem Fragesteller handelt, ist mir nicht bekannt.

Kommen Sie durch den \’Idiotentest\’?

“Ganz Frankreich sagt Nein zum Ganzkörperschleier”

Ein Kulturzeit-Bericht vom anstehende Burka-Bann in Frankreich animierte zu folgenden Zeilen.
Mir haftet ein merkwürdiges Verhältnis an, was Uniformen und Verkleidungen angehen, die mit irgendwelchen mir unverständliche Ritualen verknüpft sind. Dazu zählen auch religiöse Bräuche und deren in die Öffentlichkeit getragenen Maskeraden, genauso der immer wieder zelebrierte Mummenschanz von Armeen, Schützenvereinen, Heimatvertriebenen Verbänden usw.
Wobei mir auch die Bimmelei der Kirchen mächtig auf den Keks geht. Allerdings erinnert mich das Mittagsgeläut häufig an den Rest des Kraches jener Tradition, als 1453/54 Papst Calixtus III. das „Türkenläuten” einführte.
Fast 20 Jahre wohnte ich im Nachbarhaus der Evangelisch-Lutherische Kirche Zum Heiligen Kreuz (Berlin-Wilmersdorf). Irgendwann hatte man das Gefühl, dass der neue Ayatolla es so manches mal mit der Läuterei übertrieb. Eins seiner ersten Amtshandlungen war, für die nächtliche Beleuchtung des Kreuzes zu sorgen. Dieser Akt zog anschließend Massen von umher schwirrendem Getier an, im Gegenzug ließen sich von unserem Balkon Zwergfledermäuse in action beobachten… Weiterlesen