Kategorie-Archiv: In den ewigen Jagdgründen…

„Can“ kreierte geile Hörnchenmucken, nun geht Bassist Holger Czukay auch nicht mehr einkaufen

Wenn ich es richtig vernommen habe, gibt es morgen auf deutschlandradio kultur, gleich nach der Geisterstunde, etwas zu Ehren von Holger Czukay&Band – oder eine Stunde später.
Wem diese Zeit etwas zu unchristlich vorkommt, kann ja alles mit dem hauseigenen Deutschlandradio-Rekorder aufnehmen.
Hier noch etwas: Soundtüftler Holger Czukay Cool im Radio-Pool
Can(band) – Documentary

Bischof wird bei Kohl ganz persönlich und wendet sich auch an die abwesenden Söhne

Mutti: „Wusste um seine Ecken und Kanten“
Was war denn das heute?
Unbedarft schaltete ich nachmittags die Glotze an und nach wenigen Sekunden sofort wieder aus, weil jemand im violetten Kleidchen irgendetwas über Birne abließ!
Im gleichen Augenblick fiel mir der australische Kardinal George Pell ein.
Die Krönung des heutigen Events wäre ja nun, wenn hinter irgendjemand etwas gegen Angehörige der Riege von anwesenden Kirchenfürsten vorbringen könnte…
Was Pell betrifft, wird es lustig, wenn man die fast zwei Jahre auseinanderliegenden Texte vergleicht.

Heinz Bluschke geht nicht mehr einkaufen oder „Man trifft sich immer zwei mal im Leben“

Ein merkwürdiger Spruch und bringt es für mein folgendes Geschreibsel auch nicht ganz auf den Punkt, nur ein büschen. Da unser Zusammentreffen meinerseits, doch nicht so ganz freiwillig geschah und letzten Dienstag betraf es lediglich die Notiz über sein Ableben.
Aber, wie komme ich darauf?
Jene Traueranzeige streifte ich letzte Woche in der MZ. Dabei fiel mir auf, dass HB sich in den letzten 27 Jahren mit der bundesgermanischen Berufsbezeichnung schmücken durfte: Physiotherapeut! Gibt ja schon einiges mehr her, als das schnöde Masseur von anno tuck, damals zu seinen glorreichen Zeiten in der Poliklinik vom Thomas. Nebenbei knautschte er aber auch noch die Kicker von Stahl Sangerhausen durch.
Ersteres war sein Job und die andere Tätigkeit sicherlich das halbseidene Ehrenamt.
Vor 41 Jahren begegnete ich ihn das einzige mal und dann auch noch als tragende Säule im ersten Schlaraffenland der Arbeiter und Bauern auf deutschem Boden.
Wir trafen damals sogar auf Augenhöhe zusammen, weil der privilegierte Genosse sitzen durfte und ich als Pickel am Arsch der dortigen Gesellschaft, musste allerdings stehen. Dies geschah im Kreisgericht von Sangersdorf.
Seinen wenige Sekunden dauernden Auftritt fand ich sehr belustigend, meine anschließende Reaktion animierte Genossen Staatsanwalt Dorsch aber zum schieren Gekreisch…
(Hänge noch den, Im Namen des VOLKES, ergangene Beleg dran. Vielleicht finde ich auch irgendwann meine Gegendarstellung wieder, die seit Jahrzehnten irgendwo schlummert. Selbiges Urteil fiel mir vorgestern in die Hand, als ich den Nachruf zum traurigen Hinscheiden des großen Sowjetführers, ein Erbstück aus dem kleinen roten Archiv meines Anrührers, suchte.)
Da hockte vielleicht ein Quintett vor mir.
Die beiden Schöffen hatten ihr Gesicht ewig zur Faust geballt, Dorsch echauffierte sich permanent und die Richterin krabbelte laufend in irgendwelchen Papieren herum. Sie war vielleicht noch Lehrling und der Staatsanwalt wollte ihr zeigen, wie man mit Leuten wie mir umsprang.
Einzig, die kleine Probst wies menschliche Züge in ihrem Gesicht auf, sie kannte ich auch.
Gott noch mal, meine Wenigkeit mit keinem Quäntchen Unrechtsbewusstsein beseelt, kämpfte ausgiebig gegen den Schlaf.
Plötzlich eine andere Stimme und Heinzchens große Performance: „Angeklagter, mich würde mal interessieren, wie haben sie sich denn mit ihren sogenannten Freunden in Polen verständigt?“
Ohne über den Sinn dieser dämlichen Frage nachzudenken, kam sofort: „Ganz einfach, wir haben uns unterhalten!“
Mmmm…“
Dorsch: „Angeklagter! Geben sie eine anständige Antwort!“
Mein Anwalt, diese Träne aus Merseburg, zuppelte an meinem Hosenbein, sein Blick sagte alles, obwohl ich bei der Nennung des Begriffes: A n s t ä n d i g – in dem Zusammenhang – fast ausgeflippt wäre.
Also Ruhe bewahren!
In Englisch, Polnisch und in seltensten Fällen kam auch Russisch zum Einsatz.“
Dorsch: „Sie haben sich also in Sprachen unterhalten, die sie in UNSERER Deutschen Demokratischen Republik gelernt haben und mit deren Hilfe sie ihr asoziales Leben frönten?“
Der Knabe schien sich gerne reden zuhören, eine kurze Pause regte mich sofort zum Widerspruch an und den Anwalt zu einer weiteren Zupfaktion.
Das kann ich aber so nicht stehen lassen! Schließlich ist es in jedem Staat mit einem einigermaßen Bildungssystem möglich Fremdsprachen zu lernen! Russisch habe ich sogar acht Jahre gehabt, Polnisch lernte ich bei einem Kumpel. Mit Englisch war es allerdings etwas anderes. Sie kennen doch hier alle meine Mutter. Von ihr bekam ich in der siebten Klasse nicht die Erlaubnis am fakultativen Englischunterricht teilzunehmen, deshalb hörte ich monatelang an den Wochentagen English by Radio der BBC.“
Nun schien sich Genosse Dorsch nicht mehr einzuholen!
Herr Bluschke zog daraufhin einen Flunsch.
Statt sich zu freuen, was er mit seiner prozessentscheidenden Frage losgetreten hatte, schien ihm die ganze Angelegenheit nun irgendwie doch nicht zu behagen…

„taz“-Chef tut Kohl-Titelbild leid

„Blühende Landschaften“
Weshalb überhaupt?
Denn eigentlich fand ich dieses Teil Kernobst recht unauffällig.
Außerdem ist jeder ein Künstler und Kunst darf alles!
Was diese recht unsachgemäß platzierte Kultur-Birne auf der taz-Collage angeht, habe ich sie etwas verändert.
Wenn auf der einen Seite Leute Kettensägen hervorholten und seit Tagen mit jenen Werkzeugen solch unverhältnismäßige Süßholzraspelei veranstalten, erinnert mich der nachträgliche Personenkult um Herrn Kappes an längst vergangene Zeiten.
Das Herz des größten Menschen unserer Epoche, des Wendekanzlervaters, hat aufgehört zu schlagen
Hier dieser etwas veränderter Kommentar (Er drückt mein persönliches Empfinden aus und dient nicht zu Propagandzwecken!), wobei ich mich an der Vorlage der Schülerzeitung orientiert habe – der Rest ist Schweigen… Weiterlesen

Birne geht nicht mehr einkaufen

Legenden sind das imaginäre Manna für die breite Masse und in letzter Konsequenz das Ergebnis einer Art Stiller Post, wobei von der anfänglichen Realität fast nichts mehr übrig bleibt. Der dicke Oggersheimer brachte es bereits legendär auf den Punkt: „Entscheidend ist, was hinten rauskommt“!
Dabei schien es ihn nie zu interessieren, ob es sich dabei um das Produkt einer quälenden Hartleibigkeit, oder um einen dünnflüssigen Flattermann handelte, den man aus einem Meter Entfernung durch ein Nadelöhr scheißen konnte. Hauptsache war doch, dass seine fleißigen unterwürfigen Helfershelfer alles zu seinem absoluten Wohlgefallen unters Volk brachten, was seiner formvollendeten provinziellen Mentalität entsprach. Deshalb kam nicht nur mir oft das untrügliche Gefühl auf, als Vortänzer der CDU führte er seinen Laden wie der sture Kassierer eines dörflichen Gesangsvereins und den Rest erledigte sein legendäres Aussitzen…
Wendekanzler! Dabei hing er lediglich zur weltpolitisch richtigen Zeit auf seinem Bonner Herrschersitz. Weiterlesen

Ein Drittel des berühmten Alexandrow-Ensembles geht nicht mehr einkaufen

Ein Drittel des berühmten Alexandrow-Ensembles geht nicht mehr einkaufen
Als schon etwas älteres Kind habe ich die Truppe zweimal gesehen, natürlich anlässlich irgendwelcher roten Happenings, in Berlin und Halle(?).
Etwas später kam mir in meiner kalten Heimat der folgenden Spruch zu Ohren, als am 1. Mai irgendein anderer Soldatenchor auftrat: „Ja, ja, das russische Seelchen, sie haben zwar keine Kultur, aber singen und saufen können sie wirklich!“
Unter den deutschen Hits war grundsätzlich Im schönsten Wiesengrunde dabei. Während jener Darbietung flossen dann auch bei ehemaligen Nazis die Tränen, hatte sicher auch etwas damit zu tun, da der Hit als heimliche Vertriebenen-Hymne durchging…
Irgendwann spielte eine Scheibe des Alexandrow-Chores auch in Melkow eine kleine sonntäglich Rolle, nicht immer zum Wohlgefallen der Betroffenen. Dies hing mit einer Eigenheiten des großen Hauses zusammen. Bei uns gab es fließendes Wasser nur aus einer kleinen Schwengelpumpe in der arg deformierten Küche, dort war ein Deckenbalken durchgebrochen. Als Lokus musste ein Wanderscheißhaus herhalten. Ewig wurden Gruben gebuddelt, mit dem neuerlichen Aushub wurde die alte dann immer wieder gedeckelt. Am späten Vormittag war natürlich auch keine Papier mehr vorhanden, das musste dann erst aus Zeitungen entsprechend portioniert werden. Wegen selbiger Handycapes pennten viele Leute bis kurz vor 10 Uhr, erledigten ihre Katzenwäsche und ihren Morgenschiss dann in der Kneipe, nahmen dazu ihre gesamte Rödelei mit und begaben sich nach dem obligatorischen Frühschoppen in Richtung Heimat. Und wir blieben im Chaos hängen, besser gesagt, zurückbleibende Mädels räumten dann immer auf. Deshalb wurden mit einem Ritual die Massen kurz nach neun aus ihren Povtüten geschmissen. Da vom riesigen Partykeller bis hinauf zum mistigen Dachboden alles oft einem Hunnencamp glich, entstand irres Tohuwabohu. Allerdings ward dann bis zur Kneipenöffnung einigermaßen Klarschiff angesagt.
Jemand brüllte vor irgendwoher lautstark: Iwan! Wiederholte den Ruf noch mehrfach, bis einer mit Ja antwortete. Da einige das Spielchen kannten, entwickelten sich dabei oft beknackte Wortwechsel aus verschiedenen Ecken.
Iwan, komm endlich, der Hirsebrei ist fertig und bringe deinen Holzlöffel mit!
Hab keine Lust!
Iwan!
Mann, brülle doch nicht so herum, du weckst doch Väterchen Stalin auf! – Damit war aber nicht der verblichene Sowjetdiktator gemeint, sonder eher unser rabenschwarzer Kater gleichen Namens, der an solchen morgendlichen Sonntagen vollkommen wuschig umherirrte, bis sich endlich jemand erbarmte und ihn in den Garten entfleuchen ließ.
Genosse, ich komme, aber nur, wenn du etwas entzückendes vom Alexandrow Chor auflegst, in der Regel waberte dann die Катюша oder Калинка durchs Haus. Welche oft von irgendwelchen erwachten Suffköppen mitgeplärrt wurden, weil sie jene две песни noch aus der Schule kannten…
Retour zum späteren Red Army Choir. 1993 bekam ich zum Geburtstag eine Kassette mit einem schrecklichen bootleg vom Konzert in Helsinki geschenkt, wo sie gemeinsam mit den Leningrad Cowboys auftraten – die Total Balalaika Show.
Wiedermal stellte sich dabei heraus, dass junge Leute etwas für die Annäherung unter den Völkern taten, nicht senile und impotente Politiker… Weiterlesen

John Glenn – erster Ami, der die Welt umkreiste, geht nicht mehr einkaufen

Trailblazing US astronaut was 95
Das ewige Spiel vom KOMMEN und GEHEN, die einen treten ab, anderer kommen dafür…
Und was stellt der Nachwuchs hinterher an?
Später sorgen sie immer wieder dafür, dass weltweit Menschen zum Gehen verdammt werden und außer inflationärer Verbalmasturbationsperformances geschieht nichts dagegen. Man schaue mal ins Netz! Was anlässlich der OSZE“Tagung“ abging, bei jener lustlosen Swingerfete von ewigen Möchtegernfriedensstifter. Wie viele politisch korrekte Spökenkieker sich dort aus irgendwelchen Ekspertenrudeln vor Mikrofonen und Kameras produzieren durften, noch schlimmer ist jene Tatsache, dass diese ganz wichtigen Leute scheinbar an ihr ständig wiederkehrendes Salbadern glauben und ein Ende ist generell nicht absehbar!
Bin ich froh, weil diesmal der Kelch am Bundeshauptdorf vorbeischrammte und der Hamburger OB sein Marktflecken ohne Sinn und Zweck als Thingstätte zur Verfügung stellte. Wobei er lediglich seine Eitelkeit frönen konnte, nebenher die Wichtigkeit seines eventuell angesagten Sprunges auf das Kanzlerkandidatenplätzchen unterstreichen durfte…
Mir fiel noch etwas auf, jegliche Kommentare, egal in welchen Zusammenhängen ich sie aufschnappte, waren üblicherweise von total pessimistischen Erkenntnissen geprägt – Außer Spesen nichts gewesen!
Jedoch wurde überall permanent auf die exorbitant ausufernden Sicherheitsstandards hingewiesenen, ebenso auf die 13 000 Polizeibeamte im Einsatz. Was mit Bestimmtheit auch geflunkert ist, denn es sind bestimmt die doppelte Anzahl dort herumgeirrt… Weiterlesen

Adolf Burger geht nicht mehr einkaufen

Hatte ihn Ende der 1990er zweimal in kleinen Diskussionsrunden erlebt, geistig fit auch im hohen Alter noch. Allerdings gab es beim letzten mal leichte Hudeleien zwischen uns. Wollte ihn nämlich schon beim ersten Treffen auf etwas aufmerksam machen, was natürlich niemanden aufgefallen war. Adolf ließ nämlich ab, dass er bei seiner Ankunft im Konzentrationslager Auschwitz, August 1942, den berüchtigten „Dr.“ Josef Mengele an der Rampe stehen sah. Was nicht sein konnte, da der Typ erst ein halbes Jahr später Lagerarzt im dortigen Vernichtungslager wurde.
Unser Zeitzeuge flippte darufhin schier aus, was aber Knofo unverzüglich entsprechend hinbog.
„Mann Ede, ich weiß nicht ob das stimmte, was du da behauptest hast. Bedenke, Adolf ist schon sehr alt! Auf der anderen Seite ist sein Einwurf für mich eine Art künstlerische Freiheit und die kleine, möglicherweise fehlerhafte Aussage, kommt bei den Schilderungen doch auch immer gut an…“
Mir wurde ganz anders, wollte die Welt nicht mehr verstehen, ließ letztlich alles beim Alten bewenden.
Kann leider in seinem Buch – „Des Teufels Werkstatt“ – nicht nachschauen, ob er jene Episode auch dort verewigt hat, da dieses Teil immer noch in der Schweiz herumschwirrt.
Etwas später schien Adolf, diesen Knatsch vergessen zu haben, denn als er mit einigen Kameraden zu der damaligen Gedenksteineinweihung, Mai 2000, in Sachsenhausen auftauchte, wurde ich von ihm sehr herzlich begrüßt.
Friede seiner nervenstarken Seele!

Kubas „Maximo Lider“ Fidel Alejandro Castro Ruz geht seit gestern nicht mehr einkaufen

SPIEGEL online titelte: „…Der sture Revolutionär
Mit der Mentalität eines mitteleuropäischer Dauerwendehalses hätte er den Amis niemals so lange Paroli bieten können. Dies ist nun auch Legende, dafür bietet sich aber in der heutigen Zeit mal wieder ein Putsch im Karibischen Raum an…
Das Warten in dem etwas älteren Sketch von Andu T. hat nun ein Ende und die liebe Seele seine Ruh