Archiv der Kategorie: Alltäglicher WAHNWITZ

Schwer nachvollziehbare „Gegebenheiten“ nebst entsprechendem Prozedere und deren Auslegungen, welche scheinbar von meteorologischen Einflüssen abhängen. Deshalb akzeptable wertkonservativ und moralische fundierte Spielregeln, einer vorgeblich „demokratischen Gesellschaftsform“, auch von der Judikative nur noch als störend empfunden werden.
Man deshalb bei den drögen Untertanen bereits einen sich schleichend ausbreitenden Gewöhnungsprozess beobachten kann. Welchen jeder, bei periodisch stattfindender kläglichen „Urnengängen“, an entsprechenden Kreuzchen auf dafür vorgesehenen Waschzetteln ablesenn kann. Mit denen, in allen politisch motivierten Kleingartenvereinen, jeweils die extremen Ränder belohnt werden, wovon besonders die rechten Seite zehrt…

Ausländer unerwünscht

Investitionsbank Berlin – InnovationsNews der IBB vom 12.12.2008
Ausländischer Name – keine Wohnung

Den Artikel „Ausländer unerwünscht“, (12.12.08), fand ich im Archiv vom „Tagesspitzel“ nicht. Allerdings auf der Hausseite: Investitionsbank Berlin – InnovationsNews der IBB vom 12.12.2008, unter der neuen Rubrik – „DISKRIMINIERUNG * Ausländischer Name – keine Wohnung“
Ohne die beiden, fettgedruckten Einschübe:
1.    Wilmersdorf ist ein Sperrgebiet für Fremde, sagt ein Experte
2.    Jeweils gutes Einkommen, verheiratet, ein Kind – nur der Name war anders
Was soll mir dies sagen, dass ich einen Artikel, der an sich im Archiv der Zeitung hängen müsste, durch Zufall bei einer Bank finde?  Ist etwa ein Redakteur mit dieser allgegenwärtigen Realität zu weit vorgeprescht und allen ist es wieder peinlich, oder betrifft es den Bericht im Allgemeinen und die Aussage von „Eksperten“ im Besondern.
Was diese aufgeklaubten Banalitäten – hier „Feldversuch“ genannt – wieder gekostet haben.
Cui bono est?
So ein Scheiß bildet doch jene Tropfen die irgendetwas höhlen, was nicht mehr kanalisierbar ist. Ein Ausländer ist nur solange gut, wie Arbeit vorhanden ist, die Einheimische nicht mehr erledigen wollen.
Man sollte sich doch mal die Entwicklung in Deutschland, des letzten Jahrhunderts vor Augen halten. Dabei jene Generation von Bürokraten im Blick haben, die 1000 Jahre dafür verantwortlich zeichneten, dass industrieller Massenmord hoffähig wurde und willfährige Handlanger dadurch Millionen von Menschen recycelten. Weil treue Staatsdiener Kosten/Nutzen/Rechnungen für das Kapital bastelten (“Menschlich” akkurat durchdacht! Nicht “unmenschlich”, wie es immer benannt wird!) und alles nur auf wertloses, humanes Material reduzierten.
Denen wir die riesigen Lücken, bei den Eliten, nicht nur aus Wissenschaft und Kultur verdanken, die sich immer noch bemerkbar machen, heute mehr denn je. Weil es sich dabei um gähnende Leere in historisch gewachsenen Strukturen handelte, die nie wieder geschlossen werden konnten. Zumal sich an den Schweinekoben der Macht, ungebildete Kleingeister gekettet haben, die mittlerweile da auch ihre Brut versorgen.
Diese Schreibtischathleten, noch geprägt von der braunen Ära, sorgten zu Wirtschaftwunderzeiten dafür, das Rudel von Spaghettis hier auftauchten, die nur als Futter für die Industrie interessant waren, verscheißerten alle mit dem Begriff: Gastarbeiter, aber man hofierte sie gleichzeitig. Wobei es fast niemand interessierte wie die unmittelbar Betroffenen auf beiden Seiten damit klar kamen. Die Mentalität der bereits erwähnten 12 Jahre, erlebte nur auf anderen Ebenen ihre Renaissance.
Nachdem der Balkan abgegrast und Griechenland benso herhalten musste, erinnerte man sich an den Verbündeten aus alten Zeiten. Recht unbedarft, tauchten parallel dazu vergangene Sichtweisen wieder auf, die anfangs noch nicht mal ihre Ursachen auf Grund jener ethnischen Säuberrungen der Nazis hatten, sondern ganz normale, latent vorhandene, xenephobische Anwandlungen der breiten Masse ausdrückten. Die auf fruchtbaren Boden fielen und ganz sachte von bestimmten Leuten zum Keimen gebracht wurden. Wobei ein Haufen gutmenschelnder Grottenolme auch noch den Dünger beisteuerte.
Heute kann man sich bereits wieder hinstellen: „Davon haben wir doch nichts geahnt, geschweige denn etwas gewusst…“
Und diese lasziv in die Kamera lächelnde, gut aussehende Soziolochin lässt sich auch noch instrumentalisieren, bei den witzlosen Versuchen, Erklärungsmuster und Rechtfertigungen für gegen den Baum gekarrte Symptombekämpfungen zu suchen. Dabei ein gefährliches Spiel betreibt, da sie nur den Verwaltungsflachzangen aller Couleur, Argumente liefert, die unkontrolliert hochgehen…
Dabei kommt etwas ganz entscheidendes zum Tragen, was Franz Werfel, irgendwo in seinen „Die vierzig Tage des Musa Dagh“ festhielt: Das Wesen des farblosen Beamten besteht ja gerade darin, dass er ohne jeglichen Charakter den jeweiligen Vorgesetzten spiegelt!
Unser 28-jähriger Untermieter, seit langer Zeit Hartzer, sozialisierter Halbaraber aus dem Zentrum von Moabit, hätte es von der praktischen Seite schneller auf den Punkt gebracht. „Türken sind sowieso alles Kanaken, außerdem was haben die hier zusuchen? Die meisten verdienen es nicht anders, wie man mit ihnen umspringt…“
(Nebenbei. Als ich 1975 , Ex-Zoni, eine Bude suchte, ging es meinem Kumpel und mir nicht viel anders. Im Angebot für uns: dunkle Dreckslöcher Parterre und HH, die Vermieter wollten Cash und Lohnbescheinigungen sehen und keine Papierchen von irgendwelchen Ämtern. Da hieß es, sich nach der Jobfindung, nach oben dienen. Allerdings nahmen wir nicht alles so hin, ausgerüstet mit Hinweisen vom CVJM – besonderer Dank gilt an dieser Stelle immer noch Herrn Ortmann! – Als absehbar schien, dass wir unser Jagdschloss in Tempelhof verlassen wollten, ging es vor Gericht. Da kam ein Haufen Knete retour, verzinst wie bei der Bank!)
Was mir wieder auffiel, wieso werden eigentlich Paßgermanen der dritten Generation, überhaupt noch als Menschen mit Migrationshintergrund klassifiziert? Es scheint niemand von denen einen Arsch in der Hose zu haben, um sich so etwas zu verbitten. Auf der anderen Seite, sind mir einige bekannt, die fahren richtig gut Kahn auf der Pisse von Gutmenschen. (Ob jene den merkwürdigen Begriff vom Hintergrund, auch noch bei Hugenotten benutzen?)
Mittlerweile existieren ja massenhaft Menschen mit Migrationshintergrund, die sich schon seit Jahren, wie Besatzer aufführen, sei es im Supermarkt an den Kassen, auch in den Baumärkten erlebe ich es immer wieder, in Stehcafe´s, an der Tanke oder wenn solche Rudel die Tram, Busse, die U- oder S-Bahn entern und fast keiner äußert sich in solchen Situationen. Da fallen mir in sämtlichen vorher genannten Institutionen, Schwarze fast nur positiv auf, bei denen kommt erschwerend hinzu, die können sich nirgends verstecken!
Nun kann ich mit einem Beispiel aufwarten, was mit täglich über den Weg läuft, unser U-Mieter. Der könnte vom Aussehen her, als Schwarzkopp, ohne weiteres als Angehöriger jenes zänkischen Bergvolkes nördlich der Alpen durchgehen. Bei seinem Null-Selbstvertrauen, steht dies überhaupt nicht zur Debatte, im richtigen Augenblick kommt bei ihm sofort der leidende Ausländer durch, der Bilderbuchkanake, dessen Heimat angenblich Beirut ist. Dabei bin ich mir nicht mal sicher, ob in seinem Leben überhaupt ein Jahr an Urlaubstagen bei den Großeltern zusammenkommt.
Als Türke ostdeutscher Herkunft, habe ich recht wenige Probleme mit Ausländern in meiner Umgebung. Beobachte aber seit geraumer Zeit schon diesen Generationswechsel in unserem Kiez, wobei mir jungdynamische Bausparfüchse und Angehörige der Erbengeneration aus deutschen Landen, am meisten auf den Keks gehen. Viele darunter, die wirklich nicht betonen müssen, aus welchen Ställen sie herstammen, trotz besseren, oft aber sehr schlecht sitzendem Zwirn am Leibe und ihren bedeutsamen Benzinschleudern...

Vor nicht mal zwei Wochen gab es für mich die Gelegenheit einen  City-Panzerpiloten  (noch dazu einen MemiMihi Mensch mit Migrationshintergrund – er saß in seinem “Pajero) süffisante auflaufen zu lassen, bei ganz weit geöffneter Schublade > die mit den latent vorhandenen Ressentiments, der leicht faschistoid anmutenden Kategorie…
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Leute, schon mal festgestellt, ich spreche folgend nicht von meinen vielen fremdländischen Bekannten und Freunden, mit denen ich vollkommen problemlos klarkomme, sondern von den Massen x-beliebiger Ausländer.
Mit denen man jahrzehntelang versuchte, eine vernünftiges Auskommen zu pflegen. Aber nun schon lange feststellen muss, dies geht gar nicht! Weil es sich nur um eine Einbahnstraße handelt, da man nämlich fast nichts zurückbekommt!
Ganz im Gegenteil, egal wie, mit ihrer Mentalität wird Fairness im Allgemeinen, prompt als Schwäche ausgelegt.
Da ich meine Klappe nicht halten kann, gehe ich gegen unverständliche Kalamitäten, welche mir absolut nicht passen, immer sofort gegen an.
Wobei die folgende beobachtete Misere, weiß Gott, nicht nur Schwarzköppe betrifft! Beziehe mich dabei auf Myriaden von Zeitgenossen*INNERINNEN usw. u.ä, denen in der entscheidenden Entwicklungs­phase noch nicht mal ansatzweise, gewisse bürgerliche Sekundärtugenden vermittelt wurden. Sie deshalb ahnungslos durch die Weltgeschichte mäandern, geprägt durch pädagogische Defizite. Die von ihnen auch noch extrem narzisstisch gestaltet werden…
Dazu gehört das wichtigsten Instrument zwischenmenschlicher Kommunikation, man muss vor al­len Dingen das Zuhören vermittelt bekommen haben und nebenher auch in der Lage sein, Bedürf­nisse im richtigen Augenblick sofort aufs Trapez bringen, ohne Wenn und Aber!
Prompt sitze ich darauf folgend zwischen allen Stühlen, egal in welchem Rudel!
Bei 0815ner Fremdlingen gelte ich augenblicklich als unbelehrbarer Ausländerfeind
Linxwixende Hohlkörper packen mich im gleichen Augenblick in die rechte Ecke
Und kosmische Halbintelligenzler, aus jener unüberschaubaren Runde der schweigenden Mehrheit, bieten mir sofort ihr grenzenloses Verständnis an
Oftmals ergibt es sich trotzdem, dass ich dann nur noch mit süffisanten Provokationen kontere, was ewig in richtungslosen Irritationen endet, weil ich mich von keiner Seite vereinnahmen lassen will…
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Laute orientalisch Musik drangt aus dem halb geöffneten Beifahrerfenster, der Junge mit Kommunikationsprothese am Lauscher und schräg am Ausparken. Wollte ihn raus fahren lassen, gab dafür ein Zeichen mit meiner recht lauten Lenkerhupe. Er bremste kurz, was von mir aber leichtsinnigerweise missgedeutet wurde, fuhr deshalb an, er allerdings auch.
Im letzten Augenblick riss ich meinen Drahtesel nach links, war schon vorbei, benutzte aber gleichzeitig den ausgestreckte rechten Huf als Puffer, hakte allerdings noch etwas mehr nach. Latschte deshalb mit voller Wucht gegen den hinteren Kotflügel, was ganz schön knallte.
Erschrocken dreinblickend, aber immer noch telefonierend, senkte sich auf der Fahrerseite die Scheibe dann vollständig. Natürlich war alles meine Schuld, was mir einfallen würde mit dem Radel gegen sein Auto zu fahren. Abwechselnd, fast gleichzeitig ins Telefon arabische Klänge, in meine Richtung Deutsch…
Da solche Leute rationales Verhalten der anderen Seite permanent als Schwäche auslegen, drehe ich in solchen Momenten richtig prollig auf, was ihn doch etwas irritierte.
Als der Fahrer Anstalten zum Aussteigen machte, wurde mein Drahtesel zwischen uns geparkt und ich nahm dabei meine robuste Kette vom Lenker. Er öffnete die Tür, verzichtete aber darauf, seine Karre vollständig zu verlassen. Kam nicht umhin, ihm eine Frage zustellen, nebst einer erklärenden Feststellung. (In jenem Augenblick, er erinnerte mich mit sein verhinderten Machogehabe und dem Gestank aus seiner Kiste, an unseren U-Mieter. Manchmal lief der auch wie Rambo auf, mit Rasierklingen unter seinen Achselhöhlen, aber mit Billigparfüm eingedieselt, wie mehrere Tunten, dass mir ewig die Luft weg blieb.)
„Sag mal Kumpel! Du scheinst mächtig chronisch untervögelt zu sein, da du sogar beim Ausparken verbal wixen musst!“
Leicht errötend und zum Widerspruch ansetzend, gab ich ihm keine Chance, „du hältst solange ich rede deine Klappe! Wie blöde bist du überhaupt, dass du mit deinen sexuellen Problemen auch noch hausieren fährst?
– Du scheinst nicht zu wissen, was P a j e r o auf Deutsch heißt?
– W i  e  r !  W i x e r, Du Nase!

Telefongeschichten, aber dabei nicht vergessen: G-Punkt ist wesentlich reizvoller als T-Punkt!

Diese Erzählung handelt im weitesten Sinne von einem weit über hundertfünfzig Jahre altem Kommunikationsgerät, was in dieser Form auf unserer ERDENSCHEIBE im Aussterben begriffen ist, nämlich dem guten althergebrachten analogen Telefon, beginne allerdings beim tiefsten Urschleim.
Als Ostzonenableger wuchs ich in einem Haushalt auf, zu dem eine Anbindung an die große weite Welt gehörte!
Meine Großeltern nannten ein – noch aus Friedenszeiten stammendes – Telefon ihr Eigen. Was manchmal mehr Last als Freude darstellte, für unsere Familie oder den beiden bäuerlichen Nachbar­gehöften. Auf der anderen Seite in einer Mangelgesellschaft auch mit sehr vielen Vorteilen behaftet war, besonders für meine Schwester und mich, wenn wir den einen oder anderen Anwohner rasch benachrichtigen mussten.
Wir Kinder durften dieses kleine schwarze Wunderwerk nie selbstständig nutzen, auf der anderen Seite gab es in meiner Schulklasse sowieso fast niemand mit einem solchen Teil zu Hause.
Von Oma gab es immer mal wieder eine leichte Kopfnuss, wenn ich mich bloß mit „26 73“ mel­dete.
Dass mein Großeltern ein Telefon besaßen, ist dem Umstand zu verdanken, weil Opa ein hohes Tier in der Kupferhütte Artern war. Auch nach seiner Haftentlassung, dem vorherigen Kuraufenthalt in Bad Plötzensee, dann Zuchthaus Brandenburg, von 1935 bis 38, wegen Vorbereitung zum Hochverrat und an­schließendem Berufsverbot bis Kriegsende, wurden jene Drähte trotzdem nie gekappt. Dies wollten erst die Kommunisten in den 1950ern nachholen. Großvater, bereits VdN-Rentner, ließ damals einen Spruch ab, als der seiner Tochter zugetragen wurde – einem herben stalinistisches Rotkäppchen – sprang sie daraufhin im Karree.
Opa hatte die Stare vom Fernmeldeamt gefragt, weshalb ausgerechnet die Kommunisten auf die Idee kämen, ihm das Telefon wegzunehmen. Was noch nicht einmal die Nazis versucht hätten, ob­wohl es sich bei ihm doch um einen gefährlichen Volksschädling handelte!
Spannend wurde es immer, wenn die Familienmitglieder, manchmal tagelang auf einen Klingelton vom Amt harrten. Nach einem in die weite Welt angemeldeten Ferngespräches oder alle auf ein an­gekündigtes Gespräch lauerten und die Stunden dabei sehr träge zerflossen.
Dabei war die weite Welt immer der Westen!
Bei sehr wichtigen Angelegenheiten wurde ein Bereitschaftsdienst eingerichtet. Der Wachhabende schlief dann nachts auf der Chaiselongue in Großvaters Arbeitszimmer. War das stressig an solchen Tagen, es durfte das Radio nicht eingeschaltet werden, Oma die oft bei der Arbeit sang, war nervös und mit einem Ohr immer in Richtung Telefon. Machbare Arbeiten wurden dann in Opas kleinem Reich erledigt, z. B. gewisse Vorbereitungen für das Mittagessen oder angesagte Putz und Flickar­beiten am großen Schreibtisch erledigt. Jedenfalls musste sich dann allezeit jemand in der Nähe die­ses kleinen schwarzen Gerätes aufhalten. Einzig Opa ertrug alles mit stoischer Ruhe. Der stand dann stundenlang an seinem Stehpult neben dem Fenster und las, klingelte es, dann erfolgte der Griff zum Schreibtisch rüber. Niemals rastete er während seines Telefondienstes aus, schrie auch nie in den Hörer. Verließ allerdings immer kopfschüttelnd den Raum, falls die Verbindung unterbrochen wurde und die Frauen unter hysterischen Hallo-Hallo-Rufen, dabei wie von Sinnen, rhythmisch auf die Telefongabel droschen.
Als Kind waren für mich Telefonate mit Opas Freund aus Haifa immer das spannendste und unver­ständlichste, was diese Technik betraf. An solchen Tagen durfte ich mich in einem der Sessel ver­graben und am Rauchtisch meine Schulaufgaben erledigen, ohne diese dezent aufdringlichen Kon­trollen von Großmutter. Die folgenden Stunden verbrachte ich dann meistens mit Abpausen auf Per­gamentpapier, aus Napoleons Werken. Stiche mit Schlachtenszenen, berittene Mamelucken, grim­mig dreinschauende Osmanen die martialisch mit ihren Krummsäbeln hantierten oder irgendwas aus dem Brockhaus. Klingelte es, stand ich sofort am Schreibtisch vor dem Globus. Denn unbe­greiflich, kamen fremdländischen Laute aus dem Hörer sonst wo her, aber nie direkt aus Israel. Manchmal hielt Opa die Muschel in meine Richtung und gab bekannt um welche Sprache es sich gerade handelte. In der Regel war nach wenigen Sätzen immer alles unterbrochen, wenn dann nur noch minutenlanges Rauschen oder Knacken erfolgte, wurde aufgelegt. Hinterher sofort auf dem Globus das Anschleichen jener exotischen Stimmen erörtert. Manchmal ging es wieder retour oder sie näherten sich im Zickzack. Die weiteste Verbindung, aber nicht immer die schlechteste, kam über London, Moskau, Warschau, Ost-Berlin, Halle und schließlich nach Sangerhausen
Opa erzählte manchmal – nach Aussage seiner Tochter – großen Blödsinn, wenn er bemerkte, dass die Verbindungen nur deshalb immer so schlecht seien, weil sämtlich Geheimdienste der Welt sein kurzes Gespräch belauschen wollten. Daraus folgerten für mich merkwürdige Rückschlüsse, denn bei einem Anruf aus dem 50 km entfernten Halle oder einem Ort in der Umgebung war die Qualität teilweise noch mieser. Ganz zu schweigen bei dem Hin und Her der Verbindungen nach Hamburg und den ewigen Unterbrechungen dabei. Um ein Gespräch zu beenden, konnten schon viele Stun­den ins Land gehen. Nicht zu vergessen, die dabei parallel auftretenden Geräusche, dauerndes Knacken, Kratzten, Rauschen, das 50 Herzt Brummen, sowie unerwünschte Konferenzschaltungen mit Babylonischen Stimmengewirr. Um es kurz zu machen, ein Telefongespräch war schon ein rich­tiges Abenteuer, unter bestimmten Umständen sehr spannend und facettenreich…
Irgendwann, Anfang 1961, hatte gerade mit Radiobasteleien begonnen, da zapfte ich unser Telefon an, jener unerlaubte Informationsvorsprung ward nie zu unterschätzen! Dafür wurden lediglich zwei ganz dünne Drähte, von einem Trafo, an die Freileitung am Haus gerö­delt. Unter den Dachziegeln verlegt, endeten sie vom Boden aus in meinem Zimmer, der entstehen­de Sound kam dann aus dem 2000 Ohm-Kopfhörer. Die ganze Kabelage am Fenster war für Laien sowieso nicht durchschaubar, da endeten zwei verschiedenartig ausgerichtete Langdrahtantennen und jeweils zwei Pärchen aus Sprenglitze vom Schacht, an denen unten zwei Lautsprecher hingen. Der eine befand sich im ehemaligen Scharraum der Hühner, wo nun meine Karnickelställe standen, die andere Leitung ging in den Garten, zu meiner Bude unterhalb der Hofmauer…
Nach dem anschließenden Umzug in das südlich Gipsviertel, zwei Jahre später, folgte eine tele­fonlose Zeit. Im Wohnbezirk stand zwar eine Telefonzelle für kapp 1200 Einwohner, allerdings fehlte innen permanent das entsprechende Equipment. Im nach hinein kann ich mich überhaupt nicht erinnern, jemals dieses technische Wunderwerk intakt erlebt zu haben.

⸨Kein Wunder, plötzlich gab es die Animals, Beatles, Stones, aber in der Zone keine entsprechenden Gitarren.
Was wurde da gepfriemt, aus Reichsdeutschen Fundstücken kleine Verstärker gebaut, aus dem Zeug der Telefonzellen entstanden sowjetrussische Patente: Pickups für E-Gitarren.
Die seltsamste Form dieser Tonabnehmer bestanden aus 2000 Ω-Kopfhörern, die man an über den Körper der Konzertgitarre klemmte und damit sie nicht verrutschten, kam eine Fixierung mit Leukoplaststreifen. Dabei entstand ein Sound, der klang, als ob eine Ziege in einen Milcheimer schiss…
In der folgenden Datei findet man im letzten Absatz noch eine Bemerkung, zu meiner Gitarrenleh­rerin im Heim. Sie brachte mir auch das perfekte Klimpern bei, es betrafen: If I Had a Hammer, Blowin’ in the Wind und The House of the Rising Sun. Dann endete meine Musikerkarriere, zu Be­ginn der 10. Klasse, sehr tragisch.
Hatte in den ersten vier Wochen, der letzten Schulferien, fast 1000 Mark verdient und verbrachte anschließend zwei Wochen bei meiner damaligen Freundin.
Ende September, zwei Monat vor meinem 16ten Geburtstag (Bin 9 Stunden älter als der segelohrige Dünnbrettbohrer aus dem Buckingham-Palast.), ereilte mich die schaurige Nachricht, dass ihre Erdbeerwoche ausgeblieben sei…
Der Rest wäre aber eine ganz andere Geschichte!

Egal wo ich zu Zonenzeiten jobbte, jeder hielt sich die Leute mit Telefonanschluss nach draußen warm. Außerdem waren alle angeschissen, die sich während der Arbeitszeit nicht trauten die Ar­beitsstätte zu verlassen, wenn nach fernmündlichem Zuruf, für mehrere Stunden irgendwo Bück­ware harrte, Bücher, Platten oder Klamotten. Ganz wichtig schien mir immer der Draht zum Pferde­schlächter, bei dem musste man in kürzester Zeit auf der Matte stehen. Zossen kamen ihm fast nur im Monatsabstand unters Messer, bei der unstillbaren Nachfrage, schon ein leichtes Problem, außer­dem kostete alles verwertbare Zeug lediglich eine Mark das Kilogramm. (Für meine Pferdefleisch­köchelei besorgte meine Großmutter extra Töpfe und lagerte sie auch separat. Benutztes Werkzeug reinigte sie mit Todesverachtung und Abscheu sofort nach jedem Einsatz.)
Im altmärkischen Pfarrhaus (Ich zog dort mit zwei Kumpels im Herbst 1971 ein.) besaßen wir auch einen Anschluss, gedoppelt mit dem Förster. Wir kamen uns aber so gut wie nie in die Quere, da un­sere Konversationen meistens in der Nacht stattfanden, wenn unsere Gesprächspartner im weiten Land, auf Spät- oder Nachtschicht relativ ungestört telefonieren konnten. Eine Bekannte arbeitete in einer Magdeburger Klinik und veranstaltete nächtens, stundenlange Konferenzschaltungen, sei es nur, dass sie zwei Hörer entsprechend aneinander hielt. (Nach dem Mauerfall stellten sich ganz ne­benbei ihre ausgezeichneten Kontakte zu „Horch und Greif” heraus.)
Dann begann, Oktober 1975, mein Aufenthalt in W-Berlin. Das Teflon wurde obligatorisch und alles bis Anfang der 1980er, 20 Pfennige die Einheit – allerdings 24 Stunden!
Da war es preiswerter, dass zwei Dauertelefonierer ihren Hörer nicht auflegten, nur eine Uhrzeit festlegten, wann es weiter gehen sollte. (Meggi war so jemand!) Allerdings konnte man in der Zeit nicht angerufen werden.
Da solche Wartezeiten nie automatisch unterbrochen wurden, es ging nur manuell vom Amt aus, nach aufwendiger Fehlersuche, ließen sich so Leitungen blockieren. (Damals eine beliebte Methode unter mittelständiger Konkurrenz, den anderen mehr als nur zu ärgern. In Stadtrand-Telefonzellen wurde die Gabel mit Holz richtig blockiert und der Zahlschlitz mit Alufolie verstopft.)
Diese Spielchen ließen sich nur umgehen mit einer neuen oder Geheimnummer. Das anschließende Freischalten mit neuen Ziffern kostete 24 Mark, nahm außerdem fast zwei Wochen in Anspruch. Fangschaltungen bei Telefonterror waren damals, bei gewöhnlich Sterblichen, überhaupt nicht denkbar.
Allerdings bestand die Möglichkeit sich mit der Störungsstelle in Verbindung zu setzen. Bei abso­luter Stille an den Enden, jagte sie irgendwann mal etwas mehr Saft in die Leitung und es klingelte trotzdem. Da es auch geschah, dass der Hörer nicht richtig auflag. Später in der WG kam in die Zu­leitung vor der TAE ein Schalter und der wurde nach erfolgreichen Suchanzeigen für Mitbewohner einfach betätigt.
Auf Feten ließ sich meine Kenntnis über die gerade gültige Prüfnummer der Fernmeldemonteure lustig einsetzen, besonders in Wohnungen mit über 150 Quadratmetern und ellenlangen Fluren, wo sich das Telefon mit einem Reichsdeutschen Anschluss, natürlich an der Eingangstür befand. Ich wählte die entsprechenden Zahlen, legte auf, entfernte mich und nach 20 Sekunden begann es, bei einer intakten Leitung zu klingeln. Hob nun jemand ab, brach die Verbindung sofort zusammen und es folgte das Freizeichen. Jene Nerverei ließ sich noch erweitern bei reell erfolgenden Anrufen, in­dem man aus der Sprechmuschel das Mikro entfernte. Während sehr lauten Feten vernahm der An­rufer immerhin ganz leise Geräusche durch das Hörteil. Beide Teilnehmer fingen nun an zu brüllen, bis einer aufgab…
Einen Joker gab es für jemanden, der die ausgelaufene Nummer von einem viel benutzten An­schluss irgendwann mal erhielt. (Bis in die 90er war es für Normalsterbliche unmöglich, nach ei­nem Umzug im Stadtbereich, seine alte Nummer mitzunehmen. Deshalb ließen sich anhand der Zif­fernfolge, Rückschlüsse auf den entsprechenden Berliner Wohnsitz des Teilnehmers schließen.) Dies ging, 1990, einem Mädel mit meiner alten Schöneberger WG-Nummer so. Da sie das Geld für einen Neuanschluss sparen wollte und herausbekam, wer sich ehemals hinter ihren Zahlen verbarg, gelang es ihr schließlich, mich zu erreichen. Die Dame schien mit einem Sockenschuss behaftet zu sein, verlangte sie doch allen Ernstes, dass ich jeden Bekannten mitteilen sollte, wo ich neuerlich abge­blieben war. Monate später, nach einem Testruf meinerseits: Kein Anschluss unter dieser Nummer, sie hatte endlich investiert!
Aus Ostberlin klang das so: Berlin, Hauptstadt der DDR, kein Anschluss unter dieser Nummer…
Weiß aber nicht, ob es sich dabei nur um einen Spezialservice für Anrufer aus den Coca-Cola-Sek­toren handelte.
Ab den 80ern, als in den Zellen erste, elektronisch nachgerüstete Telefone mit Displays aufkamen, bestand die Möglichkeit, Gebühren für Ferngespräche halbieren zu lassen. Da lungerten vor solchen Telefonzellen im Innenstadtbereich und +Berg manchmal Leute herum, die besaßen Innereien von piezoelektrischen Feuerzeugen, versehen mit zwei dünnen Kabeln. (Für jene Lighters legte man in jenen Tagen sehr viel Schotter hin, außerdem bewahrte der Fachhandel sie in verschließbaren Schränken auf.) Der Service dieser Jungs bestand darin, nach kurzer Rücksprache nebst kleinem Obolus, entsprechende Summen einzugeben, was sich absolut fair auf dem Display begutachten ließ.
Eine andere Möglichkeit, die Telefonkosten sogar zu vierteln, bestand darin, dass man die Münzer mit 5-Pencestücken fütterte. Absolut Identisch mit einer Deutschmark, stand deren Wert bei 25 Pfenni­gen. Noch bis in die 90er hinein fraßen Parkuhren, BVG- und Dattel-Automaten und sehr lange noch Pool-Billardtische gierig diese Währung.
(8. Juni, 1982, gegen 14:30, U-Bahnhof Blissestrasse – stoned wie ein Weltmeister – wollte mit mei­ner Freundin zu den Rolling Stones. Meine Barschaft bestand aus ungefähr 20 losen 5-Pencestüc­ken in der Hosentasche, damit versuchte ich einen Viererfahrschein, für 4,50 DM?, zu erstehen. Eine Münze nach der anderen rutschte anfänglich durch. Mit etwas Spucke drauf, blieben beim anschlie­ßenden Durchgang, die verbleibenden zwei, endlich auch hängen. Rasselnd spie der Automat die Karte in das vorgesehene Fach, dann klimperte ein Geldstück hinterher, die 50 Pfennige Restgeld! Neeee, nee – auch etwas in einer leichteren Währung, es handelte sich um ein 50 Centime-Stück…)
Die Bundesbirne holte sich, ob dieser 5-Pencestücke bei UK-Maggie eine mächtige Abfuhr.Als er an sie appellierte, endlich jenen Münzen die Deutschmark-Identität zu nehmen. Sie antwortete ihm daraufhi, wenn er mit diesen Münzen Probleme hätte, dann solle er gefälligst etwas unternehme!
In den End70ern und den beginnenden 80ern war ich oft in London, mit zwei Übernachtungen am Wochenenden, für 99 D-Mark. In jeder Bank konnte man, gleich abgepackt, jeweils zu 100 Stück, 5-Pence erstehen. Durchgehend grinsten die dortigen Angestellten immer ganz dreckig…
War in der Zeit auch oft in Amsterdam, als man noch im Wondelpark pennen konnte, auch in den den niederländischen Banken gab es den entsprechenden Pence-Service. Wurden bei Stichproben­kontrollen im rollenden Korridor-Transit oder auf Flughäfen solche Mengen an UK-Münzen ent­deckt, musste man sie, mit leichtem Verlust sofort zurücktauschen. Allerdings gab es auch die Mög­lichkeit einer Beschlagnahmebescheinigung und das Geld holte man sich dann auf einer hiesigen Bank retour…
Zum Folgenden, kurz einige technische Anmerkungen.
Um bei alten Telefonen extern mitzulauschen, gab es mehrere Möglichkeiten. Die einfachste, an fast allen Geräten konnte man eine zusätzliche Hörmuschel anschließen. In der Regel musste neben dem Anschlusskabel eine winzige Plastikabdeckung entfernt werden und schon ließ sich das zusätz­liche Hörteil einstöpseln.
Als nächstes, auch ganz einfach, es setzte aber den Betrieb eines externen Gebührenzählers vor­aus. Das kleine Kästchen stellte man in die Nähe eines Transistorempfängers, suchte kurz auf UKW die entsprechende Frequenz und schon ließ sich alles mithören.
Ich lötete mir allerdings einen Adapter mit DIN-Buchse und stöpselte das Kabel in die Stereoan­lage, optimal zur Verstärkung und Aufnahme. Weiterlesen

Radiofeuilleton – “Wie viel Überwachung verträgt die Freiheit?” Gäste: Dieter Wiefelspütz, SPD – Heribert Prantl

Sehr spät kam mir gestern die Idee, irgendwann mal, wegen der Nachrichten die Glotze anzuschalten. Auf der Schätzuhr standen die Zeiger auf viertel vor zehn. Das Bild kam, ein Alter schlurfte zum Telefon, nahm den Hörer ab: “Schmidt…“
(Aha, jemand der froh ist, dass er nicht Schulze oder Müller heißt.) Dann fielen mir die Augen von den Schuppen, 77er Herbstnostalgie – Moag a die Schuh? Der Typ sollte Schmidtschnauze darstellen, allerdings erinnerte mich der Darsteller mehr an Herr Kappes aus Oggersheim. Nun gut, die Jungs und Mädels der Filmcrew scheinen sich etwas dabei gedacht zu haben…
Videotext sagte mir, dass anschließend dieser Unsinn fortgesetzt würde, mit Ännchen, die immer Will, oh Gott!
Hat sich schon mal jemand den Kopp gemacht, warum ohne Jahrestag ewig solche Soaps in der Glotze flimmern. Ich dacht man hätte alles im letzten Jahr schon ausgeknautscht, aber denkste!
Nun möchte ich noch etwas verzapfen, was eine Sendung vom Samstag in DeutschlandradioKultur betraf. Ich verzichte dabei auf dieses unsägliche Strickmuster der Verbalhurerei mit politischer Korrektheit, z. B. Terroristin und Terrorist. (Weiß nicht warum, bei Terrorist kommt bei mir oft die Assoziation: Traktorist) Wenn man bei dem Begriff „Terrorist“ schon die sprachliche Nutte PC (Petaccis, Claraetta) besteigt, sollte man auch konsequent sein und es folgendermaßen ausdrücken: „Terrorist/Freiheitskämpfer“! Wat dem eenen sin Uhl, is dem anderen sin Nachtigall! Weiterlesen

“Mein Krampf”

In November ´68 lag eine Zeit hinter mir, die ich bis dato als die unsinnigste erlebte und begann sie unter Ulk abzubuchen. Niemals versuchten mich später solche Unmengen von Flachzangen zu verbiegen, wie sie mir in den geschilderten 18 Monaten über den Weg liefen und denen man Tag und Nacht fast hilflos ausgeliefert war…
Solche Massen von Flachzange erlebte ich später noch nicht mal im Knast!
Ich hänge einige, nicht redigierte Seiten aus jener Zeit an.
…verschollen unter Hallensern, Halloren und Halunken
…und weitere short stories bis 1974 – …nicht abgebucht!
– Habe in dem Skript sogar eine Kleinigkeit vergessen!
Zu erwähnen dass ich die letzten 12 Monate im Schlaraffenland, auch noch stolzer Besitzer eines PM 12´s war…

“Spezjalisten” + “Eksperten”

War mit „Salman“ fertig und wollte Nachrichten sehen, es lief aber noch „FAKT“.
Da stellte sich wieder die Frage, soll man kotzen oder lachen? Ich verzichtete auf beides. Allerdings ging es in den Nachrichten ähnlich weiter. Bei vielen Larven in der Flimmerkiste kam mir Francios Villon hoch: „Man schlage ihre sieben Rippen, mit schweren Eisenhämmern ein, im Übrigen möchte ich vergessen und bitte sie mir zu verzeih’n“.

Wie üblich pennte ich bei der ganzen Scheiße ein, wurde aber bei der abschließenden Lachnummer wach. „Das Wetter wird präsentiert, von den Finanzeksperten der Kommerzbank.“ Weiterlesen

David HONEYBOY Edwards

Wegen eines Konzertes ging es am Freitag, den 10., nach Braunschweig. Kurz vor dem Nest: Stau, weil ausgerechnet vor uns Dracula stippen musste. Grund, die Neugier von Gaffern, wegen eines Hubschraubereinsatzes mit viel Blaulicht und Lalülala. Es gab absolut nichts zu sehen, da die Verursacher ihre Wagen sehr unvorteilhaft unten an der Böschung parkten, aber davon offenkundig nichts mehr mitbekamen…
Da Decker auf dem Domfriedhof zwei Gräber ablichten wollte, ging es zuerst in jene Richtung.
Nach dieser Fahrt kam ein Spaziergang grade recht. Wundervolles Wetter, der Herbst offenbarte sein angenehmstes Antlitz, wenig Bäume schon länger farbenfroh herausgeputzt, begannen sich gerade vorsichtig zu entkleiden – Christof Stählin bezeichnet den Herbst ja, als den Frühling des Winters – richtig! Weiterlesen

WIR OSTLER WAREN NICHT NUR UNTERTANEN

Auf diesen Text gehe ich nur ein, da er scheinbar mit dem Aufhänger eines zarten Kontras gegen Ha Ul We verzapft wurde und die Veröffentlichung am Volktrauertag wie gerufen kommt.
Dessen ungeachtet, klasse miaut Löwe, politisch korrekt, mit dem Versuch eines gutmenschelnden Spagates. Sollte man doch nicht mehr machen, in diesem Alter, oder? Erstens klappern in der Fressleiste die Dritten, und in den morschen Knochen melden sich Arthrose und andere Zipperlein…
Warum sollte ausgerechnet die Zeit von 49-90 zu einem „spannenden Abschlusskapitel“ gelobhudelt werden? Es fehlt noch, etwa ausgehend von „progressiven Modellen“ für den Rest der Welt, made in GDR?
Was konnte die Zone als Appendix Moskaus denn ausrichten?
Gut, Mauer und Zaun haben sie recht vernünftig in den Griff bekommen, allerdings auch nur mit westlicher Hilfe. Weiterlesen

…und Dracula taucht zum Stippen auf

Für Deutschland gefallen
Helm ab zum Gebet.
Millionen von Deutschen sind schon auf dem Feld der Ehre gestolpert und dann gefallen. Dabei betrachte ich nur die letzten 140 Jahre, es betrifft ca. fünf/sechs Generationen, was folglich jede Familie berührte, die einen mehr, die anderen weniger.
Nun kann man ja äußern, wo gehobelt wird, da fallen Späne, viele Späne auf beiden Seiten. Gevatter Hein ist da nicht wählerisch, der Grund des Aufeinandertreffens ist ihm schnuppe, Hauptsache er fährt eine prachtvolle Ernte ein.
Vor den nachfolgenden Sätzen möchte ich noch ein schönes, zeitloses Zitat anbringen, welches man Josef Wissarionowitsch Dschugaschwili zuschreibt: Der Tod eines einzelnen ist eine Tragödie, der Tod von Millionen Statistik. Weiterlesen

Vorgestern, Thema: Mauer – Nachtrag (II) – DEUTSCHUNTERRICHT – Herbst ’88

Jörg und Stefan, einer Maler, der andere Bildhauer aus der fränkischen Lebkuchenstadt, baten mich im Herbst ´88 eine Sight-seeing Tour betreffs Mauerma­lereien zu veranstalten. In ihrem Gefolge befand sich Robbi, ein Kollege aus Schottland.
Nichts Leichteres als dies, dachte ich mir so, aber der Künstler aus dem Vereinig­ten Königreich wollte ganz bestimmte Motive am Beton sehen und ablichten, alle sollten irgendwie eine politische Aussa­ge haben.
Was ich nicht so richtig verstehen wollte, denn die Mauer als solche war doch schon ein Politikum und schließlich konnte sich jeder, wenn er nicht Obacht gab, immer wie­der seine Birne an ihr einrennen. Schließlich waren rund 40 Kilometer Berliner Innenstadtgrenze aus Stahlbetonteilen.
Im Gegensatz zu der politisch westlichen Mauerseite, die immer schön bunt aus­sah, egal von welcher Himmelsrichtung man sie geographisch betrachtete, wurde die Rückwand in Richtung des Schlaraffenlandes der Arbeiter und Bauern in schlichtem Grau gehalten.

Wovon ich mich früher überzeugen konnte, sogar ganz nah, nur vom Stacheldraht auf Abstand gehalten. Einmal, als ich 1964 der Rolling Stones harrte, die auf dem Springerhochhaus konzertieren sollten (anlässlich des Deutschlandtreffens der FDJ), das andere Mal, einige Jahre später, fast am gleichen Ort, nahe der Stelle, wo man des verblichenen Genossen Reinhold Huhn gedachte. Nein, es ist nicht ganz korrekt, denn den Hinkelstein oder die Tafel für Reini habe ich nie zu Gesicht bekommen. Dies hatte folgende Bewandtnis: Als mein Freund Jimi und ich, uns im Sommer ´70 in besagte Richtung begaben, beide langhaarig, bärtig, bekleidet mit Parka, Jeans und Jesuslatschen, ließen uns Zivis an der Leipziger Straße nach einer ausgiebigen Ausweiskontrolle noch passieren.
Aber kurz vor unserem Ziel wurden die beiden nächsten Genossen richtig schnurrig, als auf ihre Frage, was wir hier suchten, als Antwort kam, dass uns nur die Stelle interessierte, an der Hühnchen von bewaffneten Schergen, im Auftrag der CIA gemeuchelt wurde.
„So sehen sie schon aus! Wenn sie nicht augenblicklich von hier verschwinden, sorgen wir dafür, dass sie dieses Wochenende sehr beengt in Berlin verbringen werden!”
Wir trollten uns in Richtung Brandenburger Tor und trafen dort auf eine Gruppe junger Wessi-Mädels, die auf Bänken Unter den Linden hockten und eifrig Ansichtskarten schrieben, die teilweise aus dem anderen Teil Berlins stammten.
In wenigen Minuten zerbrach deren Hintertupfinger Weltbild, nachdem wir mit Hilfe unserer Ausweise belegten, dass sie Zonis vor sich sahen. Sofort erklärten sie sich bereit, Jimi und mir eine kleine Bitte zu erfüllen.
Auf einer abgeluchsten Ansichtskarte schrieben wir einen ganz und gar unverfänglichen längeren Gruß an unseren Kumpel Ali in Sangerhausen. Die Karte sollte dann in Westberlin frankiert und abgeschickt werden, was auch geschah. Nun hatten wir beiden noch zwei Wochen Urlaub, während der wir uns an der Ostsee rum trieben.
So viele dumme Gesichter habe ich auch später nicht noch einmal zu Gesicht bekommen, als wir nach 14 Tagen wieder auftauchten.
– Nebenbei möchte ich noch auf einen kleinen Gegensatz zum Westen aufmerksam machen. Der Bundi als solcher kannte nur diese gewöhnlichen Freudenfeste, wenn Besuch auftauchte. Während meiner Zeit als Zonenhippie habe ich an so mancher Orgie teilgenommen – Feten, gemischt aus Freude, Trauer und Wut, wenn es wieder einem Freund gelungen war, durch den Zaun auf die andere Seite zu gelangen…

Nur am Potsdamer Platz, nach Osten hin, auf einer riesigen Grünfläche war es anders. Im so genannten Niemandsland auf gepflegtem Rasen, da herrschte reges Kleintierleben. Massen an Vögeln menschelten da herum, auch Hasen.
Nur die Hunde des Grenzkommandos schienen es nicht ganz so passabel zu gehen. Obwohl sie, so nah am Klassenfeind, an wesentlich längeren Leinen gehalten wurden als der gemeine Ossi etwas weiter hinten.
Ansonsten sah es hinter der Mauer schon recht trostlos aus, obwohl die Grenzer sich immer sehr viel Mühe gaben, den herbizidhaltigen Boden sehr korrekt zu eg­gen. Wovon sich jeder Politspanner immer wieder überzeugen konnte, wenn er ei­nen dieser vielen hölzernen Aussichtsplattformen erklomm, allerdings in den Coca-Cola-Sektoren.
Einen großen Nachteil haftete diesem, mit bäuerlicher Akribie bewirtschafteten Streifen Land auf dem Boden unsrer Deutschn Demokatschen Replik an, denn zum Schutz seiner Einwohner flogen dort öfters dicht und sehr tief kleine Bleiteil­chen mit einer großen VO umher.
Aber die Westberliner brauchten keine Angst zu haben, schließlich stand die Be­tonwand zu Ihrer Sicherheit da, wenn sie auf der anderen Seite Hasenjagden auf Zweibeiner abhielten.
Bedenklich fand ich nur die mehrfachen Auftritte dieses rüstigen Pensionärs aus Amiland, der mit einem Vorschlaghammer versuchte, unseren schönen Schutz­wall zu deformieren.
Gott sei Dank sah er durch ostdeutsche Hilfe schon bald sein schändliches Trei­ben ein oder er vermisste während seiner kurzen Knastaufenthalte Wopper und Cola.
War mir alles aber auch Scheißegal.

Bei allem politischen Masochismus, der nicht nur mir anhaftete, nämlich nach dem Frei­kauf in Westberlin zu leben, gewann ich der Mauer auch etwas Gutes ab. Lebte ich doch in der Gewissheit, dass sie mir für den Rest meines Lebens jene Leute vom Hals hielt, die mir schon seit Kindheitstagen auf meine Steine gingen und wegen denen ich abgehauen bin.
Ich wollte aber nicht nur wegen der politischen Verhältnisse weg, die mich schon seit meiner Kindheit im Teilelternhaus ankotzten. Schlimmer gestaltete sich im Laufe der Zeit die Tatsache, dass sich immer mehr alte Freunde in Nischen zu­rückzogen. Schließlich einen Kompromiss an den anderen reihten, wie auf einer Perlenkette und letztendlich oft, wie bei ihren Alten erfahren, alles nur dann noch bunt sahen, wenn sie sich mit der flüssigen Volksdroge bis über den Hals zuknallten.
Eins muss ich über den innerdeutschen Zaun im Allgemeinen noch ablassen.
Ich empfand immer wieder, wenn ich der Grenze im Harz ansichtig wurde, dass sie wie eine breite Narbe durch das Grün schlängelte, was mir bis zu meinem 12ten Lebensjahr schnuppe war. Hingegen hatte die Berliner Grenze schon zu meinen Grundschulzeiten immer einen anderen Stellenwert, denn nie konnte ich ihr etwas als Antifaschistischen Schutzwall abgewin­nen, sie war für mich bis zum Schluss das, was sie im ureigenen Sinn darstellte – einfach eine Mauer!
Mir graut bei dem Gedanken, wenn ich so zurückdenke an die Tage, die insgesamt zusammenkämen, als noch ewig irgendwelche Flachzagen, die es alle nur gut mit mir meinten, versuchten, mich von meinem falschen Weg der politischen Betrachtungsweise abzubringen, allen voran die Mutter meiner Schwester. Brrrr….
Freilich war meine Ausdrucksweise in den letzten 25 Jahren nicht mehr ganz korrekt. Denn seit dieser Zeit bestand die Mauer schon lange aus riesigen, Betongegossenen Stellwänden, die sich beliebig mit Kränen versetzen ließen. Zudem immer ausgeklügelter gestylt, sodass Fluchtversuche immer schwieriger wur­den.

Meinen farbigen Schutzschild wollte nun ein friedlich in den Highlands aufgewach­sener junger Mensch unter politischen Aspekten betrachten, warum nicht. Der eigentliche Grund seines Aufenthaltes in Berlin war jener, dass er ein Stipendi­um ergattert hatte, um am Goethe-Institut Deutsch zu lernen – und dann geriet die­ser arme Kerl durch Zufall ausgerechnet an mich.
Mit Fotos machen war an diesem Nachmittag auch nichts, da es sehr schnell dunkel wurde, und teilweise wie aus Eimern zu schütten begann. Alle hart im Neh­men, gings zuerst Richtung SO 36 zum Betanien-Damm. Immer mal wieder rein in die Karre, wieder ran an die Mauer, über die Koch- und von der Wilhelmstraße dann per pedes zum Potsdamer Platz.
Schon zu Beginn der Tour registrierte unser ausländischer Gast zwischendurch immer wieder einzelne Hakenkreuze und SS-Runen. Mir sind sie die ganzen Jahre nie so richtig bewusst geworden, sicher so ´n allgemeine Betriebsblindheit, die sich schleichend breit macht, außerdem gab es ja sehr häufig Tapetenwechsel am Beton.
Einmal darauf aufmerksam gemacht, gaben wir alle Obacht auf diese Zeichen, sie traten manchmal gehäufter, oft gar nicht auf. Trotzdem bestand unser Freund auf eine Begründung, wieso anscheinend niemand Interesse bekundete, sie zu beseitigen. Mit meiner Erklärung, dass die ersten Meter vor der Mauer schon zum Osten gehörten, ergo alle Wallpainter Grenzverletzer seien, konnte er nichts anfangen.

Außerdem haben es die Grepos jahrelang drauf gehabt, alle paar Monate den Beton auf der Westseite zu weißeln. Was innerhalb kürzester Zeit zu einer andersartigen Bemalung führte. Ab den Achtzigern waren die uniformierten Fassaden-Picassos nicht mehr so emsig mit dem Pinseln zur Hand. Meine Vermutung lief darauf hinaus, wegen der anstehenden 750-Jahrfeier Berlins schien die Farbe knapp zu werden.
Eine mich sehr beeindruckende Aufschrift verzapften Leute in den Achtzigern, nach einer östlichen Rekonstruktionsmaßnahme. Allerdings musste für diese Aktion der Landwehrkanal im südöstlichen K-Berg in Richtung Treptow überquert werden, um auf die Ostseite zu gelangen. An den nun dreispurigen Autobahnteilen, gleich am anderen Kanalufer, konnte man kurz vor einer Berliner Wahl, in ca. 2 Meter hoher schwarzer Schrift, auf grellem Weiß, kilometerweit lesen:
HARALD JUHNKE FOR PRESIDENT !
Schade, dass es mit Uns-Harald damals nicht klappte – wäre ja auch gewesen, wie leere Pfandflaschen vor die Säue schmeißen.

Jedenfalls entwickelte sich unter uns eine Diskussion, die sich vom Ansatz her als sehr schwierig herausstellte, denn Robbi bestand darauf, dass wir sie in Deutsch führten. Es fing mit dem Urschleim an – dem Demokratieverständnis! Was bekanntlich, die in UK gepachtet haben, seit man in grauer Vorzeit Anleihen aus dem alten Griechenland nahm. Auf meinen Einwand, dass sich die Situation immer noch irgendwie ähnelt, früher Sklavenhalterstaat, heute nur alles etwas menschlicher verschoben, ging der Gentleman nicht ein. Trotzdem erinnerten ihn die vielfältigen politischen Wall-Interpretationen an Speakers Corner in Hyde Park – bei so viel Demokratie stieg ich aus!
Zog ein Hörnchen ein und fand anschließend das Lauschen mehr als lustig, was auch daran lag, dass sich die meisten bildenden Künstler sowieso in meiner Schublade der extremen Mitte tummelten, dem liberalen sowohl-als-auch. Nur bei Jörg gestaltete sich alles etwas anders, denn er war schon seit Jahren als Nichtgenosse, gut do­tierter Hofmaler der Nürnberger SPD und fing nun an, sich zu e´chauffieren. Nach ge­raumer Zeit einigten sich die drei darauf, dass Mauermalerei schon so etwas, wie demokratische Ausdrucksweise sei. SS-Runen, Hakenkreuze und anderer rechter Scheiß, nur Randerscheinungen darstellten!
Also wurde dem Schotten klarge­macht, was unter Randerscheinungen zu verstehen sei!
Allerdings ist das deutsche Demokratieverständnis absolut nicht auf Great Britain zu übertragen, denn Bob brachte immer wieder alles durcheinander. Selbstre­dend lernte er auf unserer Tour das Wort Randerscheinungen akzentfrei auszu­sprechen. Schließlich fand er ja auch hinreichend Anlässe, dieses Wort zu üben…
Schließlich trieb es unser Gast auf die Spitze. Als er einfließen ließ, wenn man in Berlin eingemauert sei und ringsherum diese Randerscheinungen finden konnte, müsste man eigentlich einen ganz anderen Begriff dafür benutzen und er wüsste einen…
Darauf wurde nicht mehr eingegangen, außerdem hatte er ja eine beliebte deut­sche Vokabel perfekt gelernt.
Total durchgefroren ging es zum Auto zurück und ich sollte mir eine typische Berliner Pinte zum Aufwärmen einfallen lassen. Von Robbi kam eine wage Be­schreibung einer solchen Institution, offensichtlich meinte er Leydicke in der Man­steinstraße, also dorthin.
Da es draußen Mistgabeln schiffte, sprangen wir gleichzeitig in die fast leere Kneipe. Während der Orientierungsphase fing ich an, meine angelaufene Brille trocken zu reiben, noch nicht fertig damit, setzte ich sie aber gleich wieder auf. Denn wir be­kamen mit, dass vom Stammtisch, der vor dem 5 bis 8 Meter entfernten Tresen stand, ein Typ aufgesprungen war, der uns in schwankendem Stechschritt entge­gentorkelte.
Dabei riss er beim Schritt mit dem rechten Bein gleichzeitig seinen Arm mit hoch und brüllte rhythmisch, „Sieg Heil, Sieg Heil!”
Kurz vor uns drehte er zackig bei, um ebenso retour zu marschieren. Seine beiden Kum­pane konnten sich nicht einholen, klopften auf ihre Schenkel, während ihnen vor Lachen Tränen in die Augen schossen, vermutlich wegen unserer verdutzten Gesichter.
Im selben Moment packte der Zapfer den Typen am Schlafittchen und bugsierte ihn raus.
„…Wat soll denn der Scheiß… icke wollte doch nur een Spaß machen… lass mir doch los…”
„Solche Späße kannst du sonst wo veranstalten, aber nicht hier! Solche Gäste habe ich gerne, schon besoffen hier auftauchen und dann so etwas… Ich will dich hier nie wieder sehen!”
Seine Kumpels ergriffen Partei für ihn und fingen an zu maulen. Was den Zapfer aber nur zu der Bemerkung veranlasste: „Entweder, ihr haltet eure Klappe oder ihr verschwin­det auch!”
Der weitere Drang nach Alk siegte über den Anflug von Solidarität, schmollend nah­men die Stammtischzecher wieder Platz.
Dies alles ging in einer rasanten Geschwindigkeit vonstatten.
Noch während wir uns erstaunt genseitig anschauten, kam von Robbi…
„Ihr braucht nicht spre­chen!
Ich verstehe!
R a n d e r s c h e i n u n g !”

Hier höre ich auf!
Denn was an unserem Tisch anschließend abging, wäre eine andere Geschichte.
Wobei man sich sicher denken kann, wie sie ausging.
Allein die Tatsache, dass sich ein extremer SPD-Sympatisant seinen Anteil am Klassenkampf in Schecks vergüten lässt, ist die eine Seite.
Seine Meinung, dass sich das mit den Rechten schon totlaufen würde, die andere!
Aber diese Ansicht gab es nicht nur bei den Sozis schon mal…

DER POLITISCHE WITZ IM OSTEN

Teile des Vorwortes sind von Alexander Drozdzynski – “Der politische Witz im Ostblock”, 1974, Droste Verlag, Düsseldorf – abgekupfert.

“…Es gibt keinen Zirkus ohne Clown. So ein Zirkus wäre langweilig. Ein Clown gehört zum Wesen des Zirkus. Es gibt auch keinen politischen Zirkus ohne politische Clowns. Zwar konnte im Laufe der Geschichte so mancher Alleinherrscher auf Minister und Berater verzichten. Aber Hofnarren hielten sich fast alle, wenigstens einen. Und selbst wenn es keinen Hofnarren gab, so wurde diese Lücke durch Satiriker und Spötter aus dem Volk ausgefüllt, die Witze über den Herrscher im Land verbreiteten. Der politische Witz ist so alt wie die Politik selbst. Das ist eine Binsenwahrheit. Aber man sollte trotzdem hier noch einmal daran erinnern. Der Herrscher als Zielscheibe für Witze, der Herrscher als Spottobjekt – das sind ewige Themen der Politik und der Literatur. Der Spott ist eine gefährliche Waffe gegen die Tyrannei. Er liefert den Herrschenden, den Diktator, seiner ganzen Lächerlichkeit aus. Und darum hassten die Herrscher niemanden mehr als ihre Spötter… Weiterlesen