Kategorie-Archiv: In den ewigen Jagdgründen…

Malcolm Young geht nicht mehr einkaufen

Fuck´n bullshit, mit seinem Tod habe ich nun überhaupt nicht gerechnet und dann nur 64 Lenze auf dem Buckel.
Hatte mich letztens, nach dem Abflug von Fats Domino, noch mit einem Bekannten darüber unterhalten, wer von den alten Heroen aus unseren ausgehenden Kindheitstagen, noch in ihren Warteschleifen auf den endgültigen Trip nach Walhalla lauern. Da erinnerten wir uns nur an Methusalems der Rock und Pop-Geschichte, doch nicht an solch junge Knaben…
Wie bemerkte mein Spezi damals, es trifft halt immer die falschen Leute!
Es schon fast nicht mehr wahr, als ich AC/DC das letzte mal in den Coca-Cola-Sektoren gehört habe.
Übrig bleibt wieder nur ein Häkchen in der Erinnerungsstatistik aus guten alten Tagen…

Vor einem Jahr starb Songwriter Leonard Cohen

Gestern wurde daran erinnert, dass der alte Knabe schon ein Jahr nicht mehr einkaufen geht. Dabei kam es mir vor, als sei sein Lebenslicht erst vor wenigen Wochen erloschen.
Weshalb man in als Poet der dunklen Gefühle bezeichnete, verstehe wer will. Dabei stand unter dem Foto: Der Song-Poet Leonard Cohen traute sich wie kaum ein anderer von Gefühlen zu singen. Richtig, unter seinen Kompositionen befanden sich haufenweise sehr gefühlvolle Dosenöffner
Zum Schluss lief noch auszugsweise aus den 1990ern: Democracy. Kulturzeit hatte jedoch nichts besseres zu tun, sich nebenher als Schwanzlutscher des Kapitals zu profilieren, denn die ganze Zeit wurde zusätzlich Reklame für sony-music eingeblendet…
Dafür hätten sie wohl besser die Übersetzung mitliefern sollen, fand eine recht merkwürdige im Netz.
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Verführung nach Maß – IDEAL UND TYRANNEI DES PERFEKTEN KÖRPERS

Muss wiedermal etwas über Literatur ablassen…
Schon erstaunlich was George L. Hersey (Fast auf den Tag genau, geht GLH außerdem nicht mehr einkaufen.) alles über den menschlichen Körper zusammentrug.
Ließ bei seinen Recherchen mehrere Jahrtausenden Revue passieren, wo er tiefgründig und -sinnig herumstöberte und scheinbar nüscht ausließ, als Sachbuch kommt der Inhalt auch noch amüsant rüber.
Eine geile Schwarte, jedoch täuschen die 240 Seiten!
Alles in höchstens 8-Punktchrift verzapft, entsprechend winzig kommen auch die vielen Darstellungen rüber.
Bereits vor 15 Jahren haderte ich mit der Schriftgröße

Tom Petty geht nicht mehr einkaufen u.a.

Was meldete die NZZ? Der bekannte amerikanische Sänger soll einen Herzstillstand erlitten haben.
Wenn die Pumpe ihren Geist aufgegeben hat, dann ist doch wohl klar, dass ein Mensch wohl oder übel in einen anderen Aggregatzustand wechselt.
Allerdings sind 66 Jahre kein Alter, in dem man zwangsläufig den Löffel abgeben muss.
Andreas Schmidt hatte es bekanntlich noch eiliger, als er sich vor wenigen Tagen vom Acker machte.
Schade um beide Jungs.
Sämtliche Götter*INNEN UNSERES Universums sind halt gnadenlos, ihre Toto-Partien werden immer ein Rätsel bleiben. Gedankengänge in jene Richtung, setzen allerdings einen gewissen Glaubenstrend und die zwangsläufig damit gekoppelten, von irgendwelchen Himmelskomikern gottgegeben Marschrichtungszahlen voraus. Solche tiefschürfenden Überlegungen waren mir bisher fremd. Deshalb mäanderte ich bisher ganz gut durch mitunter täglich anfallenden Unbill, den hauptsächlich selbstherrliche Führungseliten*INNEN der Krone aller Schöpfungen, zwanghaft in vielfältigster Form arrangieren.
NZZ drückt es unter Rubrik: Was heute wichtig ist, folgendermaßen aus: Die Polizei rätselt über das Motiv des Attentäters von Las Vegas…
Schon mal registriert, dass Allerweltseksperten, einschließlich Politiker, mit tiefer Hingabe immer wieder sofort Betroffenheit heucheln und anschließend wird über Motive gerätselt! Spätere Erklärungsversuche von Verhaltensmuster solcher pathologischen Täter sind ewig identisch, dass es sich dabei aber um Ausgeburten einer kranken Gesellschaft handelt, wird auch von den quotengeilen Medien anschließend sofort lustvoll kaschiert. Weiterlesen

Heiner Geißler geht nicht mehr einkaufen,

das bedauere ich sehr. Im Alter erkennt er seine politische Verantwortung zur Wahrheit, schade, so spät. Die Wandlung vom konservativem Hardliner der CDU zum linksliberalen Wirtschafts- und Politikkritiker auf der Basis von Marx, leider alles etwas überfällig.
Einer der nicht-mehr-Parteigänger den ich achte, zuletzt gesehen am 16.06, d.J. auf NDR bei DAS! Oder gerade Wdh. auf phoenix mit Alfred Schier „im Dialog“
Trauer H.
Aus der kalten Heimat erreichte mich der voran gesetzte Text, sicher als Wink mit dem Zaunpfahl gedacht.
Ei, jei, jei! Dies mit Marx, icke weeß nich!
OK, der Scheff hat doch etwas Recht!
Zumindest vertrat Heiner dann später keine neoliberalfaschistischen Hypothesen mehr…
Zweimal war es mir vergönnt, den christdemokraturischen Renegaten live zu erleben, allerdings in den späteren Jahren, da hatte er mir auch gefallen.

Walter Becker † Don Williams † Troy Gentry gehen nicht mehr einkaufen

Man hat das Gefühl, dass sie momentan wie die Fliegen sterben und mir wird nebenher ganz schön mulmig. Beim letztgenannten kommt hinzu, sich bereits mit 50 Lenzen auf dem Buckel unschuldig zu verabschieden, ist schon eine große Scheiße.
Walter Becker Don Williams Troy Gentry
Nebenher kommen natürlich die Einschläge immer näher.
Ende letzten Monats verabschiedete sich auch ein alter Schulkamerad. Er gehörte zu den beiden Jungs während des ersten Klassentreffens nach 50 Jahren, bei denen sofort der Draht von früher wieder angesagt war.
Dabei gab es ab der dritten Klasse auf unser beiden elterlichen Seiten mächtigen Ärger, denn er durfte nicht mit mir verkehren und ich nicht mit ihm.
Damals ließ er mir gegenüber ab, „mein Alter hat mir gesagt, mit dem Ladjer darfst du nicht spielen, denn dem seine Mutter ist eine ganz rote Sau!“
Für die Mutter meiner Schwester hatte das Tabu andere ideologische Gründe, „weil dessen Vater mal ein Sturmlokal betrieb…“
Auch waren die permanenten Bestrafungen ganz unterschiedlich.
Wolfdieter bekam anschließend dann oft Senge, mir brachte die Kontakte immer wieder längeren Stubenarreste ein. Anfangs Kategorie I – Aufenthalt nur in meinem Zimmer. Was ich aber nie als Bestrafung aufgefasste, weil während der angeordnete Stubenhockereien ewige gebastelt wurde mit dem großen Anker- und mehreren Stabilbaukästen, der elektrischen Eisenbahn, darauffolgender Radiobauerei und dem permanenten Lauschen westlich dekadenter Klänge, angefangen bei Western & Country, Rock´n Roll und der schwarzen Musik, sowie einem massenhaften Bücherverzehr.
Eine Gemeinsamkeit verband uns außerdem, mit 13 Jahren fingen wir an zu saufen, auch damit hat es sich bald…

„Can“ kreierte geile Hörnchenmucken, nun geht Bassist Holger Czukay auch nicht mehr einkaufen

Wenn ich es richtig vernommen habe, gibt es morgen auf deutschlandradio kultur, gleich nach der Geisterstunde, etwas zu Ehren von Holger Czukay&Band – oder eine Stunde später.
Wem diese Zeit etwas zu unchristlich vorkommt, kann ja alles mit dem hauseigenen Deutschlandradio-Rekorder aufnehmen.
Hier noch etwas: Soundtüftler Holger Czukay Cool im Radio-Pool
Can(band) – Documentary

Bischof wird bei Kohl ganz persönlich und wendet sich auch an die abwesenden Söhne

Mutti: „Wusste um seine Ecken und Kanten“
Was war denn das heute?
Unbedarft schaltete ich nachmittags die Glotze an und nach wenigen Sekunden sofort wieder aus, weil jemand im violetten Kleidchen irgendetwas über Birne abließ!
Im gleichen Augenblick fiel mir der australische Kardinal George Pell ein.
Die Krönung des heutigen Events wäre ja nun, wenn hinter irgendjemand etwas gegen Angehörige der Riege von anwesenden Kirchenfürsten vorbringen könnte…
Was Pell betrifft, wird es lustig, wenn man die fast zwei Jahre auseinanderliegenden Texte vergleicht.

Heinz Bluschke geht nicht mehr einkaufen oder „Man trifft sich immer zwei mal im Leben“

Ein merkwürdiger Spruch und bringt es für mein folgendes Geschreibsel auch nicht ganz auf den Punkt, nur ein büschen. Da unser Zusammentreffen meinerseits, doch nicht so ganz freiwillig geschah und letzten Dienstag betraf es lediglich die Notiz über sein Ableben.
Aber, wie komme ich darauf?
Jene Traueranzeige streifte ich letzte Woche in der MZ. Dabei fiel mir auf, dass HB sich in den letzten 27 Jahren mit der bundesgermanischen Berufsbezeichnung schmücken durfte: Physiotherapeut! Gibt ja schon einiges mehr her, als das schnöde Masseur von anno tuck, damals zu seinen glorreichen Zeiten in der Poliklinik vom Thomas. Nebenbei knautschte er aber auch noch die Kicker von Stahl Sangerhausen durch.
Ersteres war sein Job und die andere Tätigkeit sicherlich das halbseidene Ehrenamt.
Vor 41 Jahren begegnete ich ihn das einzige mal und dann auch noch als tragende Säule im ersten Schlaraffenland der Arbeiter und Bauern auf deutschem Boden.
Wir trafen damals sogar auf Augenhöhe zusammen, weil der privilegierte Genosse sitzen durfte und ich als Pickel am Arsch der dortigen Gesellschaft, musste allerdings stehen. Dies geschah im Kreisgericht von Sangersdorf.
Seinen wenige Sekunden dauernden Auftritt fand ich sehr belustigend, meine anschließende Reaktion animierte Genossen Staatsanwalt Dorsch aber zum schieren Gekreisch…
(Hänge noch den, Im Namen des VOLKES, ergangene Beleg dran. Vielleicht finde ich auch irgendwann meine Gegendarstellung wieder, die seit Jahrzehnten irgendwo schlummert. Selbiges Urteil fiel mir vorgestern in die Hand, als ich den Nachruf zum traurigen Hinscheiden des großen Sowjetführers, ein Erbstück aus dem kleinen roten Archiv meines Anrührers, suchte.)
Da hockte vielleicht ein Quintett vor mir.
Die beiden Schöffen hatten ihr Gesicht ewig zur Faust geballt, Dorsch echauffierte sich permanent und die Richterin krabbelte laufend in irgendwelchen Papieren herum. Sie war vielleicht noch Lehrling und der Staatsanwalt wollte ihr zeigen, wie man mit Leuten wie mir umsprang.
Einzig, die kleine Probst wies menschliche Züge in ihrem Gesicht auf, sie kannte ich auch.
Gott noch mal, meine Wenigkeit mit keinem Quäntchen Unrechtsbewusstsein beseelt, kämpfte ausgiebig gegen den Schlaf.
Plötzlich eine andere Stimme und Heinzchens große Performance: „Angeklagter, mich würde mal interessieren, wie haben sie sich denn mit ihren sogenannten Freunden in Polen verständigt?“
Ohne über den Sinn dieser dämlichen Frage nachzudenken, kam sofort: „Ganz einfach, wir haben uns unterhalten!“
Mmmm…“
Dorsch: „Angeklagter! Geben sie eine anständige Antwort!“
Mein Anwalt, diese Träne aus Merseburg, zuppelte an meinem Hosenbein, sein Blick sagte alles, obwohl ich bei der Nennung des Begriffes: A n s t ä n d i g – in dem Zusammenhang – fast ausgeflippt wäre.
Also Ruhe bewahren!
In Englisch, Polnisch und in seltensten Fällen kam auch Russisch zum Einsatz.“
Dorsch: „Sie haben sich also in Sprachen unterhalten, die sie in UNSERER Deutschen Demokratischen Republik gelernt haben und mit deren Hilfe sie ihr asoziales Leben frönten?“
Der Knabe schien sich gerne reden zuhören, eine kurze Pause regte mich sofort zum Widerspruch an und den Anwalt zu einer weiteren Zupfaktion.
Das kann ich aber so nicht stehen lassen! Schließlich ist es in jedem Staat mit einem einigermaßen Bildungssystem möglich Fremdsprachen zu lernen! Russisch habe ich sogar acht Jahre gehabt, Polnisch lernte ich bei einem Kumpel. Mit Englisch war es allerdings etwas anderes. Sie kennen doch hier alle meine Mutter. Von ihr bekam ich in der siebten Klasse nicht die Erlaubnis am fakultativen Englischunterricht teilzunehmen, deshalb hörte ich monatelang an den Wochentagen English by Radio der BBC.“
Nun schien sich Genosse Dorsch nicht mehr einzuholen!
Herr Bluschke zog daraufhin einen Flunsch.
Statt sich zu freuen, was er mit seiner prozessentscheidenden Frage losgetreten hatte, schien ihm die ganze Angelegenheit nun irgendwie doch nicht zu behagen…