War heute im Foyer des Berliner Verlages, wegen der „Unbekannten Bilddokumente – Berlin nach dem Krieg“.

Was soll ich nun darüber ablassen?
So unbekannt waren alle Fotos nun auch wieder nicht, zumindest für jemanden mit Zonensozialisation. Gescannte, sehr grobkörnige hochgezogene Abbildungen hatte jemand unmotiviert an die Wände gepappt, hinzu kam das Scheißlicht in der Räumlichkeit.
Ausgerechnet im hellsten Teil des Vestibüls stand vor den Bildern ein Tisch, an dem sich zwei eifrig schwätzende Gewerkschaftsfuzzies breitgemacht hatten, wegen der gerade anstehenden Betriebsratswahlen. Ewig huschten irgendwelche Leute, aus zwei luxuriösen Wahlkabinen zur Urne auf dem Tisch. Jeder Zetteleinwurf wurde mit nettem Cocktailsmalltalk kommentiert.
Gewerkschaftler sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Alle schienen ihre „demokratische Pflichtübung“ hastig in der Mittagspause zu erledigen.
Vor über 30 Jahren erlebte ich solche Aktionen in der Betriebskantine, alles spielte sich grundsätzlich während der Arbeitszeit ab. Obwohl in der Firma Alkoholverbot herrschte, ging es erst an die Luke zu den beiden Küchenfeen. Mit Hilfe ihrer gekühlten Biere zog sich alles mächtig in die Länge…
Das waren Zeiten, da konnte man noch in allen Lebenslagen Verhältnisse genießen, die sich bis heute nur in griechischen Gefilden erhalten haben. Gut, ein bisschen auch noch in Portugal, Spanien, Italien…
Leute, wer mit offenen Augen dort unten rumdüste, der genoss doch im Urlaub diese „Schlamperei“. Kenner nannten es allerdings Laissez-faire, ich natürlich auch. Schließlich lebt man nicht nur für das Robotten…
Was mir in diesem Zusammenhang einfällt. Den jetzige Zustand haben wir doch Angehörigen von „demokratischen“ Seilschaften zu verdanken, die Europa zu einer Luxushure verkommen ließen, jenen notgeilen und selbstverliebten Globalisierungsfetischisten.
Da wundert es mich überhaupt nicht, dass es in der Sternstunde von „Experten“, „Spezialisten“, Deutern, Kaffesatzlesern, Dummschwätzern und Besserwissern, Guida Schwesterwelle schlicht die Sprache verschlug. Scheinbar hat er sich in ein Darkroom verkrümelt
Wenn ich daran denke, was für pfiffige Länder gerade ihre Startlöcher hacken, um in der nächsten Zeit mit der scheintoten Εὐρώπη auch noch ein Nümmerchen zuschieben und das wird richtig lustig.
Allerdings werden künftig die Magyaren alles auf Vordermann bringen – Recht und Ordnung werden die künftigen Maßstäbe heißen! Vielleicht mit einer neuen Achse: Budapest – Rom – Berlin! Allerdings nur unter der Bedingung, dass im gesamten neuen Reich wieder die Deutschmark eingeführt wird!

Unsere Stadt zur Stunde Null

Jedes Jahr das gleiche Spiel.
Anfang Mai wenn sich der 8. nähert, werden die Jahre nach 1945 addiert.
2010 sind wir beim 65-sten Jahrestag gelandet, was die „bedingungslose“* Kapitulation von Hitler-Deutschland angeht.
*(Dieser Begriff geht bestimmt auf General Pershing zurück, dem Oberbefehlshaber der US-amerikanischen Truppen an der Westfront. Schon 1918 nervte er damit seinen Präsidenten W.W., der diese Formulierung allerdings ablehnte. Pershings damaliger Adjutant, Marshall, wird es nach dem zweiten verwonnenen Krieg des Deutschen Reiches nochmals versucht haben.)
Zum 8. Mai muss ich noch etwas ablassen, speziell zu seiner Definition als „Tag der Befreiung“.
Um all jene Deutschen aufzuzählen, die ich in meinem Leben persönlich kennenlernte und die den Tag wahrhaftig als Befreiung empfanden, da genügen sämtliche Finger beider Hände (ohne die Daumen). Zu dieser Gruppe gehören u.a. mein Großvater, seine Ehefrau und deren Tochter…

Aus Anlass dieses halbrunden Gedenktages findet im Foyer des Berliner Verlages eine Fotoausstellung satt.
Karl-Liebknecht-Str. 29,  10178-
Berlin
Die Ausstellung ist vom 5. bis 25. Mai, montags bis freitags, 10-18 Uhr geöffnet

Und weitere Ablichtungen – vom Schutt der ehemaligen Reichshauptstadt zum hundeverschissenen Bundeshauptdorf



Ein Desaster, viele Verantwortliche: Wie Europa Athens Misswirtschaft ignorierte

Ein recht witziger Artikel der die Scheiße vor unserer Haustür betrifft.
In der gedruckten Ausgabe befindet sich noch ein Bildchen mit nummerierten Konterfeis, der Text bezieht sich auf die angegebenen Ziffern. Was haben sie da teilweise für merkwürdige Larven abgebildet, von diesen selbstverliebten Oberpolitikern . Manch einer glotzt aus der Wäsche, dass man ihn eigentlich ganz wo anders vermuten könnte.  Weiterlesen

Autobombe (sg. Polenböller) am Times Square entschärft

New York – Möchte mal wissen, wer sich diesen Joke erlaubt hat und nebenbei pakistanische Taliban als Schwachköpfe verkaufen möchte. Diese Jungs haben weiß Gott oft genug bewiesen, dass sie auch mit geringem Aufwand optimale Ergebnisse erzielen können, oder etwa nicht?
Sieht alles nach einem bescheuerten Auftrag aus irgendeiner Ami-Behörde aus.
Kommt doch sehr gelegen, lenkt etwas vom Ölboom im Golf ab.
Es scheint sich ja um eine Agenturmeldung zu handeln, die aber unterschiedlich verbraten wird, in der Glotze zeigten sie drei Gaspullen à 5-Kilo, zwei Plastikkanister, die allerdings an 10 Liter Füllmenge erinnerten, Drähte und anderes Zeug. Mit sehr viel Phantasie waren Batterien und „Feuerwerkskörper“ erkennbar, wozu dieses Zeug?
Wieso dieser „aufmerksame Vietnam-Veteran“ (der war sicher stoned) durch die getönten Scheiben  des Wagens leichten Rauch von der Rückbank aufsteigen sah und ein Polizist sofort meinte, er erkenne den Geruch von Schießpulver – alles urst komisch.
Klingt so aufbereite, damit Omis augenblicklich das Schlimmste ahnen müssen. Weiterlesen

Herr E. Körting – warme Luft aus eckigen Seifenblasen

Wenn man Herrn Thomas Leif richtig verstehen sollte, dann handelt es sich bei dem Interview vom hiesigen Innensenator um eine journalistische Sternstunde. Wieso wurden für diesen Artikel überhaupt drei Berichterstatter bemüht? Was wäre überhaupt herausgekommen, wenn sich einer solo versucht hätte und wobei handelt es sich um jene “(Eine) Herausforderung für die Stadt”?
Auf Mike Wolff Bildchen ist es wirklich gut erkennbar, wie der Mann aus der Wäsche blinzelt, hat er die „Sicherheit im Blick. Bereits zum 9. Mal trägt Ehrhart Körting die politische Verantwortung für die Polizeieinsätze am 1. Mai in Berlin…“
Aha, bereits zum 9. Mal trägt Ehrharten die politische Verantwortung irgendwo hin. Was geschieht anschließend mit ihr, wenn sie irgendwo entsorgt wurde?
In diesem Jahr darf er für diesen demokratischen Akt sogar 6000+3 Polizisten instrumentalisieren. Die werden sich wie die ganzen vorangegangenen Jahre wieder mächtig freuen, wenn sie als willige Lakaien der Probierpolitiker, die uns momentan verwalten, wie üblich die heißen Kartoffeln aus den vielen Feuern klauben dürfen…
Und wenn Onkel Körting nicht sterbselt, wird er nächstes Jahr zum 10. Mal die „Verantwortung übernehmen für…“
Na, mal sehen?!? Weiterlesen

Schuld sind immer die Anderen! Diese Floskel zur Lebensmaxime erhoben und täglichen optimal eingebracht, vereinfacht das Leben ungemein. Nach sehr langer Zeit bin ich endlich auch dahinter gestiegen…

Unsereins muss sich nicht in einer Schlange drängeln, die irgendwo an einem „Roten Kreuz“ Buffet vorbeiführt, an deren Flanken schwerbewaffnete Jungs mit pickligen Gesichtern und Blauhelmen auf dem Haupt, die „wartende“ Meute „beaufsichtigt“.
Nein, man kommt hungrig aus dem Wirtshaus und langt anschließend in den Kühlschrank, auch „Öko“ dabei, zumindest was die Preise betrifft.
Irische Butter, Tzatziki (Wenn die Griechen uns weiter in die ökonomische Scheiße zerren, werde ich diese Speise aus Protest bald nicht mehr essen) hauseigener Herstellung mit holländischen Gurken, dazu Kräuterkäse vom letzten Polen-Trip, zwei spanische Tomaten, gewürzt mit Tandori-Masala vom Inder, Habanero-Pfeffer aus Mexiko und zwei dicke Scheiben Sonnenblumenbrot vom „Körner-Fresser-Bäcker“.


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Wie hieß es denn immer? „High sein, frei sein, Chaos muß dabei sein!”

Eine rumänische Zigeunerin warnte nach einem längeren Blick in ihre Kristallkugel vor einem gewalttätigen 1. Mai! …Vor allem in Hinblick auf Proteste gegen Neonazis. Sie rechnet mit bis zu 3011 Rechtsextremen und rund 10.213 Gegendemonstranten.
Diese Meldung wurde unter dem Siegel der Verschwiegenheit Berlins Innen- und Außensenator zugespielt. Jener Genosse findet seit Jahren schon Gefallen daran, solche Tatarenmeldungen in den Medien zu verbraten, scheinbar verbunden mit der Hoffnung, dass auch wirklich etwas passiert.
Na hoffentlich, erst solche Bambulen herbeisehnen, 6200 (400 mehr als letztes Jahr) grüne Staatsdiener ins Bundeshauptdorf karren und dann sollen die auf Kosten der Steuerzahler Däumchen drehen, wie stellt man sich das denn vor?
Wie zu Zeiten der Ostberliner Nationalen Front bekommt Rot von Schwarz Schützenhilfe.
Who the fuck is Hans-Peter Uhl?
Warum ausgerechnet der ehemalige Hinterbänkler (Christ-Sozialistischer Prägung) sich ausländerfeindlich gebärdet, ist mir vollkommen unverständlich, der Herr dr. Jur. meinte nämlich, „Für Randalierer, Vandalen*(Angehörige eines germanischen Volkes mit Migrationsgrund) und Kriminelle haben wir Handschellen und Haftanstalten.“
Die Route der Neonazis wird auch deshalb von der Polizeiführung geheimgehalten, weil „Linksextreme in der Vergangenheit solche Strecken schon präpariert hatten“, sagte Körting. So seien dort etwa Steine auf Dächern deponiert worden.
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Aygül Özkan – fast vorgesehene Frau Minister für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration und, und, und…

Diesmal gräbt niemand anderen eine Grube, sondern Christian Wulff (CDU) aus Hannover füllt das momentane Frühjahresloch und instrumentalisiert dazu Aygül Özkan.
Diese wiederum bringt sich mit einem merkwürdigen Spielchen ins Mediengerede, allerdings auch respektlos. Ehe man los plappert, sollte man seine grauen Zellen aktivieren, sich dabei überlegen, was man überhaupt ablassen will und schließlich zu seinem Worte stehen.
Auf der anderen Seite lässt dieses Verhalten auf eine ganz bestimmte Mentalität schließen und ich meine damit nicht nur ihr „Hü“ und dann ihr „Hott“…
Dieses „rin in die Kartoffeln und raus aus die Kartoffeln“, ist bestimmt mit vielen Vorteilen behaftet für ihren künftigen Job als Ministerin für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration und, und, und…
Dabei sprach sie mir aus dem Herzen.
„Christliche Symbole gehören nicht an staatliche Schulen“, sagte die Muslimin dem „Focus“. „Die Schule sollte ein neutraler Ort sein.“ Ein Kind müsse selbst entscheiden können, wie es sich religiös orientiere, erklärte Özkan…
Darum hätten auch Kopftücher „in Klassenzimmern nichts zu suchen. Kinder haben in der Schule das Recht auf ein neutrales Umfeld, deshalb sollten Lehrerinnen kein Kopftuch tragen.” Für Schulen in kirchlicher Trägerschaft solle allerdings kein Kruzifixverbot gelten.
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Alfred Polgar, † 1954-04-24 Zürich

Letzten Sonntag erinnerte mich ein Artikel über Mark Twain an mehrere Schreiber, die sich Anfang letzten Jahrhunderts ebenfalls kurzzeitig in Berlin niederließen, Alfred Polgar und Egon Erwin Kisch fielen mir als erste ein.
Vielleicht war ihre Antimilitarismus auch ein Grund, sich ausgerechnet im Zentrum von Preußen niederzulassen.
Ach so, warum ich diese Zeilen abließ? Zur Erinnerung! Denn vor genau 55 Jahren gab AP seinen Löffel in Zürich ab.
Hier folgen nun einige Sätze von: Amazon.at-Redaktion
Polgar war ein Meister der kleinen Form, dem das Leben zu kurz schien für lange Literatur. Er schrieb deshalb Feuilletons, Skizzen, eine Fülle von Rezensionen und Kritiken, Aphorismen und wieder Feuilletons. Und diese kurzen Texte darf man nicht unterschätzen. Immer wieder verblüfft, wie viel er darin verpacken konnte. So lässt sich gut demonstrieren, wie Texte, die eigentlich für den Tag geschrieben wurden, noch nach Jahrzehnten witzig, unterhaltend und sehr nahe sein können. Wohltuend ist dabei auch, dass seiner Sprache das heute übliche Knallige und Spektakuläre gänzlich abgeht.
Unter den Nationalsozialisten musste Polgar emigrieren. Nach dem Krieg kehrte er zurück, und man verpasste ihm schnell das Etikett eines Klassikers – oder wie er es ausdrückte: “In Österreich ist ein empfindlicher Mangel an Klassikern ausgebrochen, und da musste ich eben aushelfen.” Herumgereicht wurde er gerne, doch war sein intellektueller Witz und sein unbestechlicher Blick unbequem geworden. Genaue Beobachter stören immer, besonders wenn am Wiederaufbau gearbeitet wird und die früheren Jahre möglichst schnell vergessen werden sollten.
Diese Auswahl in diesem großen Lesebuch macht Lust auf mehr Polgar. Deshalb ist die Ankündigung erfreulich, dass ein weiterer Band folgen soll, diesmal mit seinen Theaterkritiken. –Tobias Hierl — Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Pressestimmen
“Man sollte Polgar lesen, weil er Vergnügen macht und gescheit ist.” (Elke Heidenreich)

FUSSNOTE: Diese Hausseite der Universität Salzburg, mit den Links zu A. Polgar und E. E.Kisch, umfasst nur Österreichische Schriftstellerinnen und Schriftsteller des Exils seit 1933!