BERLIN – Kümmerlich, impotent und mistig

Zum oberen Spruch / O-Ton Herr Pobereit: Berlin ist arm, aber sexy!

Eigentlich sollte hier etwas über eine kleine Ausstellung von Adam Tellmeister stehen, ich hatte aber meinen Finger nicht vollständig aus dem Arsch bekommen –

Der Alex hat sich schon lange zu einem Abklatsch der ökonomischen Situation unseres Planeten verwandelt.
Ihn provinziell zu nennen, käme einer Verehrung gleich, auch die dortigen Konsumtempel werten ihn nicht auf. Walter Womackas „Nuttenbrosche”, vor wenigen Jahren aufgepeppt, gleicht einem riesigen Müllbehälter, aber im Hintergrund strahlt „Kaufhof”.

Blond macht geil!

Blond macht geil!

Im Vordergrund die Nuttenbrosche

Im Vordergrund die Nuttenbrosche

Wesentlich attraktiver als das ehemalige „Centumwarenhaus” erscheint er trotzdem nicht, obwohl jemand mit Millionen versuchte aus einer Flunder einen Zierfisch zu kreieren. Cheep & Awful daneben präsentiert sich nicht viel besser. Weiterlesen

“Hosea 8, Vers 7”

Da es sich bei mir vermutlich um das Produkt einer sinnlos verbrachten Tanzpause zweier Neobolschewiken handelte, angerührt im Jahre des Herrn 1948, ergab sich als logische Schlussfolgerung, dass weitere Leben fristete ich als Heidenkind. Was meine Bibelfestigkeit anging, deshalb nur mit wagen Erkenntnissen als Selfmademan aufwarten konnte, allerdings mit vielen sehr wichtigen Episoden und den damit verbundenen Sprüchen. Geprägt durch eine mitteleuropäische Sozialisation im Allgemeinen und der zonenspezifischen im Besonderen, klingelten irgendwann mal folgende Worte in meinen Ohren: Da lautet doch das erste Gebot Gottes: „Ich bin der Herr, Dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.“
Was aber mit denen über und unter mir? Also mussten doch tausende von Göttern existieren, oder nicht? Infolgedessen suchte ich mir für entscheidende Lebenslagen immer wieder entsprechende Götter und Apostel selbst aus.
Flatulus, das ist z.B. ein göttlicher Geselle, taucht er mal auf, dann ist er nicht nur neben einem, der macht sich schlicht überall breit. Was außerdem jeder der noch Herr, oder Frau seiner sieben Sinne ist, registrieren kann…
Und dann erst meine Apostel, Johannes der Säufer, oder jener Herr Paulus der mit Leuten in einer ganz bestimmten griechischen Provinz korrespondierte. Er schrieb damals an die Korinther: “Saufts wie die Bürstenbinder!” Weiterlesen

Dummheit muss bestraft werden

Es begann damit, dass ich bei Nieselregen auf dem Drahtesel anfing im Kiez nach einer Zeiteisenreparaturwerkstatt Ausschau zuhalten.  Den Herrn Uhrenapotheker gleich um die Ecke zog ich bewusst nicht in Betracht, denn es müsste doch genügen, einmal über den Löffel balbiert zu werden.
Vor Jahren offenbarte meine schöne, chinesische Taschenuhr nur noch zweimal am Tag die korrekte Zeit. Um zu erkunden was für einen Stromspeicher sie enthielt, musste ich sie aufbekommen, dazu war ich aber zu blöde. Also hin zu diesem Uhrenklempner, fragte ihn, wie viel Millionen er für Öffnung und die einzusetzende Batterie aufrief. Reinschauen wäre eine Serviceleistung und verschwand, setzte vor meinen Augen diesen kleinen Brösel ein, beim Zuklippen nannte er einen Preis, den jeder Loddel als Anzahlung für seine Rolex hinlegen würde. Nach meinem Widerspruch erließ er eine Mark und ich Idiot ging darauf ein. Später stellte sich heraus, in „Rudis Resteboutique“ hätte man ad hoc vier Knopfzellen dafür erhalten.
Zu guter Letzt, gab dieser Chronometer wenige Tage später seinen Geist auf…
Weiterlesen

ELVIS – the PELVIS (II)

Zu Beginn meines 9. Schuljahres tauchte der zwei Jahre jüngere Aggi, aus Halle, im Heim auf. Seine Mutti war zu zwei Totensonntage hinter Schwedischen Gardinen verdonnert worden. Es handelte sich dabei um eine exemplarische Bestrafung, diese Nase hatte auf ihrer Arbeitsstelle, im Kaufhaus, nebenbei Nahtlose von ihrem Ex aus dem Westen, als Bückware verkauft. Hinzu kam, dass sie öfters im Dunstkreis der Freundschaftskanne auftauchte. Kanne, der Hallenser Begriff für eine kleinbürgerliche Gang, die sich Anfang der 50er noch am Theater der Freundschaft traf. Später, als auch im Osten die Motorisierung begann, hingen Männlein und Weiblein, wegen fehlender Parkplätze im Zentrum, etwas abgelegener, an der Moritzburg herum. Außer den Motorrädern aus sozialistischen Produktionsstätten, mehrheitlich 350er Javas aus dem Tschechland, provozierte natürlich das Outfit. Die Jungs in Nietenhosen, Elvistolle und Lederjacken. Wobei so manches dieser Offizierskleidungsstücke, von Papa aus seiner Zeit bei der SS, der Deutschen Wehrmacht oder Luftwaffe stammte – Klasse Qualität und zeitloser Schnitt.

(Auch ich besaß Anfang der 70er eine Joppe höchster Güte, aus den 20ern. Allerdings sehr dickes Leder, schwer, steif und ohne Reißverschluss, dafür mit vier großen Taschen versehen – vom Rotfrontkämpferbund.)
( – NACHTRAG – Muss dazu noch eine Ergänzung einschieben! Eigentlich entsprang der Besitz dieser Rotfrontjoppe einem recht merkwürdigen Tausch. Öfters besorgte ich mir in einem Eislebner Trödelladen Schellackplatten und warf nebenbei ewig Blicke auf alte Klamotten, die dann umgestaltet wurden. War nebenher auch scharf auf eine Lederjacke. Irgendwann meinte der Schefff , „ich habe etwas für dich, musst es dir aber entsprechend umarbeiten! Für 10 Mark überlasse ich dir ein schweres Lederteil.“  Ging nach hinten und stellte dann einen Mantel vor mich hin. Jener Kerl, der ihn früher Trug, musste ein Hüne gewesen sein. Zog den Mantel über, der war an den Schultern zu breit und nach unten fehlten zwei oder drei Zentimeter zum Boden hin. Grinsend kam, „10 Eier sind geschenkt, muss aber dazu sagen, es handelt sich um einen Gestapomantel!“
Nahm ihn trotzdem mit, in der Hoffnung, ihn entsprechend abzuändern. Was sich hinterher, bei dem dicken Leder, als fast nicht machbar herausstellte, wäre nur mit einem riesigen Aufwand möglich gewesen. Trug ihn, zumindest im Dorf, nur zweimal. Wegen meiner Jesuslatschen schlug mir der untere Rand die Fersen wund. Wenige Tage darauf, sprach mich ein Arbeitskollege an, weshalb ich das Teil nicht mehr tragen würde und gab ihm die entsprechende Begründung. Da schlug er mir einen Tausch gegen eine Rotfrontkämpferjacke vor, auf den ich natürlich flugs einging. Kaum drei Jahre später wechselte die Joppe, gegen zwei Flaschen Schluck, den Besitzer…)
Weiterlesen

Recht ungute Gutmenschen sind los

Martensteins Meinung teile ich nicht, was die Serie „Zeitzeugen“ betrifft. Er lässt dabei ab: „Die bayrische Regierung will das verbieten lassen, ein gutes Beispiel dafür, wie kontraproduktiv unintelligenter Antifaschismus sein kann.“
Vollkommen klar, dass im Auftrag der Christsozialisten gegen diese Machenschaften von der Insel angegangen werden muss. Schließlich sind sie geschäftsschädigend! Weiterlesen

ELVIS – the PELVIS (I)

Um abzulassen, wie es kam, dass ich als Ableger einer hardcore Stalinistin zu einem der größten Elvisfans im Dorf mutierte, und was mir dies für Unbill einbrachte, muss ich weit ausholen.
Zu einer Zeit, wo der gemeine Ossi, alles aus dem Westen postwendend und ehrfurchtsvoll, 1 zu 5 in Ostmark umrechnete, tauchte Asse (Seine Eltern betrieben in Sangerhausen den größten und modernsten Frisiersalon.), als 12jähriger im Sommer 1959, mit einer Anodenwumme im Stadtbad auf, für umgerechnet runde 2500 Ostmark. Weiß nicht mehr, entweder von Schaub-Lorenz oder Grundig. Was mich am meisten beeindruckte, war die Antenne, sie zog man wie ein Stahlbandmass, etwa 1 Meter, aus dem Gehäuse. Zum Betrieb dieser kreischenden Wunderwaffe benötigte man zwei verschieden Stromspeicher, für die Heizung der Röhren (3 Volt) und zum weiteren Betrieb die so genannte Anodenbatterie, mit ca. 70 Volt und die kostete fast zwanzig Mark. Letztendlich, um mit Asses Radio knapp eine Stunde voll aufgedreht Musik zu lauschen – immer für über 20 Mark einen Batteriesatz. Der damalige Stundenlohn eines Arbeiters betrug ohne Zuschläge, gerade mal 1,20 in der Stunde – Brutto. Weiterlesen

Goetz Widmann u.a.

Bonn – Wenn ich nur wüsste, in welchem Zusammenhang der Name jenes Marktfleckens, mir etwas sagen sollte. In dieser Woche hörte ich mal wieder etwas aus diesem Nest. Irgendein „wichtiger Kongress” fand dort statt. Muss sich um etwas politisch Korrektem gehandelt haben. Gutmenschelnde Weißbrote luden „global” wieder mal zu einem Alibithing. Fällt mir immer dann auf, wenn sich irgendwo Rudel, von Deputierten fast aller menschlichen Rassen tummeln, die unser Planet so zu bieten hat, bunt aussehend an Haut, Haaren und Kleidung. Die nordischen Gastgeber unterscheiden sich oft nur an der zur Schaustellung ihrer entsprechenden Betroffenheitslarven, das aber mit Bravour. Diese folkloristischen, kollektiven Verbalmasturbationsperformances kosten ewig ein Haufen Schotter, bringen rein gar nichts, außer, dass der Rest der Welt verscheißert wird – machen sich aber weltweit gut für Plebse. Denn wichtige Entscheidungen werden von „Expertengremien” getroffen und die tagen im Untergrund, in Bars und Bordellen…
Bonn – jetzt habe ich´s. Aus dem Nest stammt ein bekannter Musikus, der in den Fünfzigern von einem Neger aus St. Louis, Missouri , den ungebildeten middleclass kids im Amiland und anderswo näher gebracht wurde.
Nebenbei, solche Leute wie Chuck und seine Kollegen haben weit mehr zur Völkerverständigung beigetragen, als so mancher, mit dem „Friedensnobelpreis geehrter”, vorher andersweitig instrumentalisierter  Verbrecher… Weiterlesen