Archiv für den Monat: Dezember 2016

Märchenstunde mit Frau Bundeskanzler

Bei dem Blick dachte ich so, hörst dir mal diesen Ausschnitt an, eine Minute und 45 Sekunden wirst du schon überleben. Hinterher sah alles aber ganz anders aus, fragte mich anschließen, welche Art von Drogen waren denn da mit im Spiel? Fand aber, dass ihr Salm doch recht gut synchronisiert rüber kam, gleiches traf auch weitestgehend für ihren Tonfall zu.
Plötzlich hatte ich eine Idee und suchte in der Tube Den Wolf und die sieben Geisslein, ließ das Hörspiel anlaufen, drehte beim gleichzeitig laufenden ARD-Gpalpper den Ton ab.
Was soll man sagen, etliche Passagen wurden sogar Lippensynchron dargeboten.
Suchte anschließend den vollständigen Wortlaut der Kanzlerrede und musste feststellen, Grimms Märchen war nachvollziehbar.
Irgendwann landete ich beim ZDF, dort lief: „Der satirische Jahresrückblick 2016“. Jene Collagen machte mich natürlich wesentlich mehr an, obwohl ich Mutti um einiges komischer fand, wegen der gekonnt umschriebenen Inhaltsleere…
Also Leute: „Kopf hoch oder ich schieße!“ – ansonsten Augen zu, Hand vor den Arsch und durch!

 

„Allerdings müssen wir zugeben können, dass mit den Flüchtlingen eben auch Kriminelle und Psychopathen zu uns kommen.”

Ob Babsi John überhaupt weiß, dass in fast jedem Bus aus Chemnitz mehrere BVer hockten, die dem Bund als Geschenke offeriert wurden?
Im Netz fand ich nichts über ein Büchlein, welches Ende der 1970er/Anfang 1980er nur wenige Stunden im Handel war. Es stammte aus der Feder von zwei französischen Journalisten, die den staatlich sanktionierten Menschenhandel zwischen beiden deutschen Staaten ableuchteten. Merkwürdigerweise ist dieser Literaturhinweis auch heute noch nicht bei WIKI zu finden. Dort drin befand sich auch eine Einkaufsliste, beginnend mit den Preisen für Hilfsarbeiter bis hin zu hochqualifizierten medizinischen Personal, wobei dort noch Boni hinzukamen, für Promotionen und spezielle Qualifikationen. Auf den vorderen Rängen kursierten u.a. Dentisten, Kieferchirurgen und -orthopäden.
Wie kamen damals in unserem Bus auf eine Summe von mindestens 1,5 Millionen DM, deren Zahlen damals schon unter den Häftlingen kursierten und den später veröffentlichten total glichen. Auf der hintersten Bank erfreuten sich acht, bis unters Kinn tätowierte Knackis, sehr lautstark ihres Lebens.
Mich beeindruckte das Auftreten vom Ostberliner Menschendealer Vogel, der diese Leute mit Verachtung strafte, aber uns alle per Handschlag begrüßte und jeden mit seinem Namen ansprach. Dabei hatte er die wenigsten Businsassen persönlich betreut, ich befand mich in den Fängen seines Beauftragten für den Bezirk Halle, Dr. Ködel, aus Merseburg.
(Das war vielleicht eine Nase, zum ersten Sprecher erhielt ich zwei Zigaretten und er schob mir sofort einen Zettel rüber: „Sagen Sie nichts, der Raum wird abgehört! Wenn sie immer noch in den Westen wollen, dann nicken sie und müssen mir vertrauen!“
Darauf folgte noch eine Zigarettenlänge belangloses Labern und das war es auch schon.
Zum ersten Verhandlungstag tauchte er nicht auf. Ohne jemand vom Gericht zu Wort kommen lassen, blubberte ich gleich los, dass ich ohne Anwalt die Verhandlung ablehnte. Was mir augenblicklich eine sehr laut geblökte Missbilligung des hohen Gerichtes einbrachte. Beim zweiten mal sollte ich ihm versprechen, auf das letzte Wort zu verzichten, dies brachte mich so in Rage und folglich wurde auf jene Floskel nicht verzichtet. Daraufhin verzog sich anschließend der Herr Verteidiger sofort.
Witzigerweise taucht der Wortlaut nicht in den Akten auf. Mir waren nur die junge Protokollantin, und die beiden Schöffen bekannt. Eines Tages gab sie unter dem Siegel der Verschwiegenheit meinen Spruch weiter. An den ich mich nach dem Mauerfall kaum noch erinnern konnte, wurde aber damals gleich mehrfach deshalb angesprochen.
Mann, konnten Staatsanwalt und Richter brüllen!
…wenn sie mich hernach in den Osten raus ließen, würden ich es am gleichen Tag nochmals versuchen in den Westen zu gelangen.“)

Als der bundesgermanische Bus dann über die Demarkationslinie schlich, sprangen die schweren Jungs sofort auf und schmetterten sämtlich Strophen des Deutschlandliedes. Von unserer Meute gab es daraufhin keine Reaktion. Allerdings klatschten wir nach den ersten Zeilen der brandneuen Mucke, die der Busfahrer gleich darauf anstellte, frenetischen Beifall. Weiterlesen

wg. eigentlich belangloser Reden von Mutti und vom ganz schräg moralisierenden Bundesvati

Weit über 50 Jahre, trotz aller Höhen und Tiefen meines Lebens, empfand ich es bewusst immer geil, keinen Krieg live erlebt zu haben.
Bin nun in einem Alter, da bräuchte ich sicher auch nicht mehr auf die Einberufung für eine Art Volkssturm oder Bürgerwehr zu harren, wenn alles noch weiter versumpft – der unsägliche Wandel dräut bereits am Horizont!
Eigentlich dachte ich vor etlichen Jahren bereits, nun geht es wieder los, ließ doch damals Verteidigungsheinz, Genosse Struck ab: Landesverteidigung steht für die Bundeswehr nicht mehr an der ersten Stelle: Die Sicherheit Deutschlands wird auch am Hindukusch verteidigt!
Erinnerte mich an Weimarer Tage, als durch deutsche Lande waberte, WIR seien ein Volk ohne Raum. Mehrere Jahre später wurde der Spruch konkretisiert und begann wie folgt: Der natürliche Siedlungsraum des deutschen Volkes ist das Gebiet östlich unserer Reichsgrenze bis zum Ural, im Süden begrenzt durch Kaukasus, Kaspisches Meer, Schwarzes Meer…
Der Sozi vermittelte mir den Eindruck von Größenwahn, dehnte er die vermeintlichen Begehrlichkeiten sogar noch ein paar tausend Kilometer weiter aus – Dafür wollte er zudem die Verteidigungspolitischen Richtlinien (VPR, weiß der Teufel was damit gemeint war) neu fassen. Statt Landesverteidigung soll die Bundeswehr im Rahmen einer neuen strategischen Ausrichtung andere Aufgaben erhalten.
Anschließend finanzierten sämtlichen bundesgermanischen Raucher den Trip von Y-Tours. Jene immense Tabaksteuererhöhung verdankten sie einer Initiative der Chlorophyllmarxisten.
Letztlich wurde am Hindukusch nichts befriedet, allerdings das vorherrschende Chaos noch undurchsichtiger gestaltet und kleckerweise entwickelte sich dort eine westwärts gewandte Aufbruchstimmung, die irgendwann lawinenartig ausuferte. Nebenher wurden noch andere Völker an der Fluchttransitstrecke beflügelt, es ihnen gleichzutun. Hilfreich dafür waren beginnende Stellvertreterkriege in denen Russen, Amis und Briten begeistert mitmischten.
Dann kam diese vollkommen unverständliche Reaktion von Mutti, die sonst immer erst versucht Probleme auszusitzen wie ihr damaliger Mentor. Plötzlich steht sie nicht mehr mit ihrer Fingerfotze (von anderen mittlerweile Merkel-Raute genannt) in der Weltgeschichte herum, sondern breitete ihre Arme weit aus, lud massenhaft Leute aus den entfernten morgenländischen Regionen hierher ein und wat is nu?
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Ein Drittel des berühmten Alexandrow-Ensembles geht nicht mehr einkaufen

Ein Drittel des berühmten Alexandrow-Ensembles geht nicht mehr einkaufen
Als schon etwas älteres Kind habe ich die Truppe zweimal gesehen, natürlich anlässlich irgendwelcher roten Happenings, in Berlin und Halle(?).
Etwas später kam mir in meiner kalten Heimat der folgenden Spruch zu Ohren, als am 1. Mai irgendein anderer Soldatenchor auftrat: „Ja, ja, das russische Seelchen, sie haben zwar keine Kultur, aber singen und saufen können sie wirklich!“
Unter den deutschen Hits war grundsätzlich Im schönsten Wiesengrunde dabei. Während jener Darbietung flossen dann auch bei ehemaligen Nazis die Tränen, hatte sicher auch etwas damit zu tun, da der Hit als heimliche Vertriebenen-Hymne durchging…
Irgendwann spielte eine Scheibe des Alexandrow-Chores auch in Melkow eine kleine sonntäglich Rolle, nicht immer zum Wohlgefallen der Betroffenen. Dies hing mit einer Eigenheiten des großen Hauses zusammen. Bei uns gab es fließendes Wasser nur aus einer kleinen Schwengelpumpe in der arg deformierten Küche, dort war ein Deckenbalken durchgebrochen. Als Lokus musste ein Wanderscheißhaus herhalten. Ewig wurden Gruben gebuddelt, mit dem neuerlichen Aushub wurde die alte dann immer wieder gedeckelt. Am späten Vormittag war natürlich auch keine Papier mehr vorhanden, das musste dann erst aus Zeitungen entsprechend portioniert werden. Wegen selbiger Handycapes pennten viele Leute bis kurz vor 10 Uhr, erledigten ihre Katzenwäsche und ihren Morgenschiss dann in der Kneipe, nahmen dazu ihre gesamte Rödelei mit und begaben sich nach dem obligatorischen Frühschoppen in Richtung Heimat. Und wir blieben im Chaos hängen, besser gesagt, zurückbleibende Mädels räumten dann immer auf. Deshalb wurden mit einem Ritual die Massen kurz nach neun aus ihren Povtüten geschmissen. Da vom riesigen Partykeller bis hinauf zum mistigen Dachboden alles oft einem Hunnencamp glich, entstand irres Tohuwabohu. Allerdings ward dann bis zur Kneipenöffnung einigermaßen Klarschiff angesagt.
Jemand brüllte vor irgendwoher lautstark: Iwan! Wiederholte den Ruf noch mehrfach, bis einer mit Ja antwortete. Da einige das Spielchen kannten, entwickelten sich dabei oft beknackte Wortwechsel aus verschiedenen Ecken.
Iwan, komm endlich, der Hirsebrei ist fertig und bringe deinen Holzlöffel mit!
Hab keine Lust!
Iwan!
Mann, brülle doch nicht so herum, du weckst doch Väterchen Stalin auf! – Damit war aber nicht der verblichene Sowjetdiktator gemeint, sonder eher unser rabenschwarzer Kater gleichen Namens, der an solchen morgendlichen Sonntagen vollkommen wuschig umherirrte, bis sich endlich jemand erbarmte und ihn in den Garten entfleuchen ließ.
Genosse, ich komme, aber nur, wenn du etwas entzückendes vom Alexandrow Chor auflegst, in der Regel waberte dann die Катюша oder Калинка durchs Haus. Welche oft von irgendwelchen erwachten Suffköppen mitgeplärrt wurden, weil sie jene две песни noch aus der Schule kannten…
Retour zum späteren Red Army Choir. 1993 bekam ich zum Geburtstag eine Kassette mit einem schrecklichen bootleg vom Konzert in Helsinki geschenkt, wo sie gemeinsam mit den Leningrad Cowboys auftraten – die Total Balalaika Show.
Wiedermal stellte sich dabei heraus, dass junge Leute etwas für die Annäherung unter den Völkern taten, nicht senile und impotente Politiker… Weiterlesen

Raucher-Memory

MemoryHabe heute endlich mein erstes Gedächtnistraining-Spiel fertig bekommen.
Die junge Frau im Kopierladen fand es doch etwas makaber.
Weshalb, dazu hatte sie keine Meinung.
„Kannst du nachvollziehen, dass es sich in der heutigen Zeit noch um eine der wenigen Möglichkeit handelt, mit Hilfe von legalen Drogen auf freiwilliger Basis das eigene Leben zu verkürzen? Dies alles verbinde ich mit einem selbstbestimmten würdevollen Tod. Wobei gerade selbiges Hinscheiden oftmals mit reichhaltig schmerzhaften Malaisen verbunden sein kann, hinterher aber die Mischpoke, Freunde und Bekannte, am schön zurechtgemachten Verblichenen an der geöffneten Kiste noch besinnlich Abschied nehmen können.
Was für die nächste Zeit unter Umständen als vollkommen gegenstandslos angesehen werden muss, nämlich dann, wenn jemand zur richtigen Zeit am falschen Ort herumturnte, deshalb später als Asphaltgyros mit einem Rakel irgendwo zusammengekratzt wird. Gleiches gilt für verstümmelt Reste, nachdem Menschen von Fahrzeugen flach gefahren wurden und niemand vor der Beisetzung die verbliebenen Teile als Puzzle zur Schau stellen will.“
Auf meinen Spruch erfolgte nur ein sehr betretenes Lächeln…

Irgendetwas war doch noch
wm

Anis Amri offenbar in Milano erschossen

Es ist nicht nur eine Alterserscheinung, wenn ich die Reste von implodierenden Worthülsen irgendwelcher Ekspertenschwätzer bereits nach kurzer Zeit nicht mehr zusammen bekomme. Glaube vor zwei Tagen ließ Muttchens Plapperschoßhündchen etwas in jene Richtung ab, der Regierungsverkünder seiberte ungefähr diesen Satz: „Die Behörden müssen jetzt dafür sorgen, dass der Berliner Attentäter so schnell wie möglich gefasst wird, um ihn einer gerechten Strafe zuzuführen!“
Was soll man nach dieser Tat eigentlich unter einer gerechten Strafe verstehen?
Wenn DIE Italiener den rollenden Killer nun wirklich abgeknipst haben, ging es zumindest bei ihm in die richtige Richtung.
Was letztlich an der gesamten weltweiten Situation nicht die Bohne ändern wird, schließlich handelte es sich lediglich um einen der vielen Köpfe einer Hydra, außerdem kann der Typ nun endlich auch über seine 40 imaginären Jungfrauen herfallen.
Trotzdem will sich bei mir keine Freude einstellen, wurde mit seinem Tod doch auch nur wieder auf der riesigen To-do-Liste von irgendwelchen ebenfalls irren Symptombekämpfern, ein weiterer x-beliebiger Fall abgehakt, zur Freude von Statistikern und beliebigen Medienheinzen.
Möchte absolut nichts beschönigen, aber es existiert auch ein Leid auf der anderen Seite…
Wünsche nebenher für die kommenden Tage den Leuten in UNSEREN christlich/jüdischen Gefilden ein FROHES OSTERFEST!

Der weiße Äthiopier & Leichnsache Zernik

Wegen der Russengeschichten nahm ich Der weiße Äthiopier auf, nach einem späteren Blick ins reduzierte Programmheft aus der Berliner Zeitung auch noch den 1972er Krimi. Beide Filme zog ich mir nachmittags ein.
Zum Inhalt des ersten Streifens kann ich eigentlich nich ville sagen, wegen der merkwürdigen Untertitelung lief alles fortwährend im Schnelldurchlauf, da ich nicht viel lesen konnte. Unverständlich für mich, weshalb pinseln sie eigentlich keine schwarze Schrift auf gelbe Hintergrundstreifen?
Manchmal kam mir das Filmchen als reichliche gutmenschelnde Seifenoper rüber.
Witzig fand ich aber zum Schluss jene Einspielung, als die Richterin vollkommen überflüssig, plötzlich auf der Straße eine Fluppe schnurrte, die sie dann mit ihrem Widerpart rauchte. In dem Moment werden viele Antirauchermoralisten aufgejault haben, möglicherweise wurde deshalb anschließend eine Anzeige erstattet.
Die Zernigeschichte ist damals an mir vorbeigegangen, der eigentlich Fall war aber bekannt.
Wollte wegen zweier Darstellen mal sehen, wie sie in einem Film agierten – Böwe und Drinda – zu beiden kamen nämlich komische Erinnerungen hoch.
Ersteren hatte ich zu meiner Bereitschaftsbullenzeit im Hallenser Theater erstmals erlebt.
Wollte man im Zirkus einen auf Kultur machen, ging es im Rudel per Lkw ins Theater und nach der Vorstellung bekam jeder noch für den Rest des Tages seine Ausgangskarte, um die es eigentlich ging. Von Vorteil war aber auch noch eine anderer Sachverhalt. Die Uniform konnte saumistig ausschauen, im Ehrenkleid kamst du dann trotzdem problemlos in alle Kulturtempel der gehobeneren Art.
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Wer nichts wird – wird Wirt, und wem auch dieses nicht gelungen, der macht in Versicherungen.

Jenes Sprüchlein gültet schon lange nicht mehr! Meine holprige Abwandlung lautet so: nicht gelungen, der geht in die Politik oder zum Fernsehen, aber nicht zu den Versicherungen!
Wollte mich gestern zwingen und die Mittagsnachrichten mal einziehen, es ging nicht! Hielt es noch nicht mal 15 Minuten aus. Ach so, jenes Deppenprogramm verkaufen die Macher ja als ZDF-Mittagsmagazin, scheinbar deshalb Magazin, weil dort Massen von irgendwelchen Leuten verbalen und visuellen Dünnschiss quirlen dürfen. Welchen reduzierten IQ oder anders ausgedrückt, welche pathologische Anwandlungen setzt es überhaupt voraus, um so etwas unbeschadet über sich ergehen zulassen und in diesem Zusammenhang irgendeinem Gott die Zeit zu stehlen?
Irgendwie habe ich auch schon einen ganz schönen Sprung in der Schüssel, hörte tagsüber kein Radio, las noch nicht mal irgendein gedrucktes Machwerk, schaltete heute, 13 Uhr, wieder das Verblödungsmöbel an. Glaube gestern kondolenzierte der Ex-Pope auf eine Art und Weise, dass sogar ich mir verscheißert vorkam. Fragte mich anschließend, wie unmittelbar Betroffene (Nicht die Toten!) mit solchen inflationären Betroffenheitssalbadereien umgehen. Es folgten anschließend noch mehr Sprüche von ähnlichen Dampfplauderern.
Dann eine neue Einstellung, die obere Regierungsriege wankte mit bestürzenden Gebärden zum Tatort – der vorgezogene Wahlkampf schien begonnen zuhaben. Bis zum entscheidenden Akt geht ja noch ein dreiviertel Jahr ins Land und das Wahlvolk ist sehr vergesslich. Quatsch, das mit der Vergesslichkeit! Die ganzen Flüchtlingsprobleme perpetuieren mit solch rasanter Geschwindigkeit, dass sie aus diesem Grund für Jahre nicht mehr zu kanalisieren sind! Weil nämlich keine Flüchtlingsproblematiken existieren, nur die entsprechenden Auswüchse von Handlungsunfähigkeiten der elitären Handlangern des Kapitals…
Lediglich der rechte Rand hat mal wieder einen optimalen Joker gezogen, weil Muttis proletarischer Internationalismus bereits lange zu einem Rohrkrepierer mutierte – jenes unsägliche Feeling scheint ihr noch aus alten Ostzeiten anzuhängen.
Zwei Sachen stießen mir merkwürdig auf, Herr Bundesgauck tauchte plötzlich auf der Mattscheibe auf und eine Stimme ließ ab, dass er irgendwo Trost und Kraft spendete, wie macht man denn so etwas? Weiterlesen

Mein heutiges visuelles Frühstück aus dem Elektrobriefkasten: nzz-am-morgen

Liebe NZZ-Leserin, lieber NZZ-Leser
Die Breaking News überschlugen sich am Montagabend. Russischer Botschafter in Ankara angeschossen. Schüsse in Zürich. Russischer Botschafter gestorben. Drei Verletzte in muslimischem Zentrum in Zürich. LKW rast in Berliner Weihnachtsmarkt. Mutmasslicher Attentäter in Ankara ein Polizist. Ein Toter in der Nähe des muslimischen Zentrums in Zürich gefunden. Ein Toter und mehrere Verletzte in Berlin. Mindestens 9 Tote, 50 Verletzte. Verdächtiger in Berlin festgenommen.
Das alles passierte an einem Abend. Über die genauen Hintergründe der Vorfälle war zunächst nichts Genaueres bekannt. Das Attentat auf den russischen Botschafter steht aber mit einiger Sicherheit im Zusammenhang mit dem russischen Kriegsengagement in Syrien, wie Inga Rogg aus Istanbul schreibt. «Vergesst Aleppo nicht», brüllte der radikalisierte türkische Polizist bei der Schussabgabe.
In Zürich ist nicht klar, ob es zwischen der Schiesserei in der Moschee und dem Toten in unmittelbarer Nähe einen Zusammenhang gibt. Die drei Verletzten konnten noch nicht vernommen werden. Ziel des Anschlags waren offensichtlich Muslime.
In Berlin erinnert der Tathergang an das schreckliche Attentat von Nizza im Juli, wo ein Lastwagenfahrer ebenfalls an einem festlichen Anlass (Nationalfeiertag) in die Menschenmenge auf der Uferpromenade gerast war. Innenminister Thomas de Maizière sagte, er wolle das Wort Anschlag nicht in den Mund nehmen, «vieles spricht jedoch dafür». Am Dienstagmorgen teilte die Polizei mit, dass es sich beim Lastwagenfahrer wahrscheinlich um einen Anfang 2016 eingereisten Pakistaner handle und er vorsätzlich gehandelt habe, wie Sie im Live-Ticker nachlesen können. Er wurde gefasst. Die Zahl der Toten stieg auf zwölf. Christoph Eisenring fasst die Lage am Dienstagmorgen zusammen.
Zur Zürcher Schiesserei und zum Anschlag in Berlin halten wir Sie auf NZZ.ch auf dem neuesten Stand der Erkenntnisse und Ermittlungen. Weiterlesen

„Etwas ganz furchtbares geschah heute im Herzen* von Berlin…“

Nichts ahnend schaltete ich gegen halb 10 die Glotze an, auf rbb lief der Rest eines älteren Tatort-Schmarrens mit Axel Prahl. Plötzlich schnurrte ein rotes Infoband am unteren Rand entlang, für mich unlesbar, weil wir so ein griesiges Bild haben. Nach wenigen Minuten wiederholte sich alles, stand schließlich auf und entdeckte dort eine Panikmeldung mit Quotenstatistik: 9 Tote und 50 Verletzte. Immer schön eins nach dem anderen, die Toten laufen nicht mehr weg, außerdem war alles in sicherer Entfernung abgelaufen.
Ging anschließend in die Küche zum Rauchen.
Wieder vor dem Verblödungsmöbel mit den beweglichen Bildern, begann ich von von der 1 – ARD, über ZDF, rbb, 3SAT, Arte, N24, phoenix nach n-tv durchzuzappen. Von den acht Stationen hatte sich, außer 3SAT und Arte, sechs auf das Quotenereignis eingeschossen. Auf rbb war Katastrophen-Heinz, Herr Zelle richtig traurig, dass er lediglich in seine Kommunikationsprothese plappern konnte.Wie der Mann singt, so informativ empfinde ich oft seine Berichte vor Ort.
Sämtliche Fernsehstationen spielten natürlich mit teilweise chaotischen Hin-und-her-Liveschaltungen. Irgendwo ließ die Moderatorin sogar entscheidende Fakten ab, bei dem Tatfahrzeug handelte es sich um einen großen schwarzen Lkw. Etwa ein 30 oder 40-Tonner, neun Toten(?) und 50 Verletzten(?) vielleicht nur ein Pik-up?
Hastete schließlich wenige Minuten auf allen Desinformationskanälen herum. Irgendwann blieb ich bei einer Schmonzette mit Kirk Dougles hängen, schaltete aber dann und wann immer mal wieder kurz auf einen der Sender mit ihren dauerhaften Quotenfrontberichten, alle sielten sich immer noch im Dunstkreis hohler Spekulationen. Zwischendurch Einblendungen mit wichtigtuerischen Berufszeugen, „ich bin Zeuge, um was geht es hier?“
Was mich wunderte – keine Werbeeinblendungen mittendrin und dies zu jenem Anlass, wo sich garantiert massenhaft sonstige Live-Gaffer vor ihren HDTV-Heimkinos einen runter holten…
Weiß nicht mehr wo, aber auf irgendeinem Sender plötzlich UNSER Oberdorfschulze, der war natürlich bestürzt, entsetzt, fassungslos, konsterniert oder sonst was, glaube er benutzte einführend die abgedroschene Betroffenheitsfloskel: bestürzt. Dabei dachte ich immer, auf selbige Vokabel haben die Medien ein Copyright, weil sie mehr angewendet wird, wenn sich Politiker irgendwo im endlosen Cocktail-Smalltalk z.B. über Aleppo plauschend ergehen.
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